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Wie schafft es der Batteriespeicher der Firma Fenecon ohne Netzanschluss auszukommen?

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Eingestellt 3, Jul 2014 in Energiewende von Anonym
Und wie kann man dann trotzdem noch Strom aus dem Netz zukaufen?
   

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Beantwortet 3, Jul 2014 von Erik Liebert (454 Punkte)
Man kann es auf deren Seite nicht so recht erkennen aber ich denke es ist eine USV Lösung. Bei der USV
(unterbrechungsfreie Stromversorgung), welche wir ja oft im Computerbereich finden, wird innerhalb kürzester Zeit bei Netzausfall auf Batterie umgeschaltet.

Nun gibt es diverse (zumeist) chinesiche USV Lösungen oder Wechselrichter aus der USV Branche, die sich dies zu nutzen machen und an die USV als weiteren Eingang neben der Batterie die PV Anlage anflanschen. Bzw. die für Länder mit einem weniger stabilen Netz gedacht sind und als Eingangsquelle Generatoren, Netz und PV haben.

Dieser Wechselrichter ( besser USV) wird ( wahrscheinlich) direkt nach dem Stromzähler gesetzt und dient sozusagen als Stromversorgungszentrale Inselnetz.

Entweder der Hausstrom kommt aus Solar, aus Batterie oder aus dem Netz. Die Prioriäten können eingestellt werden, eine USV schaltet innerhalb von Millisekunden und da sie aus den jeweiligen Angeboten wählt, kann gewährleistet werden, dass kein solar erzeugter Strom ins Netz geht.

Ein ähnlicher ( einphasiger) Wechselrichter ist z. B. der Effekte VX, der aber leider nur 3000 Wp darstellen kann, also einen Hausstromkreis "versorgen". Es gibt mehrere Lösungen auf dem Markt, die dann eine entsprechend stärkere
Leistung abbilden oder sogar dreiphasig sind. Wenn das Gerät allerdings defekt ist, ist die gesamte Hausstromversorgung ggf. still gelegt, da ja alles über diesen USV Wechselrichter läuft wie ein kleines Inselnetz.

Nur so kann ich es mir vorstellen.

Allerdings würde ich ggf. einmal nachfragen, ob dieses System konform zu FNN Richtlinie des VDE ist. Danach würde eine solche Variante als Inselnetz nach 5.6 zu deklarieren sein.

Da bei einer solchen USV Variante theoretisch kein PV Strom ins Netz gelangen kann sehe ich hierfür mittelfristig einen sehr breiten Anwendungsbereich.

Ggf. ist auch ein Übereinstimmngsnachweis der Anlage nach der VDE Richtlinie Notstromaggregate erforderlich.

Nur muss die USV nach dem Leistungsbedarf des Hauses ausgelegt werden ( Hausanschluss) und die gesamte Verteilung muss über diese USV geführt werden, was doch einiges an Arbeitsaufwand bedeutet.

Besonders zu beachten ist auch Neutralleiterführung,  um die Funktion der vorhandene Schutzelemente zu gewährleisten

Vieleicht sehen die Spezialisten hier ja noch weitere "Angriffspunkte" gemäß der TAB´s der Netzbetreiber z. B. bezüglich des NA Schutzes (obwohl wir ja nicht einspeisen) ..

Bin gespannt auf die weiteren Kommentare zu dieser doch sehr interessanten Lösung.
Kommentiert 4, Jul 2014 von Franz Feilmeier (42 Punkte)
Vielen Dank für die vielen Fragen und ich freue mich auf die Diskussion!

Vorweg: wir als FENECON haben den BYD-Speicher mitentwickelt und sind für Vertrieb und Aftersales in Deutschland verantwortlich.

Grundsätzlich arbeiten wir netzparallel und man kann mit den DC-Speichern auch ganz normal Überschüsse in das Netz einspeisen. Dementsprechend sind die Wechselrichter auch gem. VDE-AR-N 4105 zertifiziert. Die Speicher bieten aber (technisch nur möglich für den DC-Anschluss der Module) auch die Option der "netzparallelen Nichteinspeisung".
Basis dafür ist der Aufbau des Wechselrichters mit einem DC-Anschluss für die zentrale DC-Schiene mit PV und Batterie und 2 AC-Anschlüssen, an denen Netz und Lasten separat angeschlossen werden. Lastseitig geben Stromsensoren die jeweils benötigte Ausgangsleistung vor, die der Wechselrichter dann ausgibt. Reicht die Ausgangsleistung des Wechselrichters nicht aus (bspw. 5 kW bei 3 kW Wechselrichter), wird die Differenz (hier 2 KW) vom Netz geliefert. Es erfolgt aber keine Umschaltung, sondern der Speicher läuft immer netzparallel und liefert bis zur Leistungsgrenze mit. Erst wenn ein eingestellter unterer Schwellwert des Batterieladezustandes erreicht wird, geht der Speicher auf eine reine USV-Funktion zurück, hält also nur die restliche Kapazität als USV-Reserveleistung vor, der Rest kommt vom Netz.
Bei unseren meistgefragten 3-phasigen Systemen erfolgt diese Lastversorgung jeweils phasengenau (ohne Saldierung oder 3-Phasen-Kompensation) und als 120° phasenverschobener Drehstrom.

Die Laderegler mit dem DC-Anschluss der Module werden über die Batterieladung geregelt. Bei voller Batterie wird entweder die Überschussleistung vom Wechselrichter aktiv in das Netz eingespeist (Option Überschusseinspeisung) oder die Laderegler werden auf das aktuelle Lastniveau heruntergeregelt (Option Nichteinspeisung). Diese Einstellung wird bei der Erstinbetriebnahme getroffen und kann durch den Kunden nicht geändert werden.

Bei Netzausfall werden die Lasten auf dem AC-Ausgang weiterversorgt, der AC-Eingang (Netz) wird allpolig weggeschalten. Die PV-Anlage kann weiterhin Strom produzieren. Das System könnte auch dauerhaft im Inselbetrieb gefahren werden.

Diese netzparallele Nichteinspeisung wird von den Netzbetreibern anerkannt. Die Anlagen erhalten keinen Einspeisezähler. Eine Umsatzsteuer-Erstattung ist wegen dem privaten Betrieb der Anlage nicht möglich. Allerdings braucht dann auch für den eigenverbrauchten Strom keine Umsatzsteuer und v.a. keine Einkommensteuer (zzgl. Nebenabgaben) abgeführt werden, wodurch nichteinspeisende Anlagen den Nachteil der Umsatzsteuer und keinem Bezug von Einspeisevergütung mehrfach ausgleichen und daher finanziell in den meisten Fällen attraktiver für die Betreiber sind. Praktischer sind sie ohnehin.
Kommentiert 4, Jul 2014 von Erik Liebert (454 Punkte)
wobei ich es eher als serielle Lösung betrachten würde da das System ja zwischen Netz und Verbraucher hängt... aber ich denke da geht der Trend hin.
Die Frage ist für mich ja was sich die Netzbetreiber dann ausdenken um solche Systeme kaputtzumachen...die sind ja erfinderisch wenn es wieder weiter an die Substanz gehen soll.
Wenn ich an das 'System noch ne Wärmepumpe und nen grossen Speicher hänge muss ich ja auch nichts verpuffen lassen ...wenn die Anlage nicht zu riesig ist.
Aber ist ein ganz anderes Rechenexempel für die Wirtschaftlichkeitsfanatiker, da braucht man glaub ich nicht zu argumentieren.
Oder noch spannender: Ne grosse Batterie die nachts in das e Mobil umschichtet....im Sommer einfach genial.
Vorteil für die verbleibenden Marktteilnehmer wird immer bleiben dass es auch beim Endkunden mittlerweile eine riesige Apathie gegen die monopolistischen Netzbetreiber und deren diversen "Tricks" gibt :-)
Kommentiert 4, Jul 2014 von Franz Feilmeier (42 Punkte)
Ja, ist auf jeden Fall seriell integriert, aber halt so, dass man auch noch USV- und Inselfunktion damit abdecken kann.
Die Netzbetreiber finden dieses Konzept übrigens sehr interessant, weil der Speicher die Phasenschieflasten, die durch die Verbraucher oder unsymmetrische Erzeuger/Speicher auftreten, kompensiert.
Die Energieversorger sehen das natürlich anders...
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