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Warum wird es nicht gesetzlich festgelegt, dass bei Erneuerung des Boilers gleich ein 300L Boiler eingebaut wird?

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Eingestellt 1, Apr 2015 in Energiewende von Martin Fröhlich
Warum wird gesetzlich nicht vorgeschrieben, dass alle Haushalte bei Erneuerung eines Boilers gleich einen 300L Boiler mit integriertem Heizstab und Rundsteuerempfänger einbauen müssen? So wäre schon wieder ein Teil des Peaks der in Zukunft entstehen kann ausgeglichen.
   

2 Antworten

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Beantwortet 1, Apr 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Martin Fröhlich,

das ist schon wegen eventueller Platzprobleme oft gar nicht möglich. Ich habe zum Beispiel in mehreren vermieteten Wohnungen 80-Liter-Speicher installiert, die direkt unter den Gas-Thermen stehen. Deswegen wurden die Geräte auch so entwickelt, dass diese Gas-Thermen inklusive Speicher als Etagen-Heizgeräte in einem Küchen-Hochschrank untergebracht werden können. Der Einbau eines größeren Speichers ist in dieser Kombination gar nicht möglich.

Außerdem hat in den meisten Fällen ein größerer Speicher auch höhere Bereitschafts-Verluste. Das bedeutet zwar, dass der Einbau mit Heizstab netzdienlich sein könnte, für den Betreiber aber eventuell höhere Betriebskosten verursacht.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass beim Einbau eines Speichers mit 300 Liter oder mehr der Einbau eines Heizstabes vorgeschrieben wird. Das würde sicher mehr Sinn machen wie eine Pauschale Vorgabe.

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Beantwortet 7, Apr 2015 von Jan Gesthuizen (221 Punkte)

Zum einen ist das nicht vorgeschrieben, da der Staat versucht im Gebäudebereich technologieoffen  zu agieren. Hier einseitig auf Strom zu setzen würde an anderen Stellen Probleme bereiten. Etwa bei Nutzern der Solarthermie, die ja im Sommer eh schon große Wärmeüberschüsse hat. Also würde man hier mit einer CO2-freien Wärmetechnologie in unnötige Pflicht-Konkurrenz treten.

Außerdem ist es nicht unumstritten ob Heizstäbe überhaupt sinnvoll sind. Zwar sind sie in der Anschaffung sehr günstig, aber sie sind vor allem auch extrem ineffizient. Wenn ich mit Strom heizen will, dann kann ich auch direkt eine Wärmepumpe nutzen. Hier wird ja deutlich mehr Wärme je eingesetzter kWh Strom gewonnen. Dann kann ich mitunter nämlich gleich komplett auf den Gas- oder Ölbrenner verzichten. In jedem Fall spare ich deutlich mehr fossile Energie ein.

Und ob und wie stark privathaushalte Stromüberschüsse Abnehmen sollen, ist derzeit ja noch völlig unklar. Bislang ist das vor allem eine Idee von vielen. Ich persönlich finde es schon wichtig Strom- und Wärmemarkt zu vernetzen, aber einen Heizstab würde ich persönlich niemals dafür einsetzen. Wer nur kurzfristig aufs Geld schaut, kann das gerne machen. Für die Volkswirtschaft Deutschland halte ich diese Geräte aber für eine vergleichsweise schlechte Lösung.

 

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