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Möglichkeiten Solarthermie mit Heizungsunterstützung für Dach mit Ost-West Ausrichtung

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Eingestellt 21, Jun 2012 in Solare Wärme, Heizen von Anonym

Welche Heizungsanlage empfehlen Sie bei einem Dach mit Ost-West Ausrichtung?

Unser Dach ist leider genau Ost-West ausgerichtet. Die Heizungsanlage müsste kurzfristig erneuert werden (Erdgas, 20 Jahre alt), wir überlegen Solarthermie zu integrieren, aber nach überschlägigen Rechnungen scheint es sich -zumindest finanziell- absolut nicht zu lohnen. Was würden Sie raten, Flachkollektoren zur WW-Bereitung oder Röhren zur Heizungsunterstützung oder lieber einen guten Gasbrennwertkessel einbauen und auf Solar verzichten? Gibt es eine gute Rechenmethode / Onlinetool? Auf Ihrem ließ sich keine West-Ausrichtung eingeben.

   

2 Antworten

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Beantwortet 25, Jun 2012 von Roger Schneider (69 Punkte)

Heute bei einer Heizungserneuerung auf Solar zu verzichten empfinde ich als sträflich - Solar (thermie) gehört heute auf jeden Fall dazu. Rechnen? Rechnen tut es sich für unsere Umwelt immer und für den Geldbeutel auch. Die Frage ist nur wann! Dies kann niemand ganz ehrlich beantworten. Denn Wissen Sie, was morgen, in einem Jahr, in zwei Jahren usw. Gas, Öl, Pellets usw. kosten? Ich nicht! Natürlich vermuten wir alle eine Steigerung, aber 1%, 10% oder 100% in 10 Jahren? Also alles Milchmädchen Rechnungen. Ich sage unseren Kunden immer, dass unsere ausgereiften Großserienkollektoren länger halten, als sie brauchen um sich bezahlt zu machen. Das ist für mich wichtig! Ob sie nun nach 10 oder 15 Jahren Geld verdienen, spielt dabei erst einmal keine Rolle. Aber schauen wir einmal, wann sich was lohnt. Solar für Warmwasser: Hier können sie mit Flachkollektoren 50-65% der Jahresenergiemenge decken, mit guten Röhrenkollektoren bis zu 80%. Das klingt erst einmal sehr gut. Aber von Ihrem Gesamtenergieverbrauch sind nur etwa 7-15% für Warmwasser und davon dann max. mit 80% Solar möglich abzudecken! Bei einer heizungsunterstützenden Anlage können sie in der Regel ohne Probleme 30-40% und wenn es gut läuft bis zu 50-60% decken. Im Passivhaus sogar nahezu 100%. Kostet eine 4,3m² Warmwasser Solaranlage ca. 2250,- Euro, müssen sie bei Heizungsunterstützung mindestens 6500,- Euro für das Material bezahlen. D.h. bei Warmwasser hochgerechnet (80% von 10% der Gesamtenergiemenge) 2250,- Euro/8 = 281,25 Euro pro 1% Ersparnis. Bei Heizungsunterstützung niedrig gerechnet (30% von der Gesamtenergiemenge) 6500,- Euro/30 = 216,67 Euro pro 1% Ersparnis. Sie sehen, heizungsunterstützt lohnt sich auf jeden Fall mehr. Vor allem da hier noch viel mehr Potenzial steckt. Zusätzlich weitere Ersparnisse durch weniger Kessellaufleitungen usw. entstehen. Zur Heizquelle: Mit was sie heizen sollen, ist aus der Ferne schwer zu sagen. Am komfortabelsten ist auf jeden Fall Erdgas. Sie benötigen wenig Platz, brauchen keinen Brennstoff kaufen und brauchen kein Lager. Zudem ist der Kessel relativ preiswert. Allerdings ist auf lange Sicht gesehen – bisher Erdgas teurer als Öl oder Pellets – was sich theoretisch ändern könnte, ich aber nicht glaube. Mit Öl benötigen sie Platz, es könnte riechen aber sie können ein wenig den Preis mitbestimmen, wenn sie zur richtigen Zeit einkaufen. Öl ist aber vermutlich in den nächsten Jahren am stärksten steigenden unter den fossilen Brennstoffen. Holzpellets benötigt wie Öl Platz, riecht aber nur angenehm nach Holz. Ein guter Kessel ist teurer aber rechnet sich schnell, wenn man nicht im Passivhaus wohnt. Umso mehr Verbrauch umso besser. Da die Heizkosten 30-50% unter dem von Öl liegen und sich damit die höheren Anschaffungskosten rechnen. Für die Umwelt auf jeden Fall ein großes PLUS! Ganz toll – wenn man das gemütliche Feuer mag – ist ein Kaminofen. Dieser sollte auf jeden Fall eine Wassertasche (Anschluss) haben. Dann können sie ihn mit an den Solar Kombispeicher anschließen und haben anstatt 280°C Abgastemperatur nur noch 100-140°C – der Rest der Wärme wird über den Speicher im ganzen Haus genutzt.

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Beantwortet 25, Jun 2012 von Jan Gesthuizen (221 Punkte)

Es stimmt, Solaranlagen auf Ost-Westdächern sind weniger wirtschaftlich als auf Süddächern. Allerdings ist die Solarwärme gegenüber einem optimalen Winkel deutlich weniger empfindlich, als Solarstrom. Zudem könnte es sich in ihrem Fall lohnen, Vakuumröhrenkollektoren zu verwenden. Bei einigen Herstellern, wie zum Beispiel Kingspan Renewables, kann man die Röhren im Kollektor entlang ihrer Achse drehen, sodass die Absorber in der Röhre nach Süden schauen, obwohl der Kollektor auf einem Ost-West-Dach integriert ist. Genau beurteilen kann das natürlich nur ein Planer vor Ort. Einen Solarrechner, der auch Ost-Westausrichtungen berücksichtigt finden sie zum Beispiel bei der Firma Sonnenkraft: http://www.sonnenkraft.at/privathaeuser/service---support/solarrechner/ Über das Firmenverzeichnis der Zeitschrift Sonne Wind & Wärme können Sie zudem nach einem kompetenten Installateur suchen, der sie berät: http://www.sonnewindwaerme.de/firmenverzeichnis

Kommentiert 29, Jul 2014 von Roger Schneider (69 Punkte)
Sorry aber Röhre des Röhrenkollektors nach Süden drehen?!
Die Sonne geht nicht im Süden auf und bleibt im Süden, so dass dies die Lösung ist.
Röhren die rundum beschichtet sind sind hier am besten. Denn sie fangen das Licht immer ein, egal ob die Sonne gerade im Osten aufgeht, im Süden steht oder gerade im Westen untergeht - alle Strahlen die darauf fallen werden optimal eingefangen und nicht einmal am Tag, an der die "ausgerichtete" Röhren im Winkel genau passt.
Kommentiert 29, Jul 2014 von Jan Gesthuizen (221 Punkte)
Sie haben natürlich Recht. Ich war bei meiner Antwort lediglich von CPC-Röhren ausgegangen und wollte sagen, dass man diese so drehen kann, dass der Reflektor besser ausgerichtet ist. Da habe ich der Vielfallt der Röhrenkollektoren natürlich unrecht getan.
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