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Ein Nachbar beanstandet Blendung durch PV-Anlage. Was ist zu tun?

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Eingestellt 24, Mai 2016 in Photovoltaik von Michael Stöhr (1,180 Punkte)

Ein Nachbar beschwert sich, eine PV-Anlage blende ihn. Wie geht der Eigentümer der Anlage am besten vor? Wie wird dabei, falls der Streit vor Gericht gehen sollte, ermittelt, ob und in welchem Umfang tatsächlich eine Beeinträchtigung durch Blendung vorliegt?

   

2 Antworten

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Beantwortet 3, Jun 2016 von Jakob Zehndorfer (96 Punkte)
ausgewählt 3, Jun 2016 von Michael Stöhr
 
Beste Antwort

Leider führt diese Frage auf Grund der nur vereinzelt vorhandenen objektiven Kirtierien in diesem Bereich oft zu hitzigen und wenig sachlichen Diskussionen. Speziell im Falle der Störung von Anrainern ist die "Zumutbarkeit" immer der Kern der Frage, für die es noch wenige Meßergebnisse, Urteile und Erfahrungswerte gibt. Dazu finden Sie in folgenden Publikationen Anhaltspunkte:

http://www.cost-lonne.eu/wp-content/uploads/2015/11/LAI_RL_Licht_09_2012.pdf

https://www.meduniwien.ac.at/umwelthygiene/GutachtenBlendung_final.pdf

Die gerichtliche Ermittlung ist in diesem Fall ganz stark vom eingesetzten Sachverständigen abhängig, da es für die Messung, wie auch für die Berechnung von reflektiven Blendungen keine klaren Vorgaben gibt. Überlicher Weise wird der SV aber die Beleuchtungsstärke, sowie den Zeitraum der Blendung messen. Dies ist allerdings nur eine Momentanaufnahme, da sich diese Parameter übers Jahr stark ändern können. Daher wird in den meißten Fällen auch eine Blendberechnung erforderlich sein. Während die Beleuchtungsstärke bei Reflexionen durch PV Anlagen in jedem Fall "unangenehm hoch" sein wird und daher deren Wert (gemessen in Lux) beinahe irrelvant ist, gibt es für die Blenddauer so etwas wie Richtlinien. Diese gehen von "keiner unzumutbaren Belästigung" bei Werten von unter 30 Minuten pro Tag und 30 Stunden pro Jahr aus.

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Zehndorfer Engineering beschäftigt sich intensiv mit Blendberechnung und Blendgutachten. Gerne beraten wir Sie weiter.

http://www.zehndorfer.at/de/blendgutachten

Die Blendberechnung und insbesondere das Berechnen von Alternativenen erlaubt die kostengünstige Auswahl von blendreduzierenden Maßnahmen (Abschattungen, Ausrichtungen, etc.)

http://www.zehndorfer.at/de/blendgutachten/blendberechnung



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Beantwortet 24, Mai 2016 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Herr Stöhr,

ich weiß, dass es in solchen Fällen schon die verschiedensten Rechtsprechungen gab. Wobei mich das wundert, da ja die Nutzung erneuerbarer Energien in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben ist. Wenn Jemand einen großen Wintergarten oder große verglaste Dachflächen hat habe ich noch von keinem Fall gehört, bei dem die reflektierenden Scheiben wieder ausgebaut werden mussten obwohl hier sicher mit dem selben Blendeffekt gerechnet werden muss. Vielleicht könnten in solchen Fällen alternativ Module mit matten Gläsern eingesetzt werden( gibt es die überhaupt noch ? ).

MfG, H. Geckler

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