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Was sagt der Koalitionsvertrag zum Thema Energiewende im Wärmemarkt?

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Eingestellt 4, Dez 2013 in Solare Wärme, Heizen von Anonym
Es sieht so aus, als ob überall der Rückwärtsgang einglegt wird. Verstehe ich das richtig, dass das auch bei Wärme und Sanierung, bzw.Isolierung eher zurückgedreht wird, als weiter gefördert?
   

2 Antworten

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Beantwortet 4, Dez 2013 von Björn-Lars Kuhn (280 Punkte)

Der Bereich Wärme wird im Koalitionsvertrag ein paar Mal angesprochen.

Die Hauptaussagen finden sich auf den Seiten 52 und 57. Dort heißt es:


Klimafreundlicher Wärmemarkt

Der Wärmemarkt ist mitentscheidend für eine erfolgreiche Energiewende. Seine Umgestaltung ist ein langfristiger Prozess. Ziel der Koalition bleibt es, bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu haben. Dazu müssen der Energieverbrauch der Gebäude adäquat gesenkt und gleichzeitig der Ausbau erneuerbarer Energien zur Wärmenutzung vorangetrieben werden.

Auf der Grundlage eines Sanierungsfahrplans werden wir im Gebäudebereich und im
Wärmemarkt als erste Schritte folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz wird auf der Grundlage des Erfahrungsberichtes und in Umsetzung von europäischem Recht fortentwickelt sowie mit den Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) abgeglichen.

  • Der Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand sollte weiterhin auf Freiwilligkeit beruhen.

  • Wir werden die Informationen von Käufern und Mietern über die energetische Qualität eines Gebäudes weiter verbessern und transparenter gestalten.

  • Das bewährte Marktanreizprogramm werden wir verstetigen.

  • In einem Strommarkt mit einem weiter zunehmenden Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien werden wir Strom, der sonst abgeregelt werden müsste, für weitere Anwendungen, etwa im Wärmebereich, nutzen.

[Seite 52]

und weiter :

Die rechtlichen und finanziellen Bedingungen für die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung wollen wir so gestalten, dass der KWK-Anteil auf 25 Prozent bis 2020 ausgebaut wird. Auf Grundlage einer umgehend zu erstellenden Potenzialanalyse werden wir in 2014 auch die Rahmenbedingungen für KWK wie insbesondere das KWKG überprüfen und anpassen. Die EU-Energieeffizienz-Richtlinie setzen wir so in deutsches Recht um, dass die dort vorgesehenen Möglichkeiten zur Anerkennung der Vorteile von KWK- und Fernwärme bei Primärenergie und CO 2 -Einsparung gegenüber anderen Heizsystemen besser zur Geltung kommen.
[Seite 57]

Außerdem gibt es noch eine kurze Passage zum Thema Energieeffizientes Bauen und Sanieren aus Seite 116.
Der vollständige Vertrag kann bei der CDU heruntergeladen werden

 

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Beantwortet 9, Dez 2013 von Nicole Münzinger (686 Punkte)

Hier habe ich noch einen Artikel von Frederic Leers vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. dazu gefunden

Heizungsindustrie zum Koalitionsvertrag: Energiewende im Wärmemarkt abgesagt?  

Köln, 02.12.2013 – Seit letzter Woche liegt der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vor. Die Einschätzung der Heizungsindustrie dazu fällt zwiegespalten aus. „Die große Koalition scheint die Energiewende im Wärmemarkt noch weniger konsequent umsetzen zu wollen als Schwarz-Gelb“, so Manfred Greis, Präsident des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). „Steueranreize für Effizienzinvestitionen in letzter Sekunde im Vertrag zu eliminieren ist völlig unverständlich, zumal CDU/CSU sowie weite Teile der SPD diese im Sinne der Energiewende im Wärmemarkt unbedingt wollten.“

Jahrelang kämpften Energie- und Umweltpolitiker partei- und fraktionsübergreifend für die Steueranreize. Es sollte endlich eine deutliche Beschleunigung des schleppenden Modernisierungstempos im Wärmemarkt erreicht werden. Auch Maßnahmen an der Gebäudehülle und deren steuerliche Förderung gehörten zur Zielsetzung. Selbst Bundeskanzlerin Merkel warb in den vergangenen Monaten wiederholt für Steueranreize, die sie völlig zu Recht als finanziell selbsttragende Maßnahme bezeichnete.

„Neben dem Manko der fehlenden Steueranreize gibt es allerdings auch positive Aspekte für den Wärmemarkt im Koalitionsvertrag“, so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH. „Insbesondere den geplanten Verzicht auf Ordnungsrecht für den Gebäudebestand sehen wir als zielführend an. Als marktwirtschaftlich orientierte Politik pro Wärmemarkt sehen wir außerdem die Aufstockung bzw. Vereinfachung des KfW-Programms sowie die Synchronisation von EnEV und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz.“

Der Koalitionsvertrag sieht zudem einen nationalen Aktionsplan Energieeffizienz vor. Manfred Greis: „Wir werden in dem hier geplanten Dialog zwischen Politik und Wirtschaft konkrete Vorstellungen über Strategien zur Erschließung der Potenziale im Wärmemarkt einbringen. Immerhin entfallen auf den größten Energieverbrauchssektor Deutschlands 40 Prozent des Endenergieverbrauchs. Entsprechend hohe Priorität muss auf den Wärmemarkt gelegt werden.“ Der BDH setzt dabei auf die Doppelstrategie aus Effizienz und erneuerbaren Energien. „Unsere Industrie verfügt für jede Energieart im Wärmemarkt über eine optimale Lösung, diese Doppelstrategie konsequent umzusetzen“, ergänzt Greis. 

Quelle: http://www.bdh-koeln.de/presse/pressearchiv/2013/2013-details/datum////heizungsindustrie-zum-koalitionsvertrag-energiewende-im-waermemarkt-abgesagt.html

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