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Eigensicherheit bei thermischen Solaranlagen

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Eingestellt 22, Mai 2014 in Solare Wärme, Heizen von Armin Schmidt
Weshalb werden bei thermischen Solaranlagen die Kollektoren übermässig häufig so verrohrt, dass sie bei Stagnation nur leersieden und nicht leergedrückt werden können? Dies trägt nicht zur Eigensicherheit einer Anlage bei, insbesondere bei Stromausfall. Gibt es keine verbindlichen Richtlinien zur Installation?

Wer übernimmt bei ev. Schäden an der Anlage als Folge eines Stillstands die Kosten, wenn die Kollektoren nicht so verrohrt sind, dass sie günstig entleert werden können?
   

2 Antworten

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Beantwortet 5, Jun 2014 von Roland Siemon (221 Punkte)
Häufiger Stillstand bei thermischen Solaranlagen ist nicht auf die Verrohrung zurückzuführen, sondern auf das Symptom Nummer eins: zu kleine Speicher. Die Größe des Speichers richtet sich nach der Heizlast des Hauses als Wärmeverbraucher  und der Leistung der Solaranlage als Wärmeerzeuger. Eine Berechnung ist erforderlich. Die Erfahrung hat gezeigt, das 100-120 Liter je m² Bruttokollektorfläche günstig sind. Selbst dieses Speichervolumen ist im Sommer zur Urlaubszeit irgendwann erschöpft. Wird die Anlage nicht rückgekühlt (geht nur bei Flachkollektoren), geht die Anlage in den Stillstand. Das hält sie auch aus. Schäden sind nur bei falscher Montage, ungeeigneten Dichtungen, zu kleine oder defekte Ausdehnungsgefäße oder allgemeine Alterungsprozesse zu erwarten. Meist kann der Bauherr selbst für ein langes Anlagenleben sorgen: Einfach bei der Erklärung der Anlage bei Inbetriebnahme zuhören und das machen, was ihm zum erfolgreichen Betrieb der Solaranlage geraten wird.
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Beantwortet 4, Jun 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)

Ich bin nicht Ihrer Meinung, das Solarthermieanlagen überwiegend falsch angeschlossen bzw. verrohrt werden. Die meisten Heizungsbauer und Solarteure werden sich  - selbst wenn Sie keine ausgewiesenen Fachleute auf dem Gebiet sind - zumindest an das mitgelieferte Hydraulikschema des Herstellers halten. In den meisten Fällen ist im Solarkreislauf auch ein genügend groß dimensioniertes Solarausdehnungsgefäß integriert, um die siedende Solarflüssigkeit aufzunehmen. Es gibt auch Hersteller, die sogenannte "Drain-Back-Systeme" entwickelt haben und anbieten. Diese sind aber nicht in jedem System enthalten.

Zur Kostenerstattung:

Sollte der Installateur das System falsch ausgelegt, bzw. montiert haben, ist er Ihnen natürlich regresspflichtig, allein der Stillstand der Anlage allein (z.B. durch Stromausfall) und ein daraus resultierender Schaden berechtigt keine Schadenersatzforderungen. Sie sollten im Vorfeld einer Auseinandersetzung die Schadensursache durch einen Gutachter feststellen , bzw. die Anlage überprüfen lassen.

(Disclaimer: Diese Antwort gibt nur die persönliche Meinung des Verfassers wieder. Die rechtliche Seite eines solchen Schadens und die Vorgehensweise klären Sie bitte mit dem Anwalt Ihres Vertrauens.)

 

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