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Keine Kohle für die Kohle?

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Eingestellt 29, Mai 2015 in Energiewende von Franz Alt (1,830 Punkte)

Die „Raus aus der Kohle“-Bewegung hat weltweit Erfolge. Dazu drei aktuelle Meldungen.

  1. „Wenn wir denken, wir könnten gut in einer Welt leben, in der die Erdtemperatur um mehr als zwei Grad gestiegen ist, dann halten wir uns selbst zum Narren“.  Das sagt der Chef des internationalen Versicherungskonzerns Axa, Henri der Castries,  und kündigt soeben an, dass sein Konzern 500 Millionen Euro aus unternehmen abziehen werde, die ihr Geld mit Kohle verdienen.
  2. Der norwegische Staatsfonds, der 800 Milliarden Euro aus dem Erdöl- und Gasgeschäft verwaltet, soll nach einem Beschluss des Osloer Parlaments Investitionen von fünf Milliarden Euro aus Unternehmen abziehen, die ihre Kohle mit der Kohle verdienen. Davon betroffen sind 75 Energiekonzerne, darunter auch RWE.
  3. Am letzten Dienstag beschloss die Universität Edinburgh offiziell und auf Druck ihrer Studenten, 300 Millionen Pfund aus Firmen abzuziehen, die noch immer Geschäfte mit Kohle und Öl machen. Begründung: Nur so sei die Forschungsarbeit über den Klimawandel an der schottischen Universität glaubhaft.

Unübersehbare Signale an die Politik, auf dem G7-Gipfel in Deutschland und auf der nächsten Weltklimakonferenz in Paris, den Klimawandel endlich ernst zu nehmen und entsprechende Beschlüsse zu fassen. Was die Staaten bisher für den Pariser Gipfel an CO2-Redktionen zugesagt haben, reicht bei weitem nicht aus, die globale Erderwärmung bei zwei Grad plus zu stoppen. Es könnte bei den bisherigen Zusagen eher sechs Grad wärmer werden.

Der bewusste Abzug von Kapital heißt „Divestment“, also raus aus fossilen Investitionen. Diese „Divestment“-Strategie ist zurzeit die effektivste Form und weltweit mächtigste Bewegung, um das Klima zu schützen. Die Klimaforscher sind sich einig, dass 80% der Kohle-, 50% der Öl- und 40% der Gasvorräte  im Boden bleiben müssen, wenn das globale Klima lebensverträglich bleiben soll.

Die Wirtschaft zeigt mit ihrem „Divestment“, was die Politik noch leisten muss. Konzerne verstehen die Sprache des Geldentzugs. Die neue Strategie heißt: Keine Kohle für die Kohle!

Unter diesem Motto entsteht jetzt weltweit eine neue Bürgerbewegung. Sie wächst rasant und hat überall erste Erfolge. Nicht nur Konzerne – auch Universitäten wie in Edinburgh oder die renommierte Stanford-University, Kommunen wie San Francisco und Seattle in den USA oder Oxford in England oder Dutzende kirchliche Organisationen auf der ganzen Welt entziehen den fossilen Konzernen ihr Geld.

Der Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer: „Keine andere Bewegung bringt derzeit so viel Dynamik in den Klimaschutz wie das Divestment.“



   

1 Antwort

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Beantwortet 31, Mai 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Franz Alt,

ich habe den Bericht Heute bereits im Sonnenseite Newsletter gelesen. Anscheinend begreifen die Marktteilnehmer die Zusammenhänge inzwischen besser wie ein Teil unserer entscheidungsrelevanten Politiker. Das gibt mir Hoffnung für die nahe Zukunft, dass es mit der Energiewende weitergeht. Es wird höchste Zeit dass die negativen Darstellungen der erneuerbaren Energien und der Energiewende in den Medien beendet wird. Auch in vielen anderen Ländern weltweit wird inzwischen die Entwicklung des Energiemarktes der Zukunft viel stärker an der Entwicklung der erneuerbaren Energien ausgerichtet wie in Deutschland, das muss sich schnellstens wieder ändern.

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