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75% Eigenverbrauch durch Stromspeicher

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Eingestellt 16, Sep 2014 in Photovoltaik von Ivonne Gugel (407 Punkte)

Im TEC-Report 13 des TEC-Instituts wird diese Analyse gemacht.

http://www.tec-institut.de/tec_reports/TR13-1_TEC-Report_Oktober-12_DE-HP_INTERNET.pdf

Wie beurteilen das die Experten?

   

3 Antworten

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Beantwortet 16, Sep 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Zunächst zur Klarstellung der Begriffe:

Eigenverbrauch ist der Anteil an der erzeugten Energie, die selbst verbraucht und somit nicht eingespeist wird. Beispiel: Erzeugung 1000 kWh, Einspeisung 800 kWh, Eigenverbrauch 200 kWh oder 20%

Autarkie oder Unabhängigkeit vom Netzstrom ist der Anteil an der im Haushalt verbrauchten elektrischen Energie, die aus selbst erzeugtem Strom stammt. Beispiel: Haushaltsverbrauch 2000 kWh, Erzeugung 1000 kWh, Verbrauch selbst erzeugten Stroms 200 kWh. Der Autarkiegrad ist 10%.

Also: Die Eigenverbrauchsrate verändert sich mit der Anlagengröße, der Autarkiegrad nur bedingt.

 

Zu dem Artikel: man liest in den Artikeln der Speichersystem-Hersteller viel von hohen Werten bezüglich Eigenverbrauch und Autarkei, auch diese vermischen die Begriffe gerne, wiel mit kleineren Anlagen natürlich gut hohe Eigenverbrauchsraten (EV) erzielt werden können. Es wird dann von 80% und mehr EVgeschrieben. Autarkie-, also Selbstversorgunggrade werden oft nicht angegeben, oder aber unrealistiasch hoch.

Dies ist meines Erachtens auch in diesem Bericht so. Eine Selbstversorgungsquote oder ein Autarkiegrad (und darum geht es in diesem Artikel) von 75 % halte ich für unrealistisch.

Aufgrund der Messwerte an meinen beiden Anlagen

1: unser Haushalt mit 2 Rentnern, Jahres verbrauch 3500kWh, PV 5 kW

2: Haushalt der Tochterfamilie: 4 Personen, Erwachsene berufstätig, 6000 kWh durch WP-Heizung und KLA, PV 11 kWp

scheinen mir Werte über 60% Autarkie reichlich utopisch. Näheres siehe meine Antwort in folgendem Artikel:

http://experts.top50-solar.de/2993/welchen-speicher-empfehlen-sie-uns-f%C3%BCr-eine-kleine-4kwp-anlage

Bei unseren Anlagen / Haushalten, und ich denke, das ist bei vielen ähnlichen Haushalten auch so, sind 50 - 60% Selbstversorgung das Maximum (mit halbwegs noch vertretbaren Speichergrößen /-kosten).
+1 Punkt
Beantwortet 27, Okt 2014 von Jürgen Eiselt (128 Punkte)

JUWI bewertet seine Anlagen mit entsprechenden Speicher über 80%. Franz Alt berichtet von Werten ab 70%.

Die wichtigsten Komponenten zur Eigenstromberechnung sind:

a) welche elektrische Geräte werden zu welchem Zeitpunkt benutzt?

b) Welche Kapazität hat der Speicher und welche Lade-Abgabezyklen schafft der Controller?

c) ist die PV-Anlage auf den Eigenstromverbrauch konzipiert oder war die PV-Anlage schon da?

 

zu a) normale Haushaltsgeräte verbrauchen vor und nach der PV-Installation i.d.R. die gleichen kWh. Extra wegen einer Eigenstromerhöhung Geräte anzuschaffen (Beispiel Klimakühlgerät im Sommer) wirkt sich kaum auf die Eigenstromquote aus.

Diese erhöht sich spürbar durch einen Speicher, der wie ein zusätzliches Haushaltsgerät PV-Strom nennenswerte Strommengen "verbraucht".

Heizstäbe für den Winterbetrieb einer Wärmepumpe oder Solarthermieanlage steigern trotz abnehmender Sonneneinstrahlung im Winter die Eigenstromquote.

Auch die neuen Wärmewellenheizungen erhöhen die Quote.

Die beste Faustformel, die ich gefunden habe ist die: "Jedes Watt Fremdstrombezug, der durch PV und Speicher eispart, stärkt die Unabhängigkeit und treibt die Einsparquote nach oben und umgekehrt proportional die Stromkosten nach unten." Bei Wärmewellenheizungen wird im PV/Speicherbetrieb zum ökologischen Nulltarif geheizt, was zusätzlich auch die Heizkosten senkt.

zu b)+c) kleine Speicher bei hoher PV-Leistung senken die Eigenstromquote. Umgekehrt steigt die Eigenstromquote, wobei aber die Gefahr besteht, dass bei Speicher-Vollladung in das öffentliche Netz zu schlechten Vergütungssätzen eingespeist wird.

Hinweis: von einer 100%-Unabhängikeit ist aus Versorgungs- und Sicherheitsgründen (2 Energieversorgung) abzuraten.

Fazit:

1) die genaue Quote muss bei jeder PV-Anlage/Speicher und den elektrischen Geräten individuell ausgerechnet werden

2) es besteht ein sehr hohes Einsparpotential bei der Heizungswärme. Ein Kombibetrieb mit regenerative Energien (auch vertikale Kleinwindkraft bietet sich an!) ist wesentlich wirtschaftlicher, als Einsparmaßnahmen, die "nur" die Verbrennung von fossilen Brennstoffen reduzieren.

 

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Beantwortet 26, Okt 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Ivonne Gugel,

ich habe bei den von mir bisher installierten Speichersystemen andere Erfahrungen gemacht wie Herr Werner in seiner Antwort. Ich habe Kunden die mit z.B. 7 kWp PV-Anlage und Speichersystem mit ca. 7,5 kWh Nutzkapazität über das gesamte Jahr auch über 80% Autarkie kommen. Natürlich haben wir durch die Relation der Anlagengröße/Ertrag zum Gesamtverbrauch im Gebäude eine niedrigere Eigenverbrauchsquote je höher der Autarkiegrad ist. Deswegen ist eine individuelle Prognose sehr schwierig.
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