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Vorteile von Reinigung und Schneeräumung von PV-Anlagen?

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Eingestellt 11, Feb 2014 in Photovoltaik von Anonym

Stehen die Kosten von Reinigung oder Schneeräumung einer PV-Anlage wirklich in einem guten Verhältnis zu den höheren Verträgen, die man dadurch erhält?

   

5 Antworten

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Beantwortet 13, Feb 2014 von Susanne Jung (1,633 Punkte)

Zur Reinigung:

Bei einer ausreichenden Neigung (größer 15°) und normaler Verschmutzung ist eine Reinigung im Allgemeinen nicht notwendig (Selbstreinigung durch Regen und Windes). Viele Module haben auch eine schmutzabweisende Oberfläche der Module. 

In einigen Fällen ist aber dennoch eine Reinigung zu empfehlen: Je nach Standort der PV-Anlage, z. B. in der Nähe von Industrieansiedlungen (Industrieabgase und Stäube), einer Bahnlinie (Eisenabrieb), Antennenmasten (eingetrockneter Vogelkot) und bei langen Trockenperioden (Staub, Blütenpollen) kann es durch Staub und festanhaftendem Schmutz zu einer dauerhaften Verschattung und damit auch zu Ertragseinbußen kommen. Teilweise legt sich auch nach einigen Jahren auch ein Schmutzfilm auf die Glasscheiben.

Anlagenbetreiber sind gut beraten, die erzielten Solarstromerträge regelmäßig zu überprüfen. So können sie kurzfristige oder schleichende Ertragsveränderungen feststellen. Hilfreich dabei ist auch, die Ertragswerte mit den Werten in unserer Ertragsdatenbank oder der Ertragsdatenbank von http://www.pv-log.com zu vergleichen.

 

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Beantwortet 6, Jan 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Anonym,

ich kann den verschiedenen Antworten auf Ihre Frage zustimmen. Allerdings habe ich selbst bereits Erfahrung mit Verunreinigungen von PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden. Bei einer dieser Anlagen, bei der ich selbst als Anteilseigner beteiligt bin, hatten wir nach 4 Jahren einen Ertragsverlust von über 20% zu verkraften. Da in einem Teil der großen Halle eine Stallung untergebracht ist war die Beeinflussung in diesem Bereich deutlich stärker als auf dem Rest der Halle.

Ich glaube deswegen, dass ( ohne große chemische Kenntnisse ) der Ammoniak-Nebel auf den Modulen dafür verantwortlich ist, dass deutlich mehr Schmutz auf den Modulen anhaftet bevor diese vom nächsten Regen wieder gereinigt werden können. Vor allem, weil meistens in den selben Gebäuden durch die Lagerung von Heu, Stroh oder Futtermitteln zusätzlich eine erhöhte Staubbelastung festzustellen ist.

Von einer Schneeräumung rate ich grundsätzlich ab. Zum einen ist die Räumung meist nur sehr schwierig oder mit Gefährdung möglich. Außerdem ist die Gefahr der Beschädigung der Module  durch die Schneeräumung viel zu groß. Der mögliche Schaden durch die Räumung wird vom Mehrertrag sicher nicht aufgewogen.

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Beantwortet 11, Feb 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Das hängt von der Art der Anlage ab. Bei einer Dachanlage mit einer Neigung von mehr als 30° ist das in der Regel rausgeworfenes Geld. Schneeräumen ist meist gefährlich und die einigung von Vogelkot und Staub erfolgt in der Regel beim nächsten stärkeren Regen. Gegebenenfalls kann man alle paar Jahre mal schauen, ob sich nicht am unteren Rand soviel chmutz angesammelt hat, dass man da mal reinigen muss.

Bei flacheren Anlagen ist es evtl. angesagt mal öfter zu reinigen und wenn die Zugänglichkeit gut ist (aufgeständerte Module auf Flachdach zum Beispiel) kann man ja auch mal öfter reinigen oder Schnee beseitigen, wenns denn unbedingt sein muss um das letzte Prozent Ertrag rauszukitzeln.
Kommentiert 29, Jun 2014 von Uwe Bierbaum (24 Punkte)
Verschmutzungen bauen sich überwiegend degressiv auf.
Kategorisiert in Privat, Gewerbe und Landwirtschaft, sind letztere die am stärksten betroffenen Anlagen.
Beispielsweise "regnet " Ammoniak nicht ab, sondern bindet weitere Verschmutzungen, unabhängig von der Art der Aufständerung.
Die höchsten Selbstreinigungskräfte entwickelt noch Schnee.
Wobei die beste Wirkung durch die Abfolge - Frost, Aufbau der Schneelast und langsames Abtauen - entwickelt wird.
Die Selbstreinigung ist eher ein Wunsch als Praxis.
Das bezieht sich auf sämtliche Bauwerke und Materialien.
Kommentiert 30, Jun 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Hallo Herr Bierbaum,
was meinen Sie mit "Verschmutzungen bauen sich überwiegend degressiv auf"? Ich winterpretiere das so, dass der größte Zuwachs an Verschmutzung am Anfang kommt und dann immer weniger?
Sicher ist die Verschmutzung in der Nähe von Industrieanlagen, Autobahnen und landwirtschaftlichen Betrieben größer als in reinen Wohngebieten. Die Beschreibung, dass Ammoniak nicht abregnet, ist mit Verlaub, chemisch völlig daneben. Ammoniak ist ein Gas, das sehr gut wasserlöslich ist, ebenso alle daraus gebildeten Salze, möglicherweise können diese jedoch zu Korrosionen an den Aluminium-Rahmen führen. Das Problem bei Anlagen auf landwirtschaftlich genutzten Gebäuden sehe ich eher in Verschmutzungen durch Staub, aber da lerne ich gerne auch noch dazu.
Sonnige Grüße
Martin Werner
Kommentiert 7, Sep 2014 von Uwe Bierbaum (24 Punkte)
Eigentlich verursacht Ammoniak direkt keine Verschmutzung. Ammoniak ist leichter als Luft und flüchtig. In Verbindung mit Wasser bildet sich aber die alkalische Lösung Salmiakgeist. Die scheint nach unseren eigenen Beobachtungen in unseren Klimakammern, Rückstände zu hinterlassen, die man auch als Verschmutzung bezeichnen könnte. Wir gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Art Salz handelt. Von der Größenordnung her sind diese Rückstände aber bei normal bewitterten Modulen (auch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb) deutlich geringer als die Verschmutzung die durch Staub, Ruß, Pollen, etc. auftreten.
Ich hoffe ich konnte Ihnen die Frage beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
DLG e.V.
Testzentrum Technik und Betriebsmittel
Kommentiert 1, Jan 2015 von Uwe Bierbaum (24 Punkte)
http://www.dlg-test.de/tests/6218F.pdf


Hallo Herr Werner,

wie sie sehen, "bleibe ich auf der Spur" :)

Mein "Hauptverdächtiger" bleibt Ammoniak und im neuen Jahr werde ich als weiteren "Ermittler" u.a. Herrn Kiefer ISE Freiburg einsetzen.

Wir kriegen den, diesen "Ammoniak" und er wird sich nicht verflüchtigen.

So soll es sein - herausfordernd und energiegeladen.

Danke für ihre stets "spannungsvollen" Kommentare.

Ihnen eine frohes Neues Jahr 2015
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Beantwortet 4, Jan 2015 von Thomas Seltmann (462 Punkte)
Trotz Selbstreinigung durch Regen und Schnee können sich auf den Modulen im Lauf der Zeit Schmutzflecken bilden, die weiteren Schmutz und Staub binden. Ich habe das an meiner eigenen Anlage ohne erkennbare äußere Ursachen bereits erlebt. Man sollte deshalb die Modulflächen mindestens einmal im Jahr näher ansehen, um solche Schmutzschichten zu erkennen.

Besonders die über die Glasoberfläche überstehenden Modulrahmen können Schmutzansammlungen bilden. Bei älteren Anlagen habe ich da auch schon Moos und Flechten wachsen sehen.

Wenn auf den Modulflächen Vogelkot und Blätter kleben, kann diese lokale Verschattung ebenfalls die Erträge schmälern.

Sofern man an die betroffenen Flächen nicht selbst herankommt, sollte man mit Reinigungsarbeiten eine Fachfirma beauftragen und nicht selbst Hand anlegen. Schneeräumen sollte man lieber bleiben lassen und abwarten bis der Schnee von selbst taut und abrutscht. Es besteht die Gefahr, dass die Moduloberflächen zerkratzt oder beschädigt werden - abgesehen davon dass man sich mit waghalsigen Manövern selbst in Gefahr bringt.

Keinesfalls mit Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger auf die Module spritzen, auch hier besteht die Gefahr von mechanischen oder elektrischen Schäden am Solargenerator.
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Beantwortet 4, Feb 2015 von Marcel Kennel (65 Punkte)

Hallo Anonym, 

In Zentraleuropa kann man in den Wintermonaten mit Ertragseinbußen durch Schneebedeckung rechnen.
Dabei bedeuten 10 Tage Schneebedeckung bereits 1% Jahres-Ertragsverlust.

• Dementsprechend bedeuten 30 Tage schneebedeckte PV-Fläche bereits 3% Verlust des Jahresertrages.

 

Vor allem in den lichtschwachen Wintermonaten ist eine saubere Anlage und schnelle
Schaltzeiten der Wechselrichter entscheidend. Dies sehen wir selbstverständlich in unserem Monitoring, durch verschmutzte Module schalten die
Wechselrichter später ein und früher aus.

In den Wintermonaten ist der Solarertrag sowieso schon reduziert und sollte zu 100%
genutzt werden! Kurze Schaltzyklen der Wechselrichter, bedingt durch die Verschmutzung
der PV Module erhöhen den Verschleiß an den Wechselrichter und kann einen frühen
Austausch zur Folge haben. Desweiteren ist die Oberfläche einer im Herbst/Winter
gereinigten PV Modulfläche glatter, der Schnee rutscht früher ab und die kalten sonnigen
Tage mit dem höchsten Ertrag können optimal genutzt werden.
Nichts ärgerliches als ein schneebedecktes Dach in einer sonnigen Januarwoche.

 

Beste Grüsse 

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