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Was würde Strom eigentlich kosten, wenn versteckte Kosten transparent auf den Strompreis umgelegt würden?

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Eingestellt 16, Jan 2015 in Energiewende von Hans-Josef Fell (402 Punkte)

Konventionelle Stromerzeugung doppelt so teuer wie Erneuerbare

Was würde Strom eigentlich kosten, wenn die versteckten Kosten der fossilen und nuklearen Erzeugung transparent auf den Strompreis umgelegt würden?

Diese Frage hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) nun im Auftrag von Greenpeace Energy beantwortet. Im Jahr 2015 müssten die Verbraucher 10,6 Cent/kWh zusätzlich zahlen, wenn es eine „Konventionelle-Energien-Umlage“ gäbe. Das ist fast doppelt so viel wie die EEG-Umlage (6,17 Cent/kWh). Der Betrag dieser Umlage würde aufgrund zunehmender externer Kosten weiter steigen, während die EEG-Umlage inzwischen sinkt.

Grafik: Greenpeace Energy

Doch anstatt wie bei der EEG-Umlage die Kosten für den Ausbau transparent über die Stromrechnung auszuweisen, werden die Kosten konventioneller und nuklearer Stromerzeugung erstens durch Finanzhilfen und Steuervergünstigungen verdeckt, die für den Verbraucher nicht so plakativ sichtbar sind wie die EEG-Umlage. Zweitens werden die enormen Folgekosten für Gesundheit, Umwelt und Klima, die durch fossile und nukleare Stromerzeugung verursacht werden, nicht in den Strompreis einbezogen. Am Ende müssen nicht die Kraftwerksbetreiber, sondern die gesamte Gesellschaft für den Rückbau der AKW, die Lagerung des Atommülls, Klima- und Umweltschäden aufkommen.

Greenpeace Energy weist zu Recht darauf hin, dass zu oft vergessen wird, dass die Energiewende nicht nur dem Klimaschutz dient, sondern auch die Verringerung der „volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte“ zum Ziel hat (EEG §1).

Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen ist daher der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien der einzig sinnvolle Weg. Es ist höchste Zeit, staatliche Förderungen für fossile und nukleare Energieträger zu streichen und durch Steuervergünstigungen für Erneuerbare Energien zu ersetzen sowie die externen Folgekosten konventioneller Energien durch eine CO2-Steuer zu internalisieren.

Die Studie finden Sie hier: www.foes.de/publikationen/studien



 

   

2 Antworten

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Beantwortet 16, Jan 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Hans-Josef Fell,

ich hatte diesen Bericht Heute ebenfalls bereits mit einem Newsletter erhalten. Nachdem Sie den Bericht hier vorstellen habe ich eine Frage, die Sie mir vielleicht beantworten können:

Weswegen sind in dieser Übersicht die Kosten für Wind ( Offshore ) nicht enthalten? Immerhin ist dies die Energieform, die meiner Meinung nach derzeit politisch am meisten gefördert ( um nicht zu sagen bevorzugt ) wird. Somit wird der Bereich Energieerzeugung mit Erneuerbaren wieder den großen Konzernen vorbehalten, die Investitionen in diesen Dimensionen stemmen können.
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Beantwortet 29, Jan 2015 von Thomas Seltmann (462 Punkte)
Zur Frage von Heinz Geckler: Warum ist Offshore Wind nicht berücksichtigt? Die Pressestelle von Greenpeace Energy antwortete auf meine Anfrage:

"Den Wissenschaftlern vom FÖS fehlte beim Thema Offshore schlicht die Datengrundlage. Es lagen zum Zeitpunkt der Studienerstellung keine verlässlichen Daten zu Stromgestehungskosten und vor allem zu den verursachten externen Kosten von Offshore-Anlagen vor. Wir hoffen aber, dass sich das bald ändert und würden den Bereich Offshore in der nächsten Aktualisierung der Studie "Was Strom wirklich kostet" gerne mit berücksichtigen, sobald die Datengrundlage gegeben ist."
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