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Speicherinstallation: Brauche ich dafür einen Photovoltaik Speicherpass?

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Eingestellt 3, Jun 2014 in Photovoltaik von Anonym
Angeblich gibt es mit dem Photovoltaik Speicherpass ein neues Gütesiegel für Speicher. Kann ich von meinem Installateur verlangen, dass er mir einen Speicher mit diesem Siegel einbaut, oder würdet ihr auch Speicher ohne Siegel kaufen?
   

2 Antworten

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Beantwortet 4, Jun 2014 von Martin Schorlies (950 Punkte)
Hallo Anonym,

der Speicherpass ist kein Gütesiegel! Diesen Pass kann der Installateur ausfüllen und sich ggf. dabei bei den Angaben entscheidungswirksam Irren. Aber der Speicherpass ist eine sinnvolle Auflistung über das installierte Speichersystem, dass z.B. im Nachgang alle Fakten darstellt und wie z.B. beim Qartettspiel vergleichbar macht.

Auf Grund des Speicherpasses habe ich noch kein System installiert, sondern weil es sehr vom Bedürfnis des Betreibers (Kunde) abhängt, welches System (noch) technisch sinnvoll ist. Machbar ist ja bekannter Maßen vieles. Die nächste Entscheidungsgröße ist der Anschaffungspreis,- während BleiGelBatterien recht preiswert zu haben sind (7 kWh kosten derzeit knapp 3500,-€) ist die Technik nach der Batterie ausschlaggebend:
- Schalt und Regelzeiten
- Batteriemanagement
- verhalten bei Netzstötungen
- offene oder geschlossene Schnittstellen (z.B. für Energiemanagement)
- mit KfW oder ohne (macht beim preis auch einiges aus,- nicht nur weil der Installateur ca. 50 Minuten für's Papier ausfüllen zusätzlich benötigt, die auch bezahlt sein sollten, oder eben die Installationserlaubnis vom Hersteller)

Alles Punkte mit denen Sie nicht konfrontiert sein sollten, sondern ihr Installateur des Vertrauens, sollte die sinnvollen Systeme entscheidungsfähig darstellen.
Der Ertragskorridor eines solchen Systems ist meistens recht knapp, so dass in den meisten Fällen vom Speicher eher abgeraten werden müsste:

7 kWh/Tag * 365 Tage/Jahr = 2555 kWh/Jahr (nutzen bei täglicher Ladung,- auch im WINTER,- aber bleiben wir mal optimistisch ;) )
2555 kWh/Jahr * 0,25€/kWh = 638,75 €/Jahr aber pro kWh-PV-Strom zahlen sie ja meistens eine Gestehungsbetrag von ca. 10 ct/kWh was mal eben den Betrag der ENTNAHME auf 383,25 € schmälert. Eventuell haben Sie ja auch noch Entladungsverluste.
Heißt also wenn Sie den Speicher täglich nutzen können (soll ja Menschen geben, die nicht pro Tag mehr als 7 kWh benötigen,- der Speicher wirkt ja auch nur wenn's gerade keinen PV-Strom gibt), bringt der Speicher einen Mehrwert von 383,25 € bei einer Größe von 7 kWh. Darf also in 15 Jahren (KfW-Betriebszeit nicht mehr als 5748,75 € kosten, oder der Strompreis steigt... dann sieht's ein wenig besser aus.

Aber der Speicherpass macht das System keinesfalls besser, schlechter, Leistungsfähiger...
Trotzdessen haben Speichersysteme ihre Daseinsberechtigung und auch ihre sinnvolle Anwendung (ja ich habe selber ein solches System 8,8 kWp/PV mit 14 kWh-Speicher, aber ich hab auch etwas andere Einkaufsmöglichkeiten).

Ich bin über jeden froh, der solche Systeme in Betracht zieht, denn Netze werden entlastet, Haushalte werden autarker, und ganz wichtig: der elektrische Strom wird verantwortungsvoller genutzt. Bleiben SIe am Thema, und gucken Sie doch mal über eine Woche wieviel Strom Sie zwischen 18 und 8 Uhr verbrauchen, dann haben Sie eine Indikation, wie groß der Speicher sein muss. Wenn's mehr als 7 kWh sind wird ein Speicher durchaus attraktiv (auch finanziell) und mit Förderung umso mehr (Ablösung des KfW-Kredites vor Laufzeitende kostet ca. 60 Euro, sagte mir ein Banker ;) ).

MfG
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Beantwortet 8, Jun 2014 von Armin Schmiegel (113 Punkte)
Hallo,

der vom BSW, zusammen mit verschiedenen Herstellern, erarbeitete Speicherpass war als erste Maßnahme zur Qualitätssicherung von PV-Speichersystemen gedacht. Zum Zeitpunkt seines Entstehens gab es lediglich das Bosch-System, dass eine Sicherheitszertifizierung auf Systemebene besaß. Sämtliche Wettbewerber hatten zu diesem Zeit allenfalls Komponentenzertifikate. (Mittlerweile haben Kostal und SMA ebenfalls komplett zertifizierte Systeme auf dem Markt. Ich persönlich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren die Gesamtsystemzertifizierung obligatorisch wird).

Der Speicherpass wird kontinulierlich weiter entwickelt und einige Anforderungen gehen in die Normungsgremien ein. Sie sollten daher auf jeden Fall nur solche Systeme anschaffen, die ein Siegel haben. Ganz sicher gehen Sie natürlich, wenn Sie sich auf Systeme, die eine Gesamtsystemzertifizierung haben, fokussieren.

Viele Grüße,

Armin Schmiegel
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