Firmenverzeichnis Experts Preisvergleich

Solaranlage für Schrebergarten

+1 Punkt
20,877 Aufrufe
Eingestellt 20, Apr 2011 in Photovoltaik von Anonym

Welche Größe sollte eine Solaranlage für einen Schrebergarten haben?

Wie groß soll die Kapazität des Akkus und die Leistung der Solarmodule sein? Was für Kosten kommen auf mich zu?

   

2 Antworten

+2 Punkte
Beantwortet 21, Nov 2014 von Jan Eckert (316 Punkte)
Hallo,

unter Beachtung der örtlichen Satzung des Kleingartenvereins, möchte ich kurz 2 Rechenbeispiele erläutern.

Annahme 1:

- nur 1 Modul erlaubt, max. 1m² Modulfläche erlaubt, 230V-System erlaubt

- Standardverbraucher (3x LED-Leuchte 7W, 1x Kompressorkühlschrank 50 Liter, 1x Radio, Betrieb von Akku-Geräten z.B. Bohrschrauber)

Ergebnis 1:

1x Modul 36-zellig ca. 18V MPP-Spannung + Gestell, 1x 12V AGM oder Gel-Solarbatterie mit 150Ah Kapazität + Absicherung, 1x Laderegler 10A Eingang/10A Ausgang, 1x Sinus-Inselwechselrichter 600W + Sicherungskasten + Erdung + Steckdosen + Kabel

Kosten ohne Installation 700,- - 1200,- €, je nach verwendeten Hersteller (Qualität)

Annahme 2:

- nur 1 Modul erlaubt, max. 1m² Modulfläche erlaubt, kein Wechselstromsystem erlaubt

- angepasste Verbraucher für 12V-Gleichstromsysteme

Ergebnis 2:

1x Modul 36-zellig ca. 18V MPP-Spannung + Gestell+Erdung, 1x 12V AGM oder Gel-Solarbatterie mit 150Ah Kapazität + Absicherung, 1x Laderegler 10A Eingang/10A Ausgang, 4x 12V Bordspannungssteckdose für Auto

Kosten ohne Installation unter 700,- €

VG

Jan Eckert
+1 Punkt
Beantwortet 27, Apr 2011 von Gabriele Gier (272 Punkte)
Eine Anlage auf dem Schrebergarten, Caravan, einsame Berghütte oder ähnliches, sind Anlagen überall dort, wo es kein Stromnetz gibt. Die netzferne Lösung oder autarke Insellösung oder "Solar Home Systems" basieren auf einer ganz anderen Basis, wie wie die netzgekoppelten Anlagen. Zum einen braucht man Solarmodule, die von der Spannung her auf die Spannung von Batterien abgestimmt sind. 12 V oder 24 V System. 12 V System bei Beleuchtung und Verbrauchern aus dem Campingbereich und 24 V Systemen bei Motoren und spez. Pumpen. Beispielsweise im 12 V System benötigt man Standardmodule mit 17,5 V Nennspannung, damit die Batterie überhaupt geladen werden kann. Eine Inselanlage baut sich dann wie folgt auf. Solarmodul, Laderegler, Akku, 12 V Verbraucher (möglichst stromarme Verbraucher (LED). Am Laderregler werden dann Solarmodul, Akku und Verbraucher angeschlossen. Den Laderegler gibt es mit Anzeige und ohne in 12V und 24 V. Er schützt die Batterie von Über- und Unterlast. Je nach Modulfeld braucht man den passenden Laderegler. (Strom und Spannung!) Möchte man stromarme 230 V Geräte benutzen, dann muss man an der Batterie wieder einen DC/DC Wandler in der passenden Größe anschließen. Nicht am Laderegler, da dieser dadurch zerstört werden würde!

Die Inselanlage plant man vom benötigten Verbraucher zum Modulfeld und zum Akkubedarf. Generell kann man sich jedoch merken eine Inselanlage eignet sich nicht für Geräte die irgend etwas aufheizen und nicht zum betreiben von Heizgeräten im Winter um etwas Frostfrei zu halten. Eine Inselanlage läuft zuverlässig in den Sommermonaten. Im Winter reicht sie in keinem Fall aus um 24 Std. irgend etwas mit Strom zu versorgen. Es steht dann max. 2/3 der Batteriekapazität zur Verfügung, da der Rest immer aus Eigenschutz der Batterie drin bleibt. Es gibt zwei Arten von Batterien die hier zum Einsatz kommen. Gel und Säurebatterien. Gelbatterien sind Wartungsfrei. Säurebatterien müssen regelmässig mit destiliertem Wasser versorgt werden. Der Unterschied zwischen Autobatterie und Solarbatterie liegt darin, das die Autobatterie zum Starten benötigt wird. Sie kann einen hohen Anlaufstrom gut vertragen. Die Solarbatterie ist so konzipiert, das sie den Batteriestrom über einen längeren Zeitraum gleichmäßig abgibt. Damit ist dann auch die längere Lebensdauer der Batterie erklärt. Je besser die Batterie gelagert ist, desto länger hält sie. Fakt ist, benötigt man die Inselanlage für eine stromarme Beleuchtung, dann ist alles kein Problem.

Des weiteren hängt es noch von der nutzbaren Dachfläche ab. Es macht keinen Sinn, wenn man eine 5 kWp Anlage (50qm Dachfläche) bräuchte und kann auf dem Häuschen nur 2 Module befestigen! Die Dachfläche sollte bei einer Inselanlage noch schattenfreier sein, wie bei einer netzgekoppelten Anlage. Ferner sollte man noch wissen, das Batterieladung immer Vorrang vor Verbrauchern hat. Eine mögliche Kombi wäre: 2 inselfähige Solarmodule mit einem Laderegler und einer Batteriekapazität um die 100 Ah Std. Eine Anleitung zur Berechnung des Systemes finden sie auf unserer Internetseite. Bei Fragen einfach anrufen.

Fazit: Eine Inselanlage auf einem Schrebergarten muss berechnet werden. Es muss zunächst mal ermittelt werden, was möchte ich betreiben, wie lange und zu welcher Jahreszeit. Ferner muss man sie mal genau den Strombedarf seiner gewünschten Geräte ansehen! Dann ermittelt man das Modulfeld und die Batterien. Hat man nicht genug Dachfläche muss man an der einen oder anderen Stelle Abstriche machen. Als Hinweis noch. Solche Anlagen werden auch gerne mal gestohlen! Daher gut versichern oder einschließen und nur benutzen wenn man längere Zeit vor Ort ist.
Stellen Sie Ihre eigene Frage:

Top50-Solar Experts
Expertenwissen zu Photovoltaik, solarer Wärme, E-Mobility und Energiewende.

Stellen Sie Ihre Frage hier!

 

...