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Wie ernst sind die vorgegebenen Reichweiten von Elektroautos zu nehmen?

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Eingestellt 12, Feb 2014 in Elektroauto, E-mobility von Anonym
Immer wieder liest man: Vorgegebene Reichweite 100km und dann kommt man im Endeffekt aber nur 80km weit oder man fährt mit Heizung und kommt nur 70km. Wie reell sind die Reichweiten, die die Fahrzeughersteller angeben?
   

6 Antworten

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Beantwortet 18, Feb 2014 von praxis_mueller (147 Punkte)
Ein Beitrag aus der Praxis:

Wir fahren seit 9 Monaten den Opel Ampera, überwiegend im Rahmen unserer Hausbesuche in der Stadt Helmstedt.

Von Opel ist die elektrische Reichweite mit 40-80 km angegeben. Diese stimmt mit der Praxis überein: Bei niedrigen Temperaturen und Nutzung der Heizung/Sitzheizung sinkt die Reichweite auf 40 km ab, wie vorhergesagt,

bei sommerlichen Temperaturen kamen wir auf eine Reichweite von gut 80 km (He-Bs und zurück).

Wie bei konventionellen Fahrzeugen spielt das Fahrverhalten eine bedeutende Rolle, bei Homo economicus-Fahrweise erreichen wir mehr als 80 km, wenn Fahren Spaß macht, und das tut es beim Ampera, dann liegen sie darunter, bei einer täglichen Strecke von durchschnittlich 40 km und bei sonnigem Wetter duch 5 Cent billigem Solarstrom gespeist tut dies aber keinem weh... Weder dem Budget noch dem Klima...

Nähere Daten liefert das in Kürze beginnende www.projekt-ampere.de

unterstützt u. a. vom Bundesverkehrstministerium und der Adam Opel AG,

wir nehmen daran teil und werden berichten.
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Beantwortet 22, Mär 2014 von axlk69 (104 Punkte)
Da hängt es strak davon ab, von welchen Reichweitenangaben wir reden.

In diesem Fall sind meist die Angaben wie "üblicherweise" sinnvoller als die vorgeschriebenen NEFZ Angaben!

Reichweiten gem NEFZ Zyklus sind im Realbetrieb kaum erreichbar.

Außerdem darf man auch nie vergessen, dass sich diese Reichweitenangaben auf "jungfräuliche" Akkus beziehen!

Ist der Akku erst einmal auf 75 bis 80 Prozent der Kapazität abgefallen, sieht es natürlich mit den Reichweiten auch anders aus.

Bei der Wahl Ihres Fahrzeuges ist es wichtig, dass Sie von den Werksangaben genügend Reserven abziehen um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Aus meiner Erfahrung: Halber NEFZ Wert und Sie sind immer auf der sicheren Seite!
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Beantwortet 12, Feb 2014 von E-Auto.TV (712 Punkte)
Die Reichweiten sind wie die Benzinverbräuche von Verbrennern Laborwerte gemäß NEFZ-Vorgaben. Entsprechend weichen diese spürbar nach unten ab.

Wie Sie schon richtig angemerkt haben, spielen viele Faktoren eine Rolle. Die größten Reichweitenreduzierer sind hohe Geschwindigkeiten (am Luftwiderstand kommt keiner vorbei), Heizung und Klimaanlage. Wie sehr sich dies auswirkt, hängt von Ihrem ganz persönlichen Fahrverhalten und Ihrer Komforttemperatur im Auto ab.

Vielleicht helfen Ihnen diese Beispielzahlen weiter, die ich selbst ermittelt habe:

Nissan Leaf Mod. 2011: http://e-auto.tv/verbrauchsdaten-nissan-leaf-mod-2011.html

Peugeot iOn: http://e-auto.tv/verbrauchsdaten-peugeot-ion.html

Und alle bedeutenden Reichweite-Variablen habe ich ebenfalls in einem Beitrag zusammengestellt: http://e-auto.tv/reichweite-variablen-im-elektroauto.html
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Beantwortet 23, Mär 2014 von Herwig Hufnagel (639 Punkte)
Es macht keinen Sinn, bei der Reichweitenfrage den Herstellern zuliebe ein Auge zuzudrücken. Wenn dem Nutzer keine permanente  Information über den Akkuzustand (SOC, Temperatur, schwächste Zelle, stärkste Zelle etc) zur Verfügung gestellt wird, hat der Verbraucher ein Recht auf ordentliche Reichweite in vollem beworbenem Umfang. Wenn ich meinen Fluence mit nur 11 kWh/100km auf einer Fahrt betreibe (das ist extrem defensiv, Windschatten von Laster ausgenutzt), das Akku 22 kWh haben soll, muss das Fahrzeug schon 200 km weit kommen. Das ist über der NEFZ- Angabe von 185 km. Diese Rechnung muss für den Verbraucher aufgehen. Für Rest-Kapazität, Balancing etc. muss das Fahrzeug automatisch sorgen, da dem Fahrer durch allerlei symbolische Anzeigen der wahre Zustand des Fahrakkus verschleiert wird. (Hier wären die Produkte ja vergleichbar). Also entweder alle Werte auf die Displays und technisch unterwiesene und verantwortliche Fahrer oder Technik für Dummies  und Reserve in der Konfiguration des Autos.
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Beantwortet 7, Mai 2014 von Jochen Stührmann (18 Punkte)
Die vorgegebenen Reichweiten sollte man sehr ernst nehmen, schliesslich sind sie eine wesentliche Produkteigenschaft!

Wir erwarben unseren E-Smart  (EZ 8/2012) als Vorführfahrzeug in 12/2013 mit gefahrenen 9.500 km. Den Arbeitsweg

von unserem Dorf über 40 km nach Bremen bewältigte meine Frau in der kälteren Jahreszeit 'mit spitzem Hintern', weil

hin und zurück (insbesondere bei etwaigen verkehrsbedingten Verzögerungen) das faktische Reichweitenlimit erreicht war.

Smart gibt in seiner Betriebsanleitung die Reichweite nach NEFZ mit 145 km (ohne sonstige Fußnoten) an. Entsprechend

lang waren unsere Gesichter. Die hellten sich dann aber deutlich auf, als sich frühlingshafte Temperaturen einstellten.

Bei um die 20°C und weiterhin moderater Fahrweise (ECO-Anzeige mind. 90%) stieg der Aktionsradius auf immerhin ca.

140 km. Somit wird uns wohl eine diesbezügliche Auseinandersetzung mit dem Hersteller erspart bleiben...
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Beantwortet 22, Mai 2014 von Daniel Bönnighausen (274 Punkte)
In 2012 hatte ich über die Wintermonate die japanische Variante des LEAF mit 170 km Reichweite. Ich habe mit dem Fahrzeug in den kalten Monaten 120 km auf dem Lande zurücklegen können. Nissan gibt einen entsprechenden Reichweitenverlust bei Temparaturveränderungen und schnellerer Fahrweise an.

Im Moment bin ich mit der europäischen Variante und maximaler Reichweite von 200 km unterwegs. Effektiv schaffe ich damit über Land ohne Probleme 140 - 150 km mit kaum Stadtanteil.

Natürlich sind es geschönte Werte der Hersteller bei optimaler Verwendung des Fahrzeugs. Wenn du deine Fahrweise anpasst, noch vorausschauender fährst (was viele wirklich gar nicht machen) und das Gaspedal nicht durchdrückst, dann kannst du an bestimmte Reichweiten auch herankommen.

An meinen beiden Beispielen wird es ja deutlich, dass Reichweite logischerweise verloren geht. Gleiches ist auch bei konventionellen Fahrzeugen der Fall. Wie bereits hier erwähnt wurde, sind es NEFZ-Werte und denen darfst du keinen Glauben schenken. Das gilt für konventionelle Fahrzeuge, Elektroautos und Hybridmodelle.
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