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Beachtung der DIN / VDE ???

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Eingestellt 30, Nov 2014 in Photovoltaik von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin, moin,

 

in letzter Zeit sehe ich bei "Kunden" immer öfter relativ neue Anlagen, wo die VDE-AR-E 2100-712 dem Installateur scheinbar vollkommen unbekannt war. Also ich rede hier speziell von "kleinen" EFH-Anlagen, wo die Eigentümer doch irgendwie ein "Gschmäckle bei der Installation" hatten und nun doch eine "Prüfung" möchten.

Auch muß ich feststellen, daß Dokumentationen -auch bei neueren Anlagen- wieder "leiden". Oftmals passt die Zeichnung des Modulfeldes nicht einmal zur Realität. Messwerte (sofern denn überhaupt angegeben) können unmöglich zur dargestellten Verstringung passen (und das ist schließlich auch in der DIN EN 62446 (VDE 0126-23) klar geregelt).

Gibt es Kollegen mit ähnlichen Erfahrungen? Gibt es einen einfachen / preiswerten Weg, dem betroffenen Eigentümer schnell zu helfen?

mfg   tugu
   

2 Antworten

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Beantwortet 30, Nov 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Bearbeitet 30, Nov 2014 von Geckler, Heinz
Hallo Herr Tuguntke,

Ihre Feststellungen sind sicher korrekt. Ich denke, dass wir hier mit ganz unterschiedlichen Problemen konforntiert sind:

1.) Die laut Norm geforderten Messungen können meiner Meinung nach von den wenigsten Installateuren von PV-Anlagen überhaupt durchgeführt werden. Ich selbst habe auch erst seit ca. 2 Jahren ein Kennlinienmessgerät und habe mich davor auf die Messung der Leerlaufspannungen und der MPP-Spannungen beschränkt. Selbst die Messung der Kurzschluss-Stromes ist mit üblichen Messgeräten nicht möglich ohne Schäden zu verursachen.

2.) Mir ist es vor allem genau bei den von Ihnen angesprochenen "kleinen Anlagen" mehrfach vorgekommen, dass die Kunden noch während der Montage aus rein optischen Gründen eine geänderte Modulanordnung gewünscht hatten. In diesem Fall wird sicher der eine oder andere Monteur die aus der ursprünglichen Planung stammdenen Dokumentation nicht mehr ändern.

3.) Zur Verstringung musste ich bereits mehrfach feststellen, dass z.B. Verschaltungen aus PV-Sol ohne Überprüfung übernommen wurden, bei denen teilweise nicht einmal die Startspannung des Wechselrichters erreicht wurde.

4.) Besonders zu den Vorgaben zur brandgeschützten Verlegung der DC-Leitungen / alternativ der Abschaltung der DC-Leitungen im Gebäude scheint sehr wenig Wissen vorhanden zu sein.

5.) Zu den "Messwerten" kann ich auch in der normalen Elektroinstallation ein Lied singen. Wenn man die Protokolle ansieht, die auch bei einer normalen Elektroinstallation gefordert werden, kommt der Verdacht auf, dass ein Teil der "Messprotokolle" am Schreibtisch entstanden sind, ohne dass der Ersteller jemals die Baustelle gesehen hat.

Die Überprüfung der Verstringung und die nötige Dokumentation sollte eigentlich kein Problem sein. An Hand der Datenblätter der Module kann die Anzahl der Module im String relativ einfach ermittelt werden. Schwieriger wird es, wenn die Lage des Strings in einem Modulfeld ermittelt werden soll. Das wäre vermutlich am einfachsten mit Thermografie zu ermitteln, indem einzelne Strings abgeklemmt oder kurzgeschlossen werden und dann das Modulfeld betrachtet wird.
Kommentiert 5, Dez 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin Herr Geckler,

jedes Programm ist nur so gut, wie derjenige, der es bedient.

Ich habe letztlich eine Dokumentation bekommen, da hat der Großhändler einen Dimensionierung mit x Modulen pro String geplant, der Installateur mit 2 Modulen / String weniger (sehr sonderbar, dadurch hatte er mehr Strings = mehr Leitungen. Allerdings ging bei der Installateursplanung die Stringspannung bei 60° Modultemperatur um 5 V unter die Startspannung des montierten WR. Beim WR gem. Planung hätte es noch so geklappt, allerdings hätte die Planung des GH's einen wesentlich besseren Spannungsbereich gehabt.

Da ich die Anlage noch nicht direkt gesehen habe, hat mir der Landwirt mal die Menge der DC-Adern, welche in die WR gehen abgezählt. Demnach sind wirklich die kürzeren Strings installiert worden.

mfg  tugu
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Beantwortet 5, Dez 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Anscheinend bin ich der Einzige, der solche "Probleme" feststellt.

Das müßte ja dann bedeuten, daß die Firmen hier im Bereich mehr "schluren" als in anderen Regionen.

 

lg  tugu
Kommentiert 6, Dez 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Guten Morgen Herr Tuguntke,
ich glaube nicht, dass in Ihrem Bereich die Firmen mehr "schluren" als in anderen Regionen. Wir müssen uns eigentlich darüber freuen, dass bei der Vielzahl an installierten PV-Anlagen nicht viel mehr und vor allem gravierende Fehler auftreten. Das wird sich bestimmt mit zunehmendem Alter der Anlagen ändern. Vor allem bei den Anlagen, die in der absoluten Boom-Zeit von jedem aufs Dach geschraubt wurden, der sich dort noch auf den Beinen halten konnte. Diese Anlagen sind ja derzeit erst ein paar Jahre alt. Hier wird sicher auch einige Arbeit auf uns Installateure zur Ertüchtigung bestehender Anlagen zukommen.
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