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Wie wird bei den Megaphotovoltaik-Projekten in der Wüste der Strom zum Verbraucher transportiert?

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Eingestellt 7, Mär 2014 in Photovoltaik von Anonym
Und wie groß ist der Aufwand des Stromtransports im Verlgleich zum eigentlichen PV-Projekt? Wo wird dieser Strom dann in der Regel verbraucht?
   

3 Antworten

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Beantwortet 8, Mär 2014 von Schmidt-Gütter (284 Punkte)

Mega-Photovoltaik-Projekte in der Wüste sind mir auch nicht bekannt - obwohl es offenbar einige kleinere Anlagen dieser Art dort gibt.

Der Grund dafür ist einfach: Solar-thermische Kraftwerke sind dort im Allgemeinen preiswerter zu bauen. beispielsweise diese Anlage hier: http://www.helmholtz.de/forschung/energie/aktuelle_einblicke/archiv/sonnenstrom_aus_der_wueste/  .

Diese Technik funktioniert in Wüstenregionen schon seit ca. 20 Jahren - und ist mittlerweile einigermaßen ausgereift. Dass das DESERTEC-Projekt dennoch geplatzt ist, dürfte andere Gründe haben. Links dazu:

Bleibt die Frage nach dem Transport.

Zum Aufwand in der Dimension "Kosten" kann ich hier leider nicht viel beisteuern - aber sie dürften erheblich sein.

Abschätzen kann man jedoch die Übertragungsverluste. Diese betragen je nach Technologie 3-8 Prozent je 1000 km, wobei die "effizienteren" Technologien wie z.B. HGÜ leider durch höhere Konverterverluste "ergänzt" werden. Bei  Entfernungen von einigen 1000 km hat aber HGÜ eindeutig "die Nase vorn".  -  Leider kommt bei 3000 - 6000 km Entfernung inklusive Konverterverluste (werden meist unterschlagen!) trotzdem nur gut die Hälfte bis 2/3 der eingespeisten Energie an.

In Anbetracht solch hoher Verluste würde ich  -für Mitteleuropa bestimmten-  Sonnenstrom aus z.B. afrikanischen Wüsten eher für die Umwandlung in Methanol oder Methan favorisieren, um damit hierzulande den Winter und andere energieschwache Zeiten zu überbrücken. Also ein bischen anders als man sich das in diesem Artikel zum Speicherproblem vorstellt - der übrigens dennoch sehr lesenswert ist.

 

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Beantwortet 7, Mär 2014 von Erhard Renz (699 Punkte)
Diese Projekte gibt es bis heute nach meiner Kenntnis nicht!
Geplant wurde viel aber realisiert noch keine dieser Anlagen.
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Beantwortet 10, Nov 2014 von Paul van Son (46 Punkte)
Die Antwort ist nicht so schwierig. Monentan gibt es in MENA noch keine 'Gigantische PV Anlagen' am Netz. Jedoch werden mehrere Anlagen über z.B. 50MW geplant. Algerien (Sonelgaz) baut z.B. momentan einen Cluster von 300 MW PV. Die Anlagen speissen ganz normal ins Transportnetz ein. Die Leistung wird vom System in Allgemeinen gut aufgenommen, obwohl Netzbetreiber nicht sehr über PV Leistung begeistert sind. In den nächsten Jahren werden in vielen MENA Länder grössere PV Anlagen geplant. In den meisten Fällen werden de Transportnetze dazu verstärkt. Jedenfalls achtet man darauf das der Erzeugungsmix ausgewogen ist (Gas, Wind, PV, CSP, Wasserkracht (in Marokko), Abnahme inkl. Load Management usw.).

Übrigens der Gedanke 'das Wüstenstrom zwangsläufig nach Europa transportiert werden soll, weil in MENA keine Menschen wohnen' ist natürlich absurd. Vorläufig wächst der Verbrauch in MENA (heute über 350 Mln Menschen) rasant. Es wird in der Region noch lange Engpässe geben.

Gruss, Paul van Son

PS für den Interessenten empfehle ich einen Blick auf die MENA Projektmappe der Dii www.dii-eumena.com. Hier sind alle bekannte RE Anlagen in MENA aufgeführt
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