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Informationen zu negativen Strompreisen

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Eingestellt 17, Jan 2015 in Energiewende von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Kann mir eventuell jemand sagen, wo es Infromationen zu den negativen Strompreisen gibt. Mich würde vor allem interessieren, wann die Zeiten der negativen Strompreise waren. Mich würde es nämlich nicht wundern, wenn wir gleichzeitig negative Strompreise und Sperrzeiten z.B. für Wärmepumpen, Speicherheizungen oder Brauchwasserspeicher hätten. Dann sollte schnellstens nach Lösungen gesucht werden, den Strom zuerst bei uns zu verbrauchen, bevor zu negativen Preisen exportiert wird.

Heinz Geckler

   

2 Antworten

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Beantwortet 17, Jan 2015 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Bearbeitet 17, Jan 2015 von Martin Werner

Negative Strompreise gibt es, aber es scheint kein sehr häufige Phänomen zu sein.
Zitat aus Wikipedia: "Im ersten Halbjahr 2013 traten in 36 Stunden negative Strompreise auf (von 4380 Stunden insgesamt). In diesen Stunden wurden 778 GWh elektrischer Energie exportiert, darunter 176 GWh zu negativen Preisen. Der Wert des insgesamt gehandelten Stroms mit negativen Preisen lag bei minus 12,6 Millionen Euro. Der exportiere Strom hatte einen Wert von minus 2,2 Millionen Euro" Diese Angaben stammen aus einer Studie des Fraunhofer ISE: http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/aktuelles/kohleverstromung-zu-zeiten-niedriger-boersenstrompreise.pdf

Als typisches Beispiel für negative Preise wird ein Sonntag-Nachmittag mit hoher PV-Produktion angegeben.

Trotzdem ist natürlich auch der Export von "billigem", dreckigem Kohle- und Braunkohletrom alles andere als wünschenswert..

EDIT:

Habe gerade nochmal bei ISE nachgeschaut: Es gibt noch aktuelle Daten von Januar bis November 2014, wo alle "Negativ-Preis-Ereignisse" erkennbar sind und auch kommentiert werden. Sehr gute Darstellung:
http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/folien-electricity-spot-prices-and-production-data-in-germany-2014-engl.pdf

Martin Werner

Kommentiert 18, Jan 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Guten Tag Herr Werner,
wie Sie richtig feststellen ist das Phänomen derzeit noch nicht sehr häufig. Laut einer Studie der Agora Energiewende wird jedoch vorhergesagt, dass dieses Phänomen bis im Jahr 2022 an ca. 1.000 Stunden pro Jahr auftreten könnte:

http://www.agora-energiewende.de/themen/strommarkt-versorgungssicherheit/detailansicht/article/negative-strompreise-werden-haeufiger/

Deswegen bin ich der Meinung, dass wir uns frühzeitig mit Lösungsansätzen befassen sollten, um dieses Phänomen im Interesse der Deutschen Verbraucher zu lösen, die ja im Endeffekt die Kosten tragen müssen.
Ich habe z.B. meine selbst entwickelte Hard- und Software so erweitert, dass bei einem weiter verbreiteten Einsatz unseres Systemes die Energieversorger über einen Schaltkontakt oder über ein Signal das Online zur Verfügung gestellt wird die installierten Wärmepumpen einschalten und durch eine Anhebung der Sollwerte auch zum Anlaufen veranlassen können. So kann ohne all zu großen Aufwand ein "virtueller Großverbraucher" zugeschaltet werden um Überschüsse im Netz sinnvoll zu verwenden.
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Beantwortet 18, Jan 2015 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin, moin,

hier mal kurz meine Meinung: Wenn es politisch gewollt wäre, ............
Mein simpler Lösungsansatz: JEDER darf mittels intelligenter Zähler am Strommarkt teilnehmen.

Gedankenspiel dazu: Ich wohne in einer Eigentumswohnung mit 17 anderen Parteien. Jede Wohnung hat einen großen Kellerraum. Was würde (technisch) dagegen sprechen, einen Batteriespeicher in meinen Keller zu stellen und den mittels Preisvorgaben "intelligent" zu laden und zu entladen.
D.h. JEDER Marktteilnehmer kann an den schwankenden Marktpreisen partizipieren.

Den Marktgesetzen entsprechend sind aktuell die Systemkosten recht hoch, aber auch die Strompreisschwankungen.

Sobald sich das System am Markt verbreitet, wird es preiswerter, gleichzeitig wird die Strompreisschwankung geringer werden, wenn mehr "Teilnehmer" billigen Strom kaufen, um ihn teuer wieder zu verkaufen.

Je nachdem wie schnell die Ausbreitung stattfindet (also wie hoch die mögliche Gewinnmarge ist), haben wir ein dezentrales bundesweites Speichersystem, welches dann (wenn kaum noch Strompreisschwankungen stattfinden) billigen alternativen Strom speichert und den zu Bedarfszeiten ins (Haus-)Netz abgibt.

Es ist  ALLES eine Frage des politischen WILLENS.

mfg  tugu
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