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Was gibt es Neues im Bereich Batteriespeicher auf der intersolar 2014?

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Eingestellt 5, Jun 2014 in Photovoltaik von Martin Werner (2,069 Punkte)
   

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Beantwortet 5, Jun 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)

Bei meinem Besuch auf der diesjährigen intersolar standen die Batteriespeicher im Mittelpunkt meines Interesses. Zuletzt war ich 2012 auf der intersolar, und ich war gespannt, wie sich dieser Sektor entwickelt hat. Schon dass diese in einem eigenen Ausstellungsbereich, der "ees" (electrical  energy storage) zusammengefasst war , lies erwarten, dass sich da einiges getan hat. Praktisch alle relevanten Aussteller haben ihren Stand in Halle B1, so dass man keine großen Wege bewältigen muss, wenn man sich auf die Speicher konzentriert. Außerdem kommt man immer mal wieder am Stand von top50-solar vorbeismiley, um mal mit Ivonne, Nicole oder Martin ein Pläuschchen zu halten oder interessante Leute anzutreffen.

45 Aussteller standen auf meiner Favoritenliste, die ich anhand der super intersolar-App erstellt hatte. Dabei waren acht, die ich noch vom letzten mal in Erinnerung hatte. Erstaunlich fand ich, dass diese relativ wenig wirklich Neues zeigten. Kleine Verbesserungen  da oder dort, neue Baugrößen,  weniger wirkliche Neuerungen. Bei den neu aufgetauchten Herstellern gab es eher neue technische Konzepte, z.B. Speicheranlagen, bei denen sowohl DC als auch AC eingespeist werden kann, teilweise auch parallel. Also z.B. PV DC-seitig und BHKW oder Kleinwindkraftanlage AC-seitig. Deutlich mehr Inselsysteme und solche mit Inselfähigkeit bei Netzausfall kann man finden.

Die Batterietechnik konzentriert sich immer mehr auf LiFePO4, oder LiTitanat, die eigensicheren Varianten der Lithium-Batterien. Bleisysteme findet man nur noch bei den „Preisbrechern“. 

Erschüttert hat mich bei manchen Firmen die Ahnungslosigkeit des Standpersonals. Manche kannten die Rahmenbedingungen für die KfW-Förderung nicht (auch für meine Anlagen mit Inbetriebnahme 10/2012 wurde mir dies angepriesen und mein Einwand, dass diese nur für Anlagen mit Inbetriebnahme ab 1.1.13 gilt, zunächst nicht geglaubt). Andere erzählten mir Storys vom Pferd über die Batteriechemie oder wussten gar nicht welches System sie genau verwenden. Erst der Chinese im Hintergrund konnte dann etwas spezifischere Auskunft geben.

Leider ist das Preisniveau gegenüber 2012 (soweit ich es ermitteln konnte) im Wesentlichen nicht gesunken. Das finde ich eigentlich schon erstaunlich. Beim BSW erfuhr ich, dass im letzten Jahr 10.000 Anlagen installiert worden seien. Erstaunlich dagegen der Preis des Mitsubishi  MiEV, der mit einem Lithium-Speicher von 16 kWh unter 20.000 € netto / 23.790 € brutto  angeboten wird, billiger als jeder Speicher in derselben Größe. Da fragt man sich schon, wie man von den Speichersystem-Anbietern abgezockt wird, wo ein 5,1 kWh-Volkspeicher mit etwa der Hälfte zu Buche schlägt, ganz ohne Sitze, Motor, Räder und Karosserie  blush. Ausserdem soll der MiEV zukünftig bidirektional speichern können, also auch wieder Strom ins Hausnetz zurückspeisenn können, dann wirds aber eng für die Speichersystemleute.

Kommentiert 5, Jun 2014 von Klaus Hying (930 Punkte)
Hallo Herr Werner,

das viele beim Standpersonal wenig Technisches zu ihren ausgestellten Speichersystemen sagen konnten, ist mir 2013 auf der Intersolar auch schon unangenehm aufgefallen. Ich hatte gehofft, dass sich das inzwischen gebessert hat, weil damals viele der Systeme gerade erst auf dem Markt gekommen sind oder die Markteinführung nur angekündigt war.

Ich werde mir morgen selbst einen Eindruck verschaffen können.

Die im Vergleich zum EV Markt um ein Vielfaches höheren Speicherpreise für PV Speichersysteme sind ärgerlich. Ich hätte auch erwartet, dass der Wettbewerbsdruck stärker ist und schneller zu Preissenkungen führt.

Andererseits kann ich verstehen, dass hohe Entwicklungskosten bisher nur auf kleine Stückzahlen umgelegt werden konnten, was die Preise hochtreibt.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz, da sich die Speichersysteme bei aktuellen Preisen oft noch nicht rechnen und die Stückzahlen niedrig bleiben.

Ich bin aber sicher, dass da noch viel Bewegung in den Markt kommen wird.

Oder sollte man sich vielleicht doch ein EV als PV-Speicher (mit Sitzen, Motor, Räder und Karosserie) in die Garage stellen und bei Bedarf den Speicher und sich selbst spazieren fahren? :-)
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