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Meine Wärmepumpe wird 2x am Tag abgestellt. Ist das Rechtens?

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Eingestellt 1, Dez 2014 in Solare Wärme, Heizen von Regina (23 Punkte)
Bei mir wird täglich die WP über Mittag  von halb 12.00 Uhr- 12. 30 Uhr und am  Abend von 18.45 Uhr -19.15 Uhr abgestellt.

Nun meine Frage, ist das rechtens?

Jetzt bei dieser Kälte kühlt die Wohnung so aus. Wenn man denkt die Wohnung ist schön warm, kühlt sie wieder aus.

Oder liegt es nur am Stromanbieter?

Vielen Dank für Ihre Auskunft.
   

2 Antworten

+2 Punkte
Beantwortet 2, Dez 2014 von Martin Schorlies (940 Punkte)
Hallo Reinold,

in den meisten Fällen ist das sperren des Stroms für eine gewisse Zeit durchaus üblich. Immerhin bekommen Sie den Wärmestrom (früher Nachtstrom) zu gesonderten Konditionen. Und NEIN, wechseln können Sie nicht. Bzw. wird es keinen weiteren Stromanbieter geben, der Ihnen dort Wärmestrom liefert. Oder sie verzichten auf die Sonderkonditionen und zahlen den "normalen" Arbeitspreis. Auch Ihre Wämepumpe darf mal ein Päuschen machen, 30 Minuten sind da defitiv nicht viel...

Was mich allerdings viel mehr beunruhigt: Ihre Wohnung kühlt innerhalb von 30 Minuten nach abregeln der Wärmezufuhr ab (zumindest ist da in der Fragestellung ein gewisser interpretationsraum). Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passierte, wenn mal für 3 Stunden der Strom ausfiele bei Ihnen passieren würde.

Wämepumpen zeichnen sich besonders durch ihre Effizienz und bei entsprechender Arbeitszahl auch durch die Gewinnung von Wärme aus der Umgebung aus. Wenn Sie jedoch eher in einem Wärmetauscher wohnen, dürfte entweder die Wämepumpe wegen Dauerbetrieb überlastet sein.

Ich selber habe auch so einige Wärmepumpenanlagen in meiner Überwachung, und sicherlich haben auch Wärmepumpen so ihre Nachteile, wie jede Technologie. Aber dass nach 30 Minuten schon eine Unbehaglichkeit eintritt, hatte ich noch nie.

Vielleicht möchten SIe das Thema ein wenig vertiefen und mehr Eckdaten bereit stellen. Aber insgesamt eine Stunde am Tag ohne Wärmestrom ist durchaus üblich und regional unterschiedlich, das kann sogar teilweise Staßenweise je nach Netzausbau variieren.

In meinem Fall feile ich gerade an der Planung mich ganz vom Wämetarif zu verabschieden und den Großteil der Energie selbst bereit zu stellen durch PV, Windkraft und Mini-BHKW oder eben einfachen Backupgenerator mit Wärmeableitung... gekoppelt mit Strom- und Wärmespeicher. Knackpunk: Genehmigungsverfahren Windkraft und im Anschluss dann BHKW/Generator... da ich Zugriff auf günstigen AbfallEthanol bekommen kann, der dann für den Generator zum Einsatz käme... aber eines nach dem anderen und langsam vom Konventionellem lösen.

MfG
Martin Schorlies
+2 Punkte
Beantwortet 2, Dez 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Reinold,

ich kann die Hinweise von Herrn Schorlies bestätigen. Allerdings sind in den Lieferverträgen unserer Stromversorger , z.B. EnBW, Sperrzeiten von bis zu 3 x 2 Stunden vereinbart. Nur unter dieser Bedingung bekommt man den vergünstigten Wärmestrom überhaupt.

Wenn bei den kurzen Sperrzeiten ( selbst bei den jeweils 2 Stunden ) die Wohnung auskühlt ist die Wärmepumpenanlage definitiv falsch ausgelegt. Die Sperrzeiten der Energieversorger sind bekannt und müssen in der Planung berücksichtigt werden. Ich bin als Elektroinstallateur zusätzlich zertifizierter Spezialist für Wärmepumpensysteme und Gebäudeenergieberater. Ich weiß aber auch, dass mancher Wärmepumpenhersteller mit der Auslegung nur suboptimal arbeitet. Ich habe selbst im unsanierten Altbau eine Dimplex Wärmepumpe, die in der ursprünglichen Planung nur mit einem 140Liter Durchlaufpuffer ausgerüstet war. Um Einsparpotenziale aufzeigen zu können ahbe ich die Wärmepumpe trotzdem 1 Jahr wie geplant errichtet und betrieben. Dann wurde ein 850 Liter Pufferspeicher nachgerüstet. Seither bekomme ich vernünftige Laufzeiten und kann auch längere "Sperrzeiten" überbrücken. Du kannst unsere Daten gerne auf der Seite ansehen, die wir gerade aufbauen:

www.energybrain.de

Dort kannst Du erkennen, dass wir mit diesem Speicher im unsanierten Altbau mit 176m² Wohnfläche im Moment ca. 4-5 Stunden überbrücken können.

Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass wir bewusst auf den Wärmestromtarif verzichtet haben, weil wir derzeit ein eigenes System entwickeln, mit dem die Eigenverbrauchsnutzung der PV-Anlage durch den intelligenten Betrieb der Wärmepumpe optimieren wollen. Das bedeutet, dass wir die WP mit normalem Haushaltsstrom betreiben.

Um möglichst viel eigenen Strom aus der PV-Anlage zu verbrauchen fahre ich derzeit die WP mit einer Taganhebung von 15K. So wird der Puffer tagsüber auf ein höheres Temperaturniveau geladen. Dadurch wird zwar die Arbeitszahl etwas schlechter, aber wir kamen von Mitte April bis Mitte Oktober komplett mit der Aufladung tagsüber aus.

Im nächsten Schritt wollen wir jetzt die Taganhebung über die Netzwerkkarte in der WP abhängig von der PV-Erzeugung vorzugeben. So kann ich immer dann, wenn ich mit eigenem Strom arbeite, die Temperatur erhöhen und den etwas schlechteren Wirkungsgrad in Kauf nehmen, bei schlechtem Wetter aber, wie Heute zum Beispiel, mit der Standardkurve fahren. So tasten wir uns langsam an die optimalen Betriebsbedingungen unserer WP heran.

Da ich mit meinem System in die Studie "Sanierungstest" des BMU aufgenommen wurde, kann ich demnächst sogar die Arbeitszahl in Echtzeit darstellen und somit wirklich den "MPP" der Wärmepumpe herausfinden. Dazu werden sowohl für die Heizungs- wie auch für die Brauchwasser-WP zusätzliche Wärmemengenzähler installiert. In Verbindung mit den Stromzählern kann die Arbeitszahl in Echtzeit berechnet und dargestellt werden.

Kommentiert 10, Dez 2014 von Regina (23 Punkte)
Hallo Heinz, mir hat deine Antwort sehr gut gefallen. Bei mir hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen. Die Wärmepumpe wird am Abend 17.45 Uhr - 19.15 Uhr abgestellt. Zu Mittag ist es nicht so schlimm. Es ist auch nicht so , das die Wohnung eisekalt ist. Es ist aber unangenehm ,da ich auch noch einen Pflegefall im Haus habe.  Aber wenn es generell so ist, dann kann ich natürlich nichts machen. Dennoch für deine Antwort vielen Dank.
Kommentiert 11, Dez 2014 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Regina,
grundsätzlich gibt es für das Problem eine relativ einfache Lösung. Ich habe zum Beispiel bei unserer eigenen Anlage einen 850 Liter-Pufferspeicher nachgerüstet. Mit diesem Puffer kann ich bis zu 2 Stunden überbrücken, obwohl wir mit unserer Wärmepumpe einen unsanierten Altbau mit 176m² Wohnfläche beheizen.
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