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Selbstverbrennung durch Kohle?

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Eingestellt 6, Nov 2015 in Energiewende von Franz Alt (1,830 Punkte)

Deutschland tut sich schwer damit, aus der Kohlekraft auszusteigen, obwohl der Ausstieg unvermeidlich ist.

Erst schlägt der Wirtschaftsminister eine Klimaabgabe für die dreckigsten Braunkohlekraftwerke vor – und scheitert an der Kohlelobby. Dann fordert die Umweltministerin den Kohleausstieg und wird von ihrer eigenen Partei daran gehindert. Schließlich sagt die Kanzlerin auf dem G7-Gipfel gleich allen fossilen Energieträgern durch „Dekarbonisierung“ den Kampf an, unterliegt aber mit dieser Idee im eigenen Kabinett.

Zwar bleiben alle Ankündigungen noch Theorie, aber allein die Ankündigungen sind Gift für die alte Kohlewirtschaft. Deshalb sind die Aktien von RWE und E.on seit langem auf dem Sinkflug, deshalb findet Vattenfall keine Abnehmer für seine Braunkohlekraftwerke und deshalb ziehen Inverstoren auf der ganzen Welt viele Milliarden Dollar und Euro aus dem Kohlegeschäft zurück.

Österreich geht wieder mal voran und hat jetzt beschlossen, komplett und rasch auf die Kohlekraft zu verzichten. Atomkraftwerke wurden bei unseren südöstlichen Nachbarn dank der Aufmerksamkeit des Volkes nie gebaut. Und das eine AKW in Zwentendorf, das gebaut war, musste durch Volksentscheid wieder abgerissen werden, bevor es ans Netz ging.

Jetzt hat der niederösterreichische Energieversorger EVN beschlossen, bis 2025 sein Kohlekraftwerk Dürnrohr an der Donau abzuschalten. Auch der Anbieter „Energie“ in Oberösterreich will bald keinen Kohlestrom mehr erzeugen, meldet dpa. Somit wird die Alpenrepublik schon mittelfristig – wohl bis 2025 - ohne Kohlekraft auskommen.

Das sind gute Meldungen fürs Klima, das im Jahr 2015 wohl einen neuen Hitzerekord erreichen wird. Noch kann der Selbstmord durch Selbstverbrennung gestoppt werden, wenn andere Länder bald dem österreichischen Beispiel folgen. Der Klimagipfel in  Paris in drei Wochen wird hoffentlich weitere Signale zum Kohleausstieg senden.

Das alles bedeutet Unsicherheit für Kohle-Investoren. Und Unsicherheit ist das wirksamste Gift für neue Investitionen. Das weiß niemand besser als kluge Investoren. Also: Rascher Umstieg auf Sonne und Wind und raus aus der Kohle, heißt die Devise jetzt. Gestalten statt weiter verschleppen, ist gefragt. Nur dann werden Strukturbrüche vermieden. Die alten Konzerne sind dies ihren vielen Mitarbeitern schuldig.

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