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Wäre es nicht sinnvoll und möglich, lokale PV-Förderprogramme zu initiieren ?

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Eingestellt 15, Mai 2014 in Photovoltaik von Frank Müllers (590 Punkte)
Gerade im Hinblick auf die von manchen Bundesländern angestrebten ehrgeizigen Klima- und Energieautharkieziele wäre m.E. eine lokale Förderung von PV-Freiflächen und/oder auch Aufdachanlagen sinnvoll. Besonders in Gegenden, wo der Bau von Windkraftanlagen nicht möglich ist, oder auf wenig gesellschaftliche Akzeptanz trifft, sollte mit einer regionalen Förderung neue Anreize für den Bau von Photovoltaik als Ausgleich - z.B. im Rahmen von Bürgerenergiegenossenschaften - geschaffen werden. Diese Maßnahmen sollten besonders unter dem Aspekt gesehen werden, das nicht "billigste" Komponenten verarbeitet werden, um eine garantierte Wirtschaftlichkeit und einen schellen `Return of Invest´ zu generieren. Damit einher ginge auch neue lokale Wertschöpfung und Wirtschaftsförderung bei Solarhandwerkern und deren Zulieferern. Ich würde sogar soweit gehen, nur Projekte, die von `bewährten´ bzw, zertifizierten Solarbau-Betrieben projektiert und gebaut werden, zu fördern, um eine erneuete "PV-Blase" zu vermeiden.
   

3 Antworten

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Beantwortet 16, Mai 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Eine stärker regionalisierte Förderung wäre sicher sinnvoll, wenn sie das Ziel verfolgt, einen möglichst große Anpassungder Erzeugungs- an die Verbrauchsschwerpunkte zu erreichen. Das würde die Notwendigkeit des Netzausbaus erheblich reduzieren.
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Beantwortet 7, Nov 2014 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Bearbeitet 7, Nov 2014 von Michael Stöhr
Ja, aber die Förderung sollte gezielt an den Punkten ansetzen, die für die weiteren Umstieg auf eine vollständig erneuerbare Energieversorgung besonders wichtig sind.

Einer dieser Punkte neben dem von Martin Werner benannten besseren regionalen Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch ist der weitere Ausbau der Energieversorgung durch Bürgerenergiegenossenschaften. Da diese im Gegensatz zu börsennotierten Versorgungsunternehmen, welche eine Eigenkapitalrendite von ca. 10% erwirtschaften müssen, um an der Börse bestehen zu können, auch mit Eigenkapitalrenditen von ca. 4% arbeiten können, vermögen sie Strom aus Anlagen mit hohem Investitions- und niedrigem Betriebskostenanteil etwa 1,6mal günstiger bereitzustellen als börsennotierte Versorger (siehe auch meine Antwort zu: http://experts.top50-solar.de/5640/was-kostet-atomstrom-wirklich). Sie sorgen zudem für eine gesellschaftlich wünschenswerte breitere Streuung des Einkommens aus Kapital und berücksichtigen besser regionale Belange.

Eine Möglichkeit Bürgerenergiegenossenschaften zu unterstützen besteht nun darin, ihnen die Transaktionskosten zu verringern, die mit der Anwendung der Bestimmungen des Kapitalanlagegesetzbuchs auf Genossenschaften und den Direktvermarktungs- und Ausschreibungsverpflichtungen des EEG 2014 verbunden sind.
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Beantwortet 7, Nov 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Frank Müllers,

ich bin zwar nicht grundsätzlich gegen Förderung, ich bin aber der Meinung PV ist inzwischen so wirtschaftlich, dass es ausreichen würde die Allgemeinheit aufzuklären, wie eine wirtschaftliche PV-Anlage zu planen und zu errichten ist. Ich habe zum Beispiel dieses Jahr eine PV-Anlage auf einem Reformhaus errichtet, die zu ca. 90% Eigenstrom produziert, nur noch etwa 10% gehen gegen Vergütung ins Netz. Wir haben jetzt auf Basis der Zahlen aus 2014 nachgerechnet mit dem Ergebnis, dass die Anlage in 7 Jahren bezahlt ist. Solch eine Anlage benötigt gar keine zusätzliche Förderung. Jetzt sollten wir überlegen, wie wir Konzepte entwickeln, bei denen die Möglichkeiten des neuen EEG optimal ausgenutzt werden.
Kommentiert 7, Nov 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)
Hallo Herr Geckler,

da würde mich aber mal interessieren, wie Sie auf diese Zahlen kommen. Entweder es ist eine extrem kleine Anlage, oder Sie haben ein Speichersystem eingesetzt. Wenn dieser Punkt zutrifft, wird die Anlage in sich in sieben Jahren nicht bezahlt machen. Natürlich ist es möglich, Anlagen zu bauen, die sich schnellstmöglich amortisieren. Allerdings ist die Frage, unter welchen Vorraussetzungen: Eigenbau, billigstes Material aus Fernost oder Einsatz von Niedrigstlöhnern lassen gute Renditen immer noch zu. Für auskömmliche Margen bei den kleinen Fachbetrieben reicht es hingegen m.E. dann aber nicht mehr!

Beste Grüße aus der Eifel
F. Müllers
Kommentiert 7, Nov 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin Herr Geckler,

eine 90 % Selbstnutzung des erzeugten Stromes ist nur möglich, wenn der Laden 365 Tage geöffnet hat.
Ansonsten liegen schon die "Sonntagserzeugungen" höher. Oder Hr. Müllers Argumente treffen zu.

mfg  tugu
Kommentiert 7, Nov 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Bearbeitet 7, Nov 2014 von Geckler, Heinz
Hallo Herr Müller und Herr Tuguntke,
ich kann Ihnen gerne die Eckdaten der PV-Anlage mitteilen:
Module: SolarWorld 250Wp mono black ( alles andere als Billigware )
Wechselrichter: Kostal PIKO 7.0
Unterkonstruktion: SolarWorld SunFix
Datenlogger: Solarworld eManager
zusätzlicher S0-Zähler für Verbrauchsdatenerfassung
Anlagenpreis ca. 1.800,- Euro je kWp ( Netto )
Prognostizierter Ertrag: 1027 kWh/kWp

Sie sehen, es ist weder Billigware eingesetzt noch unter Marktpreis verkauft. Das benötigte Gerüst wurde bauseits gestellt, da die Fassade sowieso gemacht wurde. Die Anlage ist mit 6,75 kWp auch nicht unbedingt eine kleine Anlage. Der Vorteil ist, dass 365 Tage im Jahr verschiedene Kühlungen laufen. Außerdem während der Öffnungszeiten ( 6 Tage je Woche ) zusätzlich ca. 1,5 kW Beleuchtung. Wobei ich meinen Eigenverbrauchsanteil inzwischen etwas nach unten korrigieren muss. Es sind jetzt nur noch 83%, da mein Kunde auf Grund der Auswertungen der Anlagenüberwachung seinen Vebrauch selbst in den jetzt kürzeren Tagen um ca. 20% pro Monat reduzieren konnte. Deswegen bin ich weiterhin der Meinung, dass es ohne zusätzliche Förderung möglich ist für den Betreiber rentable Anlagen zu bauen.
Ich muss natürlich eine Ergänzung geben: Wir sind im Südwesten Deutschland in einer Ertragsreichen Region. Ich habe viele PV-Anlagen mit Solarworld-Modulen installiert die selbst bei nicht optimaler Ausrichtung teilweise bis zu 1145 kWh je kWp ( bei 40°Südost ) bringen. Wer detailliertere Infos möchte kann mir gerne Mailen, dann kann ich die Links zu den Anlagenüberwachungen zur Verfügung stellen.
Selbst eine 2. PV-Anlage, montiert auf einem Friseursalon ( 5 kWp ) kommt auf über 60% Eigenverbrauch obwohl ein Friseursalon sicher nicht der Energiefresser ist.
Hier noch die 2 versprochenen Links zu den PV-Anlagen mit Top-Erträgen trotz nicht optimaler Ausrichtung:
http://www.sonnenertrag.eu/de/ofterdingen/pv-sunnymax/5767/12866.html
http://www.sonnenertrag.eu/de/ofterdingen/pv-sunnydanny/5767/5999.html
Ich könnte hier x weitere Anlagen mit Solarworld-Modulen und ähnlichen Erträgen auflisten. Leider ist der großteil der Online überwachten Anlagen nur im Passwortgeschützten Bereich zu sehen.
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