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Stadtwerke haben durch Mini-Solaranlagen die Möglichkeit an der schnellen Energiewende teilzunehmen

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Eingestellt 17, Feb 2015 in Energiewende von Michael Balzar (16 Punkte)

Von kommunalen Energieversorgern wird erwartet, regional aktive und bürgernahe Vorreiter der Energiewende zu sein. Inzwischen haben Stadtwerke die Möglichkeit, mit Mini-Solaranlagen die Initiative in diesem umkämpften Markt zu ergreifen. Die kompakten Kleinstanlagen sollen die Stadtwerke in Zukunft dabei unterstützen, ihre Kompetenz für innovative Energiekonzepte in ihrer Region auszuweiten.

Der Energiemarkt verlangt eine umsichtige Strategie: Denn in einem Energiesystem, das in den kommenden Jahren zunehmend smarter wird, können die Mini-Kraftwerke eine zentrale Rolle spielen. Der Trend geht deutschlandweit zu mehr Eigenversorgung. Durch die gesteuerte Abgabe von Solaranlagen können Energieversorger einen diesbezüglich in vielen Teilen befürchteten „unkontrollierbaren Wildwuchs“ weitestgehend eindämmen.

In Deutschland haben sich die kommunalen Energieversorger bisher gegen Modelle, die den Stromverbrauch aus dezentralen Mini-Kraftwerken ermöglichen, gewehrt. Während es beispielsweise in den Niederlanden, der Schweiz oder Portugal für Eigenheimbesitzer oder Mieter problemlos möglich ist, Mini-Solaranlagen selbst zu installieren und an die Steckdose anzuschließen, wird dieser Vorgang in Deutschland in der Praxis noch vor Hürden gestellt. Im EU-Parlament wird diskutiert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen auch in Deutschland anzupassen und den Anschluss von Kleinstanlagen zu vereinfachen.

Aktiver Vertrieb von Mini-Solaranlagen erhöht Planbarkeit

Mini-Solaranlagen erzeugen in der Regel ausschließlich Strom für den Eigenbedarf, der nicht in die Netze zurückgespeist wird. Alle Komponenten des miniJOULE verfügen über die entsprechenden Zertifikate, um hier normengerecht im Hausnetz betrieben zu werden. Das miniJOULE kann bereits heute VDE-konform angeschlossen und betrieben werden.

Während eine geringe Zahl solcher Anlagen im Strommarkt kaum ins Gewicht fällt, kann der Anschluss vieler tausend Einheiten sich durchaus lokal bemerkbar machen und die Einkaufssituation für Energieversorger beeinflussen. Durch eine flächendeckende Nutzung von Smart Metern wird es Stadtwerken ermöglicht, ihren Energieeinkauf im Netz aufgrund der verstärkten Erzeugung der Anlagen bei Sonnenschein gut planbar zu minimieren.

Mit einem aktiven Vertrieb von Kleinstanlagen sind die Energieversorger selbst maßgeblich an der Installation der Einheiten beteiligt und gewinnen so die Kontrolle über das Gesamtvolumen dezentraler Erzeugungsanlagen. Ein wichtiger Schlüssel, um den Kenntnisstand über die Teilnehmer im Versorgungsgebiet zu erhöhen und die Kapazitäten besser zu managen. Die Stadtwerke haben durch eine aktive Politik im Umgang mit Mini-Kraftwerken jetzt die Möglichkeit, Entwicklung und Umgangsregeln mit Kleinsolarsystemen zu definieren. Erste Energieversorger besetzen die Thematik regional als Alleinstellungsmerkmal für sich und treiben sie im eigenen Sinne voran.

Stadtwerke können Mini-Kraftwerke in zahlreiche Vertriebstools integrieren

Dabei ist eine Vielzahl von Möglichkeiten denkbar, wie Stadtwerke Solaranlagen als Vertriebstool nutzen können. Dazu gehören Anreiz- oder Loyalty-Angebote in Verbindung mit Stromverträgen, insbesondere vergünstigten Öko-Strom-Tarifen. Sie sind auch geeignet als Bonus für Bestandskunden, um die Bindung zu Privat- oder Geschäftskunden nachhaltig zu stärken. Auf finanzieller Seite können die Stadtwerke so insbesondere von positiven langfristigen Kundenbindungseffekten profitieren. Die Stadtwerke Norderstedt zeigen, wie es gehen kann: Sie gehören zu den ersten Energieversorgern in Deutschland, die den strategischen Einsatz von Mini-Kraftwerken forcieren und sie erfolgreich als Kundenbindungstool nutzen. Die miniJOULE GmbH steht mit mehr als einem Dutzend Stadtwerke-Unternehmen in Verbindung, um entsprechende Konzepte zu entwickeln.

Engagement unterstreicht Positionierung als innovative Vorreiter der Region

Diese „ökologische“ Kundenbindung trägt dazu bei, das Image der Stadtwerke als nachhaltige Pioniere der Energiewende in ihrer Region zu unterstreichen. Gleichzeitig steigern die Energieversorger die Wettbewerbsfähigkeit in ihrem Markt, indem sie der steigenden Nachfrage nach kleinen Eigenverbrauchslösungen nachkommen. Mit dem aktiven Angebot von entsprechenden Lösungen zeigen sie ihren Kunden, dass sie ihre Wünsche verstehen und umzusetzen wissen. Denn alle Umfragen zeigen: Erneuerbarer Strom wird von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung gewünscht.

Unkomplizierte Installation der Kleinstanlagen spricht großen Markt an

Zielgruppen der Stadtwerke können sowohl Hausbesitzer und kleine Unternehmen als auch Wohnbau-Gesellschaften sein, die die Mini-Kraftwerke wiederum als Anreiz für ihre Mieter einsetzen. Für den vertrieblichen Einsatz des miniJOULE gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im Standardfall werden die Endkunden die Anlage wohl kaufen und über viele Jahre Stromkosten einsparen.

Stadtwerke können so ihre engen Kontakte zur Wohnungsbaubranche stärken, indem sie diesen gegenüber wiederum als Partner für innovative Energiekonzepte auftreten. So ermöglichen sie es mit den Mini-Kraftwerken insbesondere der großen Masse der Mieter, verstärkt und unkompliziert von den Vorteilen der dezentralen Energieerzeugung und damit von der Energiewende insgesamt zu profitieren.

Für die Installation sind keine komplizierten Dachkonstruktionen notwendig. Mini-Solaranlagen sind so kompakt, dass sie problemlos auf Dächern, Carports, im Garten oder auch am Balkongitter angebracht werden können. Sie bieten den Nutzern ein flexibles System, das auch die Mitnahme bei Umzug ermöglicht und jederzeit individuell erweiterbar ist. Ein Smart Meter ist für den Betrieb nicht zwingend erforderlich. Bei vielen Energieversorgern ist er für das zukünftige Smart Grid allerdings ein fester Bestandteil, um Energieflüsse besser im Blick zu haben und darauf Einkaufs- und Vertriebsstrategien aufzubauen. Schon zwei Module mit rund drei Quadratmetern Fläche erwirtschaften in Deutschland unter guten Bedingungen zwischen 400 und 500 kWh Strom pro Jahr. Damit lässt sich ein Energiegewinn von rund 120 € pro Jahr erwirtschaften.

Fazit

Sowohl Eigenheimbesitzer und Mieter als auch gewerbliche Betriebe haben das Bedürfnis, von einem innovativen Energieversorger betreut zu werden, der ihnen bei der Optimierung aller Energie-Maßnahmen beratend zur Seite steht. Mit dem aktiven Vertrieb von Mini-Kraftwerken bauen die Stadtwerke ihre Energieberatungskompetenz aus und werden zu strategischen Partnern ihrer Kunden. Die Unternehmen gehen bei der Energiewende mit innovativen Konzepten voran und tragen der zunehmenden Nachfrage nach Eigenverbrauchslösungen Rechnung. Erste Stadtwerke berücksichtigen schon heute die kommenden EU-Vorgaben und haben dadurch die Möglichkeit, in ihrer Region mit Nachdruck als Kompetenzträger, Umsetzungshelfer sowie erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Energiesparkonzepte in Erscheinung zu treten.

   

3 Antworten

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Beantwortet 17, Feb 2015 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Werbung sollte meiner Meinung nach auch als solche gekennzeichnet sein. Aber gut, wenn man sich die Mühe macht über die Profilseite des Authors die Webseite seines Unternehmens aufzurufen kommt man ja drauf.

Ausserdem würde ich in einem Forum wie diesem erwarten, dass Dinge halbwegs richtig dargestellt werden. Zu behaupten, dass man mit einer installierten Leistung von knapp 400 Wp in Deutschland zwischen 400 und 500 kWh im Jahr erzielen kann ist ziemlich grenzwertig. Unter optimalen Bedingungen (Süddeutschland, Südausrichtung, 30 - 40 ° Neigung, keine Verschattung) sind in guten Jahren vielleicht 450 kWh möglich. Aber wer hat schon an einem Balkongeländer ideale Bedingungen und wie oft sind die Jahreserträge halt nur max. 900 und nicht 1100 kWh/kWp?

450 kWh*0,27 ct/kWh = 121,50 €. Herr Balzar verwechselt Einnahmen (bzw nicht gehabte Ausgaben) mit Gewinn. Bei einem Preis von kann 900 € brauche ich aber erst einmal 7,5 Jahre bis ich die Kosten erwirtschaftet habe (ohne Verzinsung und bei 8 Jahren bestem Solarwetter). Bei einer realistischeren Annahme von vielleicht 350 kWh/a kommen wir schon in die Gegend von 10 Jahren und hoffen, dass dann die Wechselrichter noch nicht schlapp machen ...

Ich will das Produkt nicht miesmachen, auch meine privaten Dachanlagen brauchen etwa 10 - 12 Jahre zur Refinanzierung und trotzdem habe ich dafür einiges investiert, aber ich wusste worauf ich mich einlasse.
Kommentiert 17, Feb 2015 von Michael Balzar (16 Punkte)
Ich hoffe, ich muss mich nicht entschuldigen, dass ich als Photovoltaikexperte in den Diensten eines Unternehmens stehe und es ausdrücklich gewünscht ist, Branchen-Kompetenz von 20 Jahren in diesem Forum zur Verfügung zu stellen.

Wer den Artikel aufmerksam liest wird feststellen, dass ich vor allem für eine Sache werbe – nämlich dafür, dass Stadtwerke Micro-PV-Anlagen, diese wunderbaren Bausteine der Energiewende , für sich entdecken und diese dadurch einen einfacheren Weg zu den Menschen finden. Es soll nicht nur Privilegierten mit geeignetem Dach oder ausreichendem Kapital vorbehalten sein, PV-Anlagen installieren zu können. Seit 3 Jahren kämpfen wir mit diesen Systemen in Deutschland praktisch gegen Windmühlen, wenn es darum geht, diese kleinen Leistungen unbürokratisch ans Netz zu bringen. Die Hürden werden in Form von nicht nachvollziehbaren Regeln und Normen sehr hoch gestellt und die Anlagen dadurch unnötig verteuert. Es ist eine Menge Willkür und „Angstmache“ im Spiel.

Die Grundphilosophie einer micro-Anlage besteht darin, dass jeder seinen eigenen Öko-Strom erzeugen kann und somit Stromkosten einsparen und sich ein wenig unabhängig machen kann. Die Energie soll dort verbraucht werden, wo sie erzeugt wird – es soll nichts ins öffentliche Netz gelangen. Damit sind diese Anlagen die kleinsten aber auch sehr effektive Bausteine der Energiewende.

Ich würde in einem Forum wie diesem erwarten, dass „Experten“, die zu meinem Artikel Stellung beziehen, diesen auch richtig lesen. Zum einen ist weder davon die Rede, dass 400W installiert sind, noch dass Balkone der bevorzugte Installationsort sind. In meinem Artikel ist von ungefähr 3m² Solarfläche die Rede, die 400-500kWh Strom erzeugt. Bei dieser Annahme bin ich von 2x250Wp ausgegangen und liege mit der erzeugten Menge Solarstrom, je nach Standort, ganz gut. Die Wagheit der Angaben läßt möglicherweise auch den Schluss zu, dass es sich dabei nicht um eine Wirtschaftlichkeitsanalyse handelt, sondern nur aufzeigen soll, dass der Betreiber Stromkosten einsparen kann und das System sich im Laufe der Zeit rechnet.

Menschen, die ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen eine PV-Anlage installieren, kann ich nicht helfen. Wer aber an der Energiewende interessiert ist und an ihr teilhaben möchte, auch ohne geeignetes Dach oder ausreichendes Kapital, der kann mit so einem System über viele Jahre hinweg seine Stromrechnung senken und sich ein wenig unabhängiger machen – umgerechnet erzeugt man seinen Solarstrom für 12 bis 14 Cent. Die Rechnung für das eingesetzte Kapital geht sogar gut auf und die Betreiber können 1 und 1 zusammen zählen und wissen worauf sie sich einlassen.
Kommentiert 18, Feb 2015 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Hallo Herr Balzar,

Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen und ich habe Ihren Artikel gründlich gelesen. Dass Sie Stadtwerke inspirieren möchten, ihren Kunden solche Mini-Anlagen zu empfehlen, finde ich ok. Aber letztendlich machen die Investition Privatleute auf "eigene Rechnung". Sie machen eine Rechnung auf, die man anhand der Module auf ihrer Webseite vielleicht falsch interpretiert. An meiner Aussage über die 10 Jahre Paybackzeit ändern die 250W-Module auch nichts, denn die kosten dann auch entsprechend mehr ...

Die Energiewende unterstütze ich schon sehr lange und ich habe einiges investiert, zu Zeiten als die Renditen eher bescheiden waren, weil ich das Thema voranbringen wollte.

Beste Grüße
Martin Werner
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Beantwortet 18, Feb 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Michale Balzar,

ich kann den Aussagen des Herrn Werner nur zustimmen. Ich bin als Elektroinstallateur, der sich den erneuerbaren Energien verschrieben hat ganz klar der Meinung, diese Mini-PV-Anlagen werden in Zukunft ein Teil unserer Energiewende sein. Allerdings sollte mit den Kaufinteressenten fair umgegangen werden.

Dazu sollten ein paar Aussagen ( auch von Ihrer Homepage ) klargestellt werden:

Weswegen unterstellen Sie, dass es in Deutschland keine klare Regeln zum Anschluss von PV-Anlagen gibt? Meiner Meinung nach sind einige wichtige Details eindeutig vorgeschrieben.

- Anschluss einer PV-Anlage über Schuko-Stecker an einer Steckdose im Verbrauchsstromkreis ist nach VDE verboten

- Bei Betrieb einer PV-Anlage muss immer ein 2-Richtungs-Zähler ( bei Überschusseinspeisung ) oder ein Zähler mit Rücklaufsperre ( bei reinem Eigenverbrauch ) eingebaut werden. Das verursacht dem Betreiber zusätzliche Kosten

- Vielleicht können Sie mich aufklären, weswegen beim Einsatz von mehr als 6 Modulen ein Fachmann zu Rate gezogen werden soll. Da bereits der AC-Anschluss über Schuko-Stecker und einen Endstromkreis nicht zulässig ist benötigt der Betreiber schon zum Anschluss eines Modules den Fachmann. Vielleicht kenne ich aber irgend eine neue Norm noch nicht, dann dürfen Sie mich gerne aufklären.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich keineswegs gegen solchen Mini-PV-Anlagen bin, aber nur mit fairen Informationen machen wir uns nicht den Markt kaputt bevor er überhaupt richtig existiert.

 

Kommentiert 18, Feb 2015 von Michael Balzar (16 Punkte)
Hallo Herr Geckler,
zunächst möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Aussagen meines Artikels und nicht unsere Firmenhomepage zur Diskussion stehen. Etwas mehr Sachlichkeit kann sicherlich nicht schaden.
Ich möchte aber trotzdem kurz auf Ihren Kommentar eingehen:
1. In der Tat gibt es für micro-Systeme, die über die Steckdose den Solarstrom für den Sofortverbrauch ins eigene Hausnetz einspeisen, keine klaren Regeln. Aus diesem Grund wurden Regeln von PV-Anlagen, die gem. EEG angeschlossen werden angewendet. Wir  sind seit einigen Jahren zusammen mit dem VDE in Gremien, die Vereinfachungen im Umgang mit Kleinstsolaranlagen prüft – leider ist das ein sehr zähes Unterfangen. Es macht schon nachdenklich, dass es in europäischen Staaten wie z.B. Holland, Portugal und der Schweiz eine Steckdoseneinspeisung bis zu einer bestimmten Leistung (Bagatellgrenze) erlaubt ist. Ich denke, wir reden hier nicht von Ländern, die sich Ihrer Verantwortung hinsichtlich Sicherheit nicht bewusst sind. Ich glaube vielmehr, dass Dinge auch maßlos „überregelt“ sein können und dass in vielen Fällen auch mit „Kanonen auf Spatzen“ geschossen wird. Der gesunde Menschenverstand wäre an der einen oder anderen Stelle ganz hilfreich.
2. Der VDE ist keine gesetzgebende Instanz – er gibt Regeln und Empfehlungen weiter! Das wird leider oft verwechselt und es wird Interessenten von micro-Systemen suggeriert, sie handelten gesetzeswidrig und machten sich straffällig. Jeder Steckdose, die Sie im Baumarkt erwerben können, liegt ein Hinweis bei, dass diese nur durch Fachpersonal installiert werden darf. Es wird jedoch kaum jemand eine Steckdose im Baumarkt kaufen und diese dann durch einen Fachinstallateur einbauen lassen.
3. Meines Wissens nach sind Netzbetreiber verpflichtet , bei Neuinstallationen einen Zähler mit Rücklaufsperre einzubauen. Anfang letzter Woche wurde ein Positionspapier des BMWi veröffentlicht, dass den Rollout von Smart Metern ab 2017 beinhaltete. Damit wären geeignete Zähler für die Erfassung von Kleinstanlagen verpflichtend.
4. Der Großteil unserer Kunden betreibt micro-Anlagen mit 1-2 Modulen (max. 400-500W)! Keine dieser Anlagen wird als EEG-Anlage betrieben, d.h. ins öffentliche eingespeiste Energie geht verloren und wird nicht vergütet. Jeder dieser Kunden hat vor allem den Eigenverbrauch im Focus. Wenn es unter besonderen Umständen (Juni, sonniger Tag, Mittagszeit, nicht ausreichend Verbrauch) doch dazu kommen sollte, dass Energie für einen kurzen Zeitraum eingespeist wird, reden wir von wenigen WATTSTUNDEN und nicht KILOWATTSTUNDEN! Und dafür werden dann Regeln angewendet wie z.b. 70%-Regelung, 2-Richtungszähler, NA-Schutz und viele andere „Knüppel“, die dem Betreiber zwischen die Beine geworfen werden.
Die Welt könnte so einfach sein: Einfach eine Bagatellgrenze für micro-PV-Anlagen (z.B. 400-600W) definieren, die über die Steckdose eingespeist werden kann. In den meisten Fällen wird das Modul an eine Außensteckdose angeschlossen, die separat abgesichert ist – dieses sollte Standard sein. Eine zukünftige Ausstattung aller Haushalte mit Smart Metern verhindert das „unkontrollierte“ Einspeisen der Energie. So könnte einem effektiven und wichtigen Baustein der Energiewende der Weg geebnet werden.
Kommentiert 18, Feb 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Michael Balzer,
ich möchte mich für Ihre ausführlichen Antworten zuerst bedanken.
Meine Erfahrung, auch in den vergangenen Jahren, ist aber dass vor allem die Micro PV-Anlagen nicht im Neubau sondern in bestehenden Gebäuden installiert werden müssten. Dort sind eben keine Zähler mit Rücklaufsperre sondern vor allem alte schwarze Ferraris-Zähler installiert.
Besonders kritisch finde ich als Elektrotechniker die Aussagen, dass bei Micro-PV-Anlagen, die über Steckdosen ins bestehende Stromnetz einspeisen die Module ( laut Ihrer Aussage ) an eine Außensteckdose angeschlossen werden können. Es ist jedoch Fakt, dass eine separate Zuleitung für die Außensteckdose die absolute Ausnahme ist. Üblicherweise wird die Außensteckdose vom Stromkreis des Raumes versorgt, von dem auch der Zugang zu Balkon oder Terrasse erfolgt. Das bedeutet automatisch, dass an einer Steckdose in diesem Raum Verbraucher mit der Nennlast des Leitungsschutzschalters + Einspeisung der PV-Module betrieben werden können. Aus der Summe ergeben sich Leistungen bzw. Ströme für die Schuko-Steckdosen nicht ausgelegt sind.
Wenn jetzt z.B. in den Betriebsanleitungen der Micro PV-Anlage gefordert würde, dass vom Fachmann ein Leitungsschutzschalter mit maximal 10A eingebaut werden muss, wenn die Einspeisesteckdose von einem Endstromkreis versorgt wird, wäre zumindest die Überlastung der Steckdosen im Stromkreis ausgeschlossen.
Ich freue mich auf die weitere Diskussion, da ich möglichst schnell solche Anlagen anbieten möchte, die aber nachweislich normkonform errichtet werden können.
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Beantwortet 18, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Sehr geehrte Diskutierende,

die Idee, dass kommunale Energieversorger aktiv den Bau von PV-Anlagen, auch von sehr kleinen auf und an Einfamilienhäusern vorantreiben, finde ich sehr gut. Sie ist einer von vielen anderen Bausteinen einer Energiewende, die Bürger mit einbindet. Es kommt wie immer auf die Details der Ausgestaltung an. Eine Analyse solcher Aktivitäten von Energieversorgern erfolgte unter anderem im Projekt Sustainable Energy Management Systems - SEMS. Der Monitoringbericht kann auf Deutsch von der Projektwebsite heruntergeladen werden:

http://www.sems-project.eu/default.asp?Menue=341

Auf Seite 94 werden einige Aktivitäten von Energieversorgern in der Verbandsgemeinde Weilerbach, Pfalz, genauer besprochen und verglichen.

Weilerbach gehört zu den Vorreitern der Energiewende und bindet Bürger systematisch ein. Nähere Informationen finden Sie unter:

http://weilerbach.de/energiebuero/index.html

Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
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