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Eigenverbrauch bei PV-Anlagen

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Eingestellt 20, Apr 2011 in Photovoltaik von Anonym

Eigenverbrauch oder volle Netzeinspeisung?

In welchen Fällen lohnt es sich die Eigenverbrauchsregelung des EEG´s in Anspruch zu nehmen?

   

1 Antwort

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Beantwortet 29, Apr 2011 von Sven Albersmeier (39 Punkte)

Für PV-Anlagen im privaten Umfeld ist der Eigenverbrauch die beste Nutzungsvariante. Auch im gewerblichen Umfeld gibt diese Nutzungsvariante im Hinblick auf die Stabilisierung der Energiekosten von morgen und somit dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit den Ausschlag für die Errichtung einer Photovoltaikanlage.

Der Eigenverbrauch von solar erzeugtem Strom war von seiner Einführung im Jahre 2009 an ein an Fallstricken reiches Thema, ins Besondere im Hinblick auf die umsatzsteuerliche Behandlung. Und so haben sich über lange Zeit Gerüchte und Einschätzungen gehalten, die viele, aus meiner Sicht zu Unrecht, davon abgehalten haben, sich für diese Variante der Nutzung des selbst erzeugten Stroms zu entscheiden. Mittlerweile aber sind alle Unklarheiten beseitigt und um mit einer ganz hartnäckigen Weisheit zu dem Thema gleich zu Beginn aufzuräumen; auch bei der Nutzung des selbst produzierten Stroms zu privaten Zwecken kann die Vorsteuer auf den gesamten Anschaffungsbetrag der Photovoltaikanlage geltend gemacht werden.

Ich erspare dem Leser an dieser Stelle die Details zu den genauen diesbezüglichen umsatzsteuerlichen Regelungen wie auch generell zu den kalkulatorischen Grundlagen und verweise diesbezüglich auf die einschlägigen Veröffentlichungen des BMF vom 1.4.2009 sowie auf die aktuellste Fassung des Merkblatts des BSW vom Januar 2011.

Die genaue Analyse des Eigenverbrauchsmodells kommt eindeutig zu dem Schluss, dass dieses Modell für alle Anlagen im privaten Umfeld die wirtschaftlichste Nutzung der PV-Anlage darstellt und zwar selbst dann, wenn der Eigenverbrauchsanteil an der Gesamtenergie der Anlage nur 30% oder weniger beträgt, also die schlechteste Vergütung erhält. Die statische Vergleichsrechnung führt zu dem Ergebnis, dass ab einem Brutto Arbeitspreis von 19,49 ct/kWh für den aus dem Netz bezogenen Strom der Eigenverbrauch lohnenswert ist.
Dies berücksichtigt aber zwei wesentliche Aspekte nicht: 1. Der Preiserhöhungseffekt: Wird der Strom teurer, so wird auch die selbst verbrauchte kWh immer wertvoller und somit die Anlage wirtschaftlicher. Der Strompreis wird steigen, da Rohstoffe wie Kohle und Gas immer teurer werden. In den letzten 10 Jahren hatten wir eine durchschnittliche Preiserhöhung von jährlich etwa 6% (Quelle: Wikipedia). 2. Der Anpassungseffekt: Ist der wirtschaftliche Vorteil gegeben, ist auch der Anreiz vorhanden, noch mehr der selbst produzierten Energie selber zu nutzen. Damit generiert man aber einen doppelten Vorteil, nämlich eine höhere Vergütung des selbst genutzten Stroms ab einer Eigennutzungsquote von mehr als 30% und einen immer größer werdenden Vorteil aus den Stromteuerungseffekten. Dies kann durch ein verändertes Strom-Konsumverhalten erreicht werden (z.b. Waschen am Tag, Aufladen von Batterien tagsüber, etc.) Sehr interessant in Hinblick auf den Preiserhöhungseffekt ist eine Photovoltaikanlage vor allem aber auch im gewerblichen Bereich. Schafft man es, signifikante Strommengen mit der eigenen PV-Anlage zu decken, kann man maßgebliche Stabilisierungseffekte für die zukünftigen Energiekosten erzielen. Das mit dem Erfolg, nachhaltig zur Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebs beizutragen. Die Deckung des Strombedarfs mit der Produktion einer PV-Anlage ist ungleich höher als im privaten Bereich. Je nach Anlagendimensionierung sollte es daher ein Leichtes sein, 70% oder mehr der produzierten Energie selber zu nutzen. Ein Beispiel führt zu folgendem Schluss: Für einen Betrieb, der jährlich 200 MWh Strom verbraucht und es schafft, ca. 50% davon aus einer eigenen PV-Anlage zu decken und damit etwa 70% seiner Erträge zu verbrauchen, lohnt es sich schon heute, eine PV-Anlage mit Eigenverbrauchsmodell zu betreiben. Voraussetzung ist, dass die tatsächlichen Stromkosten je kwh bei etwa 14ct je kWh liegen – ein Wert der für viele Realität sein dürfte. Selbst wenn es heute noch günstiger sein sollte, den gesamten Strom einzuspeisen, sollte man schon heute in eine PV-Anlage investieren, denn der dritte bis dato nicht genannte Aspekt ist für diesen Fall entscheidend 3. Die Modellwahl: Es ist jederzeit möglich, zwischen den Modellen zu wählen. Daher sollte man auf jeden Fall die technischen Vorkehrungen für eine Eigennutzung schon heute treffen, um zu gegebener Zeit schnell auf die Eigennutzung umsteigen zu können.Letztlich senkt das Eigenverbrauchsmodell das zukünftige Stromkostenrisiko erheblich, da die Investitionskosten heute bekannt sind und schon durch die Einspeisevergütung getragen werden. Für die eigenverbrauchten kWh muss der Kunde aber in Zukunft keine Cent mehr bezahlen.

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