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Mehrkosten für Energiesparhäuser

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Eingestellt 8, Mai 2012 in Solare Wärme, Heizen von Anonym

Ist ein Energiesparhaus viel teurer als der ursprüngliche Hausbau?

Wir sind drauf und dran uns ein Grundstück zu kaufen und würden uns wahnsinnig gerne ein möglichst Energiesparendes Haus für eine 4 köpfige Familie bauen. Ich habe irgendwo gelesen, dass das ca.das Doppelte kostet als der normale Hausbau. Ist das wirklich so? Wo fängt man am besten an, wenn das Budget nicht ganz so gross ist, sozusagen die günstigen Extras für ein Energiesparhaus?

   

2 Antworten

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Beantwortet 18, Mai 2012 von Nicolas Rudolph (24 Punkte)

Zu Beginn möchte ich Anmerken, dass der Begriff "Energiesparhaus" aus den 90er Jahren kommt und meiner Meinung nach überholt ist. Die Mindestanforderungen an die Dämmung beim Neubau sind bereits so hoch, dass man sagen kann dass generell nur noch "Energiesparhäuser" gebaut werden. Der Trend geht eindeutig zu Plusenergiehäusern, bei denen der Schwerpunkt neben einem geringen Verbrauch eher auf die Energieproduktion gelegt wird, so dass das Gebäude mehr Energie zur Verfügung stellt, als benötigt. Die HELMA Eigenheimbau AG kann z.B. ein EnergieAutarkesHaus anbieten, welches nicht nur mehr Energie erzeugt als benötigt, sondern auch ganzjährig nutzbar macht, so dass auf externe Energiezufuhr verzichtet werden kann. Wer sinnvoll bei einem Neubau auf Energiesparen achten möchte, sollte auf jeden Fall eine Fußbodenheizung einplanen, damit mit niedrigen Vorlauftemperaturen gearbeitet werden kann. Eine Solaranlage, die nicht nur das Brauchwasser erwärmt, sondern auch die Heizung unterstützt, wird von mir empfohlen. Weiter bin ich ein Freund von großen Fensterflächen nach Süden und Westen. So sorgt ausreichend Licht für ein angenehmes Raumgefühl und die Räume werden in der Übergangszeit schnell mit kostenloser Sonnenenergie aufgewärmt. Achtung, bei sehr großen Glasflächen muss eine Verschattung wie Rollläden oder Markisen eingeplant werden. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinvoll sind, muss individuell festgelegt werden. Jedes Haus ist anders und muss an das Grundstück und an die zukünftigen Bewohnern angepasst werden. Eins ist jedoch sicher, Energiesparen ist nicht teuer und selber Energieproduzieren lohnt sich auf jeden Fall.

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Beantwortet 31, Mai 2012 von Andreas Kühl (181 Punkte)

Energiesparhaus ist ein allgemeiner Begriff, der so nicht genau definiert ist. In der Praxis kennt man die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), dort ist man heute bei dem angekommen, was in den 90er Jahren ein Niedrienergiehaus war mit einem Verbrauch von ca. 10 Liter Heizöl pro m² und Jahr. Bei Häusern mit geringerem Heizenergiebedarf spricht man von einem KfW-Effizienzhaus, nach der am häufigsten in Anspruch genommenen Förderung. Hier gibt es ein KfW-Effizienzhaus 70, das nur noch 70% der Energie eines Hauses nach EnEV benötigt (7 Liter Heizöl pro m² und Jahr) oder, noch besser, ein KfW-Effizienzhaus 55, das also nur noch 55% der Energie eines Standardhauses nach EnEV benötigt (ca. 5,5 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche und Jahr). Es gibt auch noch das KfW-Effizienzhaus 40 oder das Passivhaus. Soweit zur Definition. Mittlerweile bieten alle Bauträger auch den Bau eines KfW-Effizienzhauses an, auch in den unteren Preisklassen. Über die Mehrkosten kann man allgemein nichts sagen, sie sind abhängig vom jeweiligen Haus. Eine kurze Recherche bei einem Anbieter ergab Mehrkosten für KfW-Effizienzhaus 70 von ca. 8.000,- € (7% Mehrkosten) und für ein KfW-Effizienzhaus 55 von ca. 18.000,- € (16% Mehrkosten). Wichtig ist es, den Energiebedarf zu minimieren. Zu den einfacheren Maßnahmen gehört eine Ausrichtung der Wohnräume mit großen Fenstern nach Süden, während die Funktions- und Schlafräume (Bad, Küche, HWR, WC, Eltern) auf der Nordseite des Gebäudes untergebracht werden und weniger Fensterfläche haben. Danach kommt man zu den Extras, wie mehr Dämmung, 3-Scheiben-Verglasung für die Fenster, kontrollierte Wohnungslüftung, etc. Wichtig ist eine fachliche Begleitung durch einen Experten und eine Prüfung des energetischen Nachweises durch einen Sachverständigen.

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