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70% Eigenverbrauch mit Photovoltaik Anlage, nur durch dreiphasige anstatt einphasige Aufschaltung ?

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Eingestellt 11, Jul 2015 in Photovoltaik von damitz

Sehr geehrte Damen und Herren,

in meinem gestrigen Verkaufsgespräch wurde mir ein Eigenverbrauch von circa 70% in Aussicht gestellt.

Wir reden hier über eine 4.08 KW Anlage mit Südausrichtung für einen vier Personenhaushalt.

1 Hausfrau, zwei Grundschulkinder und dem komischen Mann der abends das Geld mitbringt.

Mein Einwand  war und ist, dass alle die ich gefragt habe und was ich im Internet gelesen habe, nur

einen Eigenverbrauch von circa (30 bis 35)% erzielen.

Das Argument war eine dreiphasige Nutzung der selbst erzeugten Solarenergie, im Gegensatz zu vielenalten Anlagen welche nur eine Phase für den Eigenverbrauch nutzen und den Rest einspeisen.
Dies soll u.a. durch ein SMA energy meter "passieren".  Nachdem ich mir die Beschreibung dieses Gerätes durchlesen habe ist das aber für mich nur ein Spannungs/Strom Messer.

Es sollen also circa 70% durchschnittlicher Jahreseigenverbrauch ohne Speicher oder intelligente Verbrauchersteuerung, sondern nur mit der beschriebenen drei- anstatt Einphasennutzung erzielt werden.

Ich bin, wie Sie sicherlich an meinen Ausführungen gemerkt haben Laie auf diesem Gebiet.

Gibt es diese "dreiphasige Eigennutzung" ? Und warum machen das dann jetzt nicht alle so ?


mit freundlichen Grüßen

Martin Damitz





   
Kommentiert 1, Aug 2015 von Jürgen Eiselt (128 Punkte)
Ein Aspekt ist noch nicht berücksichtigt worden. Bei einer Ein-Phasen-Auslegung kann besipielsweise eine Kochplatte mit Dreiphasenanschluss nicht bedient werden. Diese zieht trotz Photovoltaik bei einem Einphasenanschluß Strom aus dem öffentlichen Netz. Das ist besonders bei Balkonkraftwerken und deren Steuerung von Bedeutung.
Ähnlich wie meine Kollegen vorher sehe ich es allerdings nicht als ausschlaggebend an, dass Einsparungen allein durch die Phasentechnik erreicht werden.
Wir projektieren grundsätzlich nur mit Speicher. Bei jeder Alternative ohne Speicher wird die 30%-Marke nur selten und dann gering überschritten.  Mit Speicher sind 70%-Marken teilweise schon unterer Rand.
Daher vermute ich, dass der Verkäufer ggf. mit und ohne Speicher verwechselt und das Problem mit dem elektrischen Herd falsch zugeordnet hat. Absicht mag ich nicht unterstellen.

3 Antworten

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Beantwortet 13, Jul 2015 von Martin Schorlies (940 Punkte)

Hallo Herr Damitz, 

entweder haben Sie einen so hohen kontinuierlichen Verbrauch (von ca 3000 W tagsüber), dann wären 70% durchaus möglich. Allerdings unterstelle ich Ihnen, dass Sie eher einen normalen Strombedarf und Nutzverhalten haben, dass sie ohne Speicher auf die üblichen 30% kommen. Das hat auch nichts damit zu tun ob Sie ein- oder dreiphasig Einspeisen.

70% Eigenverbrauch sind erreichbar wenn Verbraucher wie Wasch und Spülmaschine durch das System gesteuert werden, sofern diese mehrmals täglich laufen...

 Scheinbar konnte Ihr "Berater" Ihnen nicht den richtigen Inhalt vermitteln oder hat selber diverse Werbebroschüren mit gefährlichem Halbwissen interpretiert...

Allerdings konnte ich in letzter Zeit wieder so einige Angebote lesen, bei denen die Prognose über Selbstaufbrauch sehr überhöht ausfallen.

MfG

Martin Schorlies


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Beantwortet 14, Jul 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Herr Damitz,

derjenige, der Ihnen die Information von der Eigenverbrauchserhöhung durch dreiphasige Einspeisung "verkaufen" möchte kann von Elektrotechnik nicht viel Ahnung haben. Fakt ist, dass bei uns grundsätzlich so genannte "saldierende Zähler" als 2-Richtungs-Zähler eingebaut werden. Das bedeutet, dass es für die Eigenverbrauchsquote komplett egal ist ob Sie einphasig oder dreiphasig einspeisen. Der Zähler bildet immer eine Summe aus den Strömen der 3 Phasen und stellt  entsprechend dem Ergebnis entweder Einspeisung oder Bezug fest. Auf den jeweils zugehörigen Zählwerk werden dann entweder die Einspeisung oder der Bezug angezeigt.

Sie können sich das am einfachsten mit einem Vergleich vorstellen, den ich bei dieser Frage immer anstelle. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Wasserfass. in dieses Fass fliessen einmal 30 Liter pro Minute aus einem Rohr. Im anderen Fall haben Sie ein Fass in das 3 x jeweils 10 Liter aus insgesamt 3 Rohren fliessen, also wieder 30 Liter pro Minute. Ihr "Fachmann unterstellt jetzt, dass sich die Füllstände dieser 2 Fässer unterscheiden.

Jetzt kommte es nur noch darauf an, wie viel Wasser Sie aus diesem Fass entnehmen. Entnehmen Sie mehr als 30 Liter pro Minute, dann muss zusätzlich aus dem Leitungsnetz nachgefüllt werden ( in unserem Falle dann Strombezug ). Wenn weniger wie 30 Liter Wasser pro Minute entnommen werden fliesst der Überschuss durch den Überlauf ins Leitungsnetz ( in unserem Falle dann Überschuss-Einspeisung ).

Ich hoffe, dass dieser Vergleich das Prinzip des saldierenden Zählers für den Laien nachvollziehbar erläutert hat.

Mit sonnigen Grüßen

Heinz Geckler

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Beantwortet 13, Jul 2015 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)

Moin, moin,


wie Herr Schorlies schon schreibt, ist es normalerweise völlig "Schnuppe" ob Sie ein- oder dreiphasig erzeugen / einspeisen.

Ich überwache eine Anlage von 100 kWp auf einem Gewerbebetrieb, der zwischen 07:00 und 20:00 einen fast konstanten Energiebedarf von 250 kW hat.

Bedingt durch Pausen und Wochenenden kommt die Firma auf durchsschittlich 72% Selbstverbrauch.

Ob und wenn welche Gründe für einen derartigen Eigenverbrauchsanteil bei Ihnen vorliegen, kann ich nicht beurteilen.
Aber es wird exakt so sein, wie bereits von Herrn Schorlies beschrieben.

Ob es sich um eine Missverständnis oder eine gezielte Fehlinformation handelt, möchte ich so nicht bewerten.

-- Übrigens würde ich Ihnen in unserer Gegend von einem Speicher (in Anbetracht der Anlagengröße) abraten.--


mfg  tugu

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