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Inwieweit lohnen sich PV-Anlagen, die speziell für den Eigenverbrauch von Gewerbebetrieben gebaut werden?

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Eingestellt 23, Jun 2014 in Photovoltaik von Anonym
   

4 Antworten

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Beantwortet 24, Jun 2014 von Tina Ternus (328 Punkte)
Hallo,

pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn Dreh- und Angelpunkt ist der Eigenverbrauchsfaktor. Dieser hängt von Stromverbrauch, Lastprofil und PV-Anlagengröße ab und wird je Einzelfall individuell ermittelt. Besonders genau wird die Ermittlung des Eigenverbrauchsfaktors, wenn das konkrete Lastprofil vom Objekt vorliegt (z.B. 15 min Takt), was bei größeren Objekten der Fall ist. Die Lastprofile erhält man vom Netzbetreiber. Je besser der Verlauf des Stromertrags mit dem Verlauf des Lastprofils zeitlich übereinstimmt, umso höher der Eigenverbrauch, umso höher die Rentabilität.

Daher sind für Eigenverbrauchsanlagen Ost-West-Dächer mittlerweile sehr interessant, während die früher so heiß begehrten 30° geneigten, großen Süddächer im Vergleich zu einem gleichmäßigen Lastprofil schnell zu große Mittagsspitzen erzeugen, die ohne Speichersystem (Zusatzkosten) nicht selbst genutzt werden können, sondern zu niedrigen Einspeisetarifen eingespeist werden.

Bei einem Eigenverbrauchsfaktor ab 40-50% erreicht man in der Regel Rentabilität, was aber auch wiederum vom eingesparten Strombezugspreis abhängt. Je höher der eingesparte Strombezugspreis, umso lohnender.

Optimal für eine gute Rentabilität bei Eigenverbrauch ist z.B. ein Schlossereibetrieb mit einem flach geneigten Ost/West-Dach, der tagsüber von 08.00 - 18.00 Uhr einen gleichmäßigen Verbrauch hat, ab und an Wochenendschichten einlegt. Der zwar einen ordentlichen Stromverbrauch, aber dennoch nicht wie größere Gewerbekunden den Strom über die Börse für einen Appel und ein Ei einkauft, sondern inkl. aller Abgaben fast so hohe Strompreise bezahlt wie Haushaltskunden. Hier ist PV ideal und geradezu ein Muss ;-)

Für eine private Musikschule hingegen (ebenfalls Gewerbe) mit einem Riesen Süddach, die hauptsächlich nachmittags und abends Unterricht für Schüler anbietet, in den Sommerferien zu hat, am aktivsten im Winter ist zur Konzertsaison und als Stromverbraucher im Wesentlichen Beleuchtung hat, würde es schwierig werden, mit einer PV-Anlage Rentabilität zu erreichen, auch bei hohem Strombezugspreis.

Daher: Gewerbe ist nicht gleich Gewerbe. Es muss bei einer seriösen Rentabilitätsberechnung immer eine Einzelobjektsimulation und Berechnung vorgenommen werden.
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Beantwortet 23, Jun 2014 von Andreas Iliou (844 Punkte)
interessant,

bei einer gut ausgelegten Anlage lohnen sich die Ausgaben allemal. Ein Profil muss allerdings ausgearbeitet werden wann ,wie gross und ob mit oder ohne Speicher die Anlage arbeiten soll.

Es muss herausgearbeitet werden ob mit Selbsteinlage, fremdfinanziert oder aber gemietet werden sollte.

Jede Variante hat Ihre Vor und Nachteile , aber bei den derzeitigen Strompreisen "rentiert " sich das Modell "immer".

Eine Reduktion sowie ( Preisbindung ) auf die nächsten 20 Jahre ja nach Geschäftsmodell und Firma und bei den derzeitigen "billigen" Komponenten - sollte nicht lange überlegt werden.

 

Cheers

Andreas Iliou
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Beantwortet 24, Jun 2014 von Martin Schorlies (940 Punkte)

Hallo Anonym,

abhängig von Ihrem Gewerbe und damit verbundenen Lastanforderungen, muss eine entsprechende Planung erfolgen. Gerade in Produktionsbetrieben sind die variablen nahezu grenzenlos. Wichtig jedoch: Sie haben Ihren eigenen Strom, zu festen Kosten, im Zuge der Installation kann auch gleich ein Energiemanagement eingeführt werden, und wenn z.B. MItarbeiter (sofern denn sinnvoll) mit eingebunden werden (Audits, Beteiligung an der Anlage...) wird sich die Wirksamkeit der Investition allemal rentieren.

Aber Grundsätzlich gilt:

  • Tagsüber wird Strom verbraucht und gleichzeitig von der Anlage produziert.
  • Sommerüberschüsse der Leistung können auch gerne Klimaanlagen/Kühlanlagen betreiben und so das Raumklima verbessern (-> dann meist auch die Produktivität der MA)
  • in Verbindung mit Speichersystemen haben Sie auch je nach System eine Stromausfallsicherhheit (USV)
  • Grundstein für ein Energiemanagementsystem, dass als Nebeneffekt uneffiziente Energien aufzeigt und so als Kostenpunkt eleminieren lässt.

Sicherlich ist das erstmal eine zu stemmende Investition (kann auch extern erfolgen), jedoch überwiegen die Vorteile. Die einzige Sicherheit die Sie bezüglich der Energie jetzt haben: Abhängigkeit und laufende Rechnungen mit steigender Trend.

MfG
Martin Schorlies

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Beantwortet 24, Jun 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin, moin,

passend zur Art des Gewerbes dimensioniert, lohnt sich eine PV-Anlage immer.

Da bei kleinen und mittleren Stromverbrauchern auch im Gewerbe kein "Lastgang" vom Energieversorger zu bekommen ist, sollte der planende Betrieb auf alle Fälle erst einmal eine "Verbrauchskurve" für den betreffenden Betrieb erstellen. Ein entsprechendes Messgerät sollte jede Firma haben, die Batteriespeicher für Kleinverbraucher (Einfamilienhaus & vgl.) anbietet, da sonst jede Dimensionierung ein Glücksspiel ist.

Auf Grund dieser Daten kann dann auch eine PV-Anlage mit möglichst hohem Eigennutzungsgrad geplant werden. Optimal ist natürlich ein relativ konstanter Stromverbrauch, z.Bsp. Möbelhäuser wo fast die gesamte Energie tagsüber für Beleuchtung verbraucht wird.

Dauernde Sprünge im Verbrauch verringern eine optimale Auslegung, z.Bsp. Pumpstationen, die vom Wasserstand oder anderen unkontrollierbaren Einflüssen abhängig geschaltet werden.

All diese Aspekte und vor allem die realen Werte müssen in eine vernünftige Planung mit einfließen.

mfg   tugu
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