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Was ist die richtige Solarstrom-Speicher Größe für eine mittelgroße Photovoltaik-Anlage

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Eingestellt 22, Mär 2013 in Photovoltaik von Anonym

Was ist besser? Grössere PV-Anlage, kleiner Speicher oder kleinere Anlage und grösserer Speicher?

Was macht mehr Sinn und ist wirtschaftlicher für ein Einfamilienhaus, eine grössere Photovoltaik-Anlage und ein kleinerer Speicher oder eine kleinere Anlage und ein grösserer Speicher?

   

4 Antworten

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Beantwortet 27, Mär 2013 von Peter Knuth (55 Punkte)

Die Auswahl des richtigen Solarstromspeichers hängt von verschiedenen realen und emotionalen Faktoren ab. Zunächst muss man sich die Fragen stellen aus welchen Gründen man einen Speicher installieren lassen möchte und was man erreichen will, Maximale Wirtschaftlichkeit oder maximale Eigenproduktionsdeckung? Leider kann man keine Pauschalantwort geben. Hier ist eine individuelle Betrachtung immer notwendig. Beispiel: Eine vierköpfige Familie hat einen Jahresstromverbrauch von 5.000kWh und ein Hausdach mit ca. 80m² Süddachfläche. Hier ist die Installation einer ca. 8kWp großen Photovoltaikanlage möglich, die im Jahr 7.000kWh produziert. Geht man davon aus, dass die Familie durch eine PV+Speicher-Kombination eine Eigenproduktionsdeckung von ca. 70 Prozent erreicht, dann würde die Familie 3.500 kWh (5.000 x 70 % = 3.500kWh) selbst herstellen, speichern und verbrauchen. Die restlichen 3.500kWh (7.000 – 3.500kWh) müsste die Familie aktuell an das öffentliche Stromnetz verkaufen. In diesem Fall wäre ein 5 kWh Lithium-Ionen Speicher mit einer maximalen Entladungstiefe von 20 Prozent optimal geeignet. Die PV-Anlage könnte auf 5kWp (50m²) reduziert werden, bei einer 8kWp-PV-Anlage könnte die Familie den Speicher auch bei schlechteren Lichtverhältnissen besser laden. Um eine individuelle Aussage tätigen zu können sind folgende Angaben notwendig: - Jahres-Stromverbrauch - Wann wird der Strom am ehesten verbraucht, mehr am Tag oder in der Nacht? - Was soll erreicht werden, maximale Wirtschaftlichkeit oder maximale Eigenproduktionsdeckung? - Dachgröße

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Beantwortet 18, Mai 2014 von Armin Schmiegel (113 Punkte)

Solarstromspeichersysteme haben zwei Einnahmequellen: gesparte Stromkosten und Einspeisevergütung, durch den Verkauf von Überschussstrom. Solange Sie Ihren Überschusstrom noch über die EInspeisevergütung verkaufen können, gilt grundsätzlich ersteinmal "Viel hilft viel". Wie groß Sie also die PV-Anlage wählen, hängt eher vom Dach ab.

In verschiedenen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass die PV-Produktion 20% größer sein sollte, als der Verbrauch. Dann haben Sie eine sehr ertragreiche Anlage.

Die Größe des Speichers bemißt sich aber an Ihrem Nachtverbrauch. Bei einer durchschnittlichen Familie mit 4000-5000kWh Stromverbrauch können Sie im Schnitt mit 4-6kWh in der Nachtphase rechnen und diesen sollten Sie sinnvoller Weise mit einem Speichersystem decken können. Ein Vergleich, ob ein großer, langlebiger Speicher oder ein eher kleiner, kurzlebiger Speicher sinnvoll ist finden Sie in ( http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1876610214001799 ).

Aus der obigen genannten Untersuchung geht hervor, dass beide Systemkonzepte (ohne Alterung der Batterie) rentabel sein können. Sie müssen aber stets die Alterung der Batterien im Auge behalten. Für die Wirtschaftlichkeit ist dabei die Lebensdauer der Batterie entscheidend. Sie müssen in der Regel mit Rückflussdauern (Amortisationszeiten) von 10-12 Jahren rechnen. (Dafür liegt die Rendite bei 6-8%).

 

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Beantwortet 19, Mai 2014 von Tjarko Tjaden (264 Punkte)
Ich würde Herrn Schmiegel zustimmen bei der Einschätzung, dass "viel PV" erstmal "viel hilft". Durch die noch bestehende Einspeisevergütung und die Einsparung als Netzbezugskosten durch den solaren Eigenverbrauch rechnen sich auch heute noch relativ große Photovoltaiksysteme.

Einen aufschlussreichen Artikel zur optimalen Dimensionierung von PV-Syspeichersystemen aus ökonmischer Sicht finden Sie unter folgendem Link:

http://pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/2014/04/pv-magazine-2013-Optimale-Dimensionierung-von-PV-Speichersystemen.pdf
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Beantwortet 21, Mai 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)

Sehr geehrte Kollegen,

bitte entschuldigen Sie das ich Ihre Standpunkte und Argumente nur bedingt teile:

Ich würde die Antwort von Herrn Knuth favorisieren, die darauf abzielt, der Interessent möge sich umfassend von einem Fachmann - unter Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse und Intentionen des Nutzers - beraten lassen.

Man kann nicht pauschal sagen, welche Erträge PV-Anlagen generieren und wie hoch der Eigenverbrauch und der Autarkiegrad desjenigen sein wird, ist im Einzelfalls zu bestimmen.

"Viel hilft viel" ist meines Erachtens eine Aussage aus der PV-Steinzeit und allenfalls ein Argument tüchtiger Außendienstmitarbeiter um "fette" Aufträge zu aquirieren. Der Verkauf des Überschusses zu den derzeitigen Einspeisevergütungen erbringt keine wirkliche Rendite und trägt kaum mehr dazu bei, die Amortisationszeit wesentlich zu verkürzen. Und, je größer die Anlage wird, umso geringer gestaltet sich die Vergütung...

Aussagen wie: "Sie müssen in der Regel mit Rückflussdauern (Amortisationszeiten) von 10-12 Jahren rechnen. (Dafür liegt die Rendite bei 6-8%)." empfinde ich als arg unter- bzw. übertrieben, sowohl die  Amortisationszeit, als auch die Rendite betreffend. Vielleicht hat der Autor diese Aussage auf das Batteriesystem selbst bezogen, dann könnte sich diese Aussage bewahrheiten, komplette Systeme (Photovoltaikanlagen mit Speichern) haben laut meiner Erfahrungen und Berechnungen auf Grund Ihres hohen Preises (noch) wesentlich längere Amortisationszeiten.

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