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Die Bedeutung von Eigenverbrauchssystemen mit dezentralen Speichern für Energiewende und Netzausbau

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Eingestellt 18, Nov 2014 in Energiewende von Volker Quaschning (644 Punkte)
Mit dem EEG 2.0 hat die Regierung Klimaschutz und Förderung von Zukunftstechnologien aufgegeben.
 
Die Zielkorridore für die PV müssen dringend auf 10 GW/a (brutto) angehoben werden.
 
Nur durch dezentrale PV-Systeme mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und Elektroautos kann eine zeitnahe Integration
von PV-Leistungen über 200 GW gelingen. 
 
Helfen Sie mit, eine sinnvolle Energiepolitik durchzusetzen und die technischen Lösungen dazu zu liefern!
Unsere Kinder werden es uns danken.
 
 

 

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2 Antworten

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Beantwortet 18, Nov 2014 von Christian Höhle (217 Punkte)

Völlig richtig, Herr Quaschning!

 

Die Frage ist nur, wie man dies hinbekommt. Zumal heute durch die AusgleichsMechV ein Regelwerk existiert, das bei steigendem EE-Anteil den Haushaltsstrom verteuert, während die Vorteile zu den Energiekonzernen und der Industrie transportiert werden:

  1. Durch den EE-Strom (Merit Order) profitieren die Großabnehmer an der Börse von niedrigen Strompreisen - teure Kraftwerke werden verdrängt, Strom an der Börse wird insgesamt billiger. Zeitversetzt orientiert sich auch der Terminmarkt an den geringeren Börsenpreisen.
     
  2. Der (oft sogar Umlagebefreiten) Industrie wird das durch niedrige Stromtarife weiter gegeben.
     
  3. Die Verbraucher (im Wesentlichen Bürger und Mittelstand) zahlen das durch die EEG Umlage, denn diese errechnet sich aus den reinen Förderkosten abzüglich der Börsenerlöse (und die werden ja gerade durch die erneuerbaren immer geringer). Gleichzeitig steigen aber die Haushaltsstromtarife.

Ein Szenario mit großem EE-Anteil ist aus meiner Sicht nur mit einem völlig neuen Strommarkt Design möglich, das die Erneuerbaren Energien im Zentrum haben muss. Leider scheint es daran im Moment weder in Politik noch in der Wirtschaft Interesse zu geben.

 

Sonnige Grüße,

Christian Höhle

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Beantwortet 22, Nov 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Herr Quaschning,

ich bin, genau so wie Sie, von unserer Politik enttäuscht. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir jetzt um so mehr anfangen sollten die Energiewende von unten her zu gestalten. Es wird höchste Zeit neue Ansätze und Lösungen zu entwickeln. Ich bin dazu derzeit dabei gemeinsam mit meinen Söhnen eine neue Firma zu Gründen, die sich gezielt mit der Entwicklung von Konzepten und Produkten zur Einsparung von Energiekosten beschäftigt. Hier nur einer unserer Ansätze:

Ich bin als Elektroinstallateur, Gebäudeenergieberater und zertifizierter Spezialist für Wärmepumpensysteme dabei den Energieverbrauch im Gebäude komplexer anzugehen. Ich bin unter anderem Mitglied im Expertenkreis Wärmepumpe am FV-EIT-BW und habe im Rahmen unserer letzten Tagung ein Referat zu diesem Thema gehalten. Meine Erfahrung im eigenen Gebäude hat ein komplettes Umdenken bei mir zur Folge gehabt.

Bisher war bei der Bewertung der Qualität eines Wärmepumpensystemes ausschliesslich die Jahresarbeitszahl das beurteilte Kriterium. Aus diesem Grund habe ich zum Beispiel für unser eigenes Wärmepumpensystem keine Förderung der KfW bzw. BAFA erhalten, weil unser System "nach Norm" nicht die erforderlichen Arbeitszahlen bringt. Trotzdem schaffen wir es im Ergebnis vermutlich dieses Jahr im unsanierten Altbau Bj. ca. 1960 mit 176m² Wohnfläche und 5 erwachsenen Bewohnern  auf gesamte Energiekosten in Höhe von deutlich unter 2.000,00 Euro für Heizung, Warmwasserbereitung und Allgemeinstrom zu kommen. Weitere Optimierungen werden in der aktuellen Heizperiode durchgeführt.

In meinem Konzept gehe ich dabei ganz gezielt so vor, dass die Arbeitszahl der Wärmepumpe für mich zweitrangig ist. Ich versuche durch entsprechende Parametrierung ( in diesem Bereich setzt unsere erste Neuentwicklung an ) möglicht lange Laufzeiten in den Zeiten zu erreichen, wenn PV-Strom von der eigenen PV-Anlage auf dem Dach zur Verfügung steht. Ich nehme also wegen der dadurch höheren Vorlauftemperaturen eine schlechtere Arbeitszahl in Kauf, nutze aber anteilig deutlich mehr Strom vom eigenen Dach, der nur die Hälfte kostet ( verlorene Vergütung ) und so auch noch das Netz entlastet. Detailliertere Infos gerne hier:

http://www.geckler.de/scripts/show.aspx?content=/info/aktuelles/news_04

Der nächste logische Schritt wäre jetzt eigentlich ein Speichersystem. Mit einer Nutzkapazität von ca. 10 kWh könnten wir von April bis Oktober nahezu autark werden, was unsere Verbrauchsanalysen dieses Jahr ergeben haben. Leider ist aber diese Investition derzeit auf Grund unserer anderen Entwicklungen nicht möglich.
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