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Dringlichkeit und Probleme der Energiewende

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Eingestellt 7, Okt 2014 in Energiewende von Stephan Günther (44 Punkte)
Energieheld im Interview mit Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning
   

1 Antwort

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Beantwortet 7, Okt 2014 von Volker Quaschning (644 Punkte)

energieheld: Fangen wir am besten gleich an. Sie sind genau wie wir der Meinung, dass die Energieversorgung in Deutschland möglichst vollständig durch Erneuerbare Energien gedeckt werden sollte. Worin sehen Sie das Hauptproblem einer Energieversorgung aus fossilen Rohstoffen bzw. durch Kernenergie? Wie dringend ist die Energiewende?

Volker Quaschning: Europas Energieversorgung basiert zu großen Teilen auf Energieimporten. Allein Deutschland importiert fossile Energieträger für über 90 Milliarden Euro pro Jahr. Dadurch entstehen enorme politische Abhängigkeiten. Unsere Volkswirtschaft wird dadurch immer verwundbarer. Außerdem nimmt der weltweite Klimawandel immer bedrohliche Formen an. Ziehen wir hier nicht die Notbremse, droht bis Ende des Jahrhunderts eine globale Erwärmung um 4 bis 5 Grad Celsius, bis 2300 sogar um bis zu 12 Grad Celsius. Die Folgen für künftige Generationen wären katastrophal. Dass die Kernenergie keine Alternative ist, hat das Reaktorunglück von Fukushima gezeigt. Nur mit dem schnellen Aufbau einer vollständig erneuerbaren Energieversorgung können wir die schlimmsten Folgen noch abwenden.

energieheldWas glauben Sie, bis wann könnte theoretisch eine Energieversorgung Deutschlands aus hundert Prozent erneuerbaren Energien realisierbar sein? Und wie lange wird es wohl tatsächlich dauern, bis wir die Energiewende gänzlich erreicht haben?

Volker Quaschning: Technisch und ökonomisch wäre das bis spätestens 2040 zu erreichen. Und wenn wir irgendein Verantwortungsgefühl gegenüber den folgenden Generationen haben, werden wir das auch bis dahin umsetzen.

energieheldIn Ihrem Buch „Regenerative Energiesysteme: Technologie – Berechnung – Simulation“ erläutern Sie unter Anderem die Entwicklung des Energiebedarfs in Deutschland. Darin schreiben Sie, ich darf zitieren:
„Die stark steigenden Gas- und Ölpreise und das gewachsene öffentliche Interesse für Klimaschutz ermöglichen nach der Jahrhundertwende neue Perspektiven bei der Energieversorgung. Der Umbau der Energieversorgung ist jedoch beschwerlich und wird an vielen Stellen immer noch unnötig erschwert.“
Worin liegen diese unnötigen Erschwerungen Ihrer Meinung nach?

Volker Quaschning: Die Nutzung fossiler Energieträger wird weltweit mit 500 Milliarden US Dollar jährlich subventioniert. Viele leben derzeit sehr gut von der Ausbeutung und Nutzung fossiler Rohstoffe. In Deutschland sind es vor allem die Verfechter der Kohlenutzung, die auf die Bremse treten. Würde man alle Umweltfolgekosten auf die Energiepreise draufschlagen, wären heute erneuerbare Energien bereits ohne Konkurrenz. Diese Wettbewerbsverzerrungen gilt es, so schnell wie möglich abzubauen, damit die erneuerbaren Energien ihrem Potenzial entsprechend auch genutzt werden.

energieheld Wenn Sie entscheiden müssten: Würden Sie den Fokus eher auf eine Reduktion des Energieverbrauchs oder eine Umstellung der Energieerzeugung/-gewinnung legen.

Volker Quaschning: Hier ist die Frage nicht entweder oder. Wir brauchen beides. Eine vollständig erneuerbare Energieversorgung kann zumindest in den Industrieländern nicht ohne eine gleichzeitige Steigerung der Effizienz gelingen.

Lesen Sie das gesamte Interview hier: http://www.energieheld.de/blog/interview-prof-dr-ing-habil-volker-quaschning-2/

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