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Wie saniere ich am besten meine alte Ölheizung?

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Eingestellt 16, Jan 2014 in Solare Wärme, Heizen von Anonym
Wir möchten gerne unsere Heizung sanieren. Im Keller haben wir eine 22 jahre alte Ölheizung, die noch läuft, aber bei den Ölpreisen wird es einem ja schwindlig. Wir brauchen pro Jahr 2.200-2.500 Liter Öl, in unserem Einfamilienhaus, 150qm Wohnfläche. Wir haben fast überall Fußbodenheizung. Nun gibt es die Möglichkeiten mit Brauchwasserwärmepumpe, Luft-Luft-Wärmepumpe, Solarthermie mit Vakuum-Röhrenkollektoren und großen Warmwasserspeicher - aber irgendwie komme ich nicht weiter und niemand sagt mir die perfekte Lösung. Kann mir hier einer der Experten helfen?
   

5 Antworten

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Beantwortet 17, Jan 2014 von Roland Siemon (221 Punkte)
Es ist in der Tat so, daß alle Komponenten des Heizsystems betrachtet werden sollten. Eine Teillösung wird nur bedingten Erfolg bringen.

Ich gehe mal davon aus, das das Haus in der Zwischenzeit gedämmt wurde und die Heizungsanlage den neuen Gegebenheiten nicht angepasst wurde. Wie auch. In sehr vielen Häusern stehen alte Heizkessel von 25 kW, obwohl das Haus nun mittlerweile nur eine Heizlast von 5 kW hat. Genau das ist der eigentliche Ansatzpunkt für eine ineffiziente Heizung. Schuld daran ist nicht der Heizkessel, sondern eher die hydraulische Einbindung. Unter der Voraussetzung, das der Ölbrenner regelmäßig gewartet und gut eingestellt ist, wird der Schornsteinfeger sein ok für den Weiterbetrieb geben.  Nur weil der Ölkessel alt ist, muß er nicht erneuert werden. So wie es jetzt aussieht, verhält er sich wie ein Auto im Stadverkehr. Hoher Spritverbrauch durch ständiges anfahren und bremsen. Genau das macht auch der Ölkessel in Verbindung mit Ihrer Fußbodenheizung. Er läßt sich aber auch in den "Landstraßenmodus" versetzen. Dazu ist die Installation eine Pufferspeichers notwendig. Der Heizkessel heizt in einen Teil des Speichers ungebremst mit seinen 25 kW hinein und arbeitet damit sehr effektiv. Die Heizung entnimmt aus dem Speicher wärmebedarfsgerecht Wärme für den Fußboden. Damit haben Sie die zwei unterschiedlich arbeitenden Systeme angepasst. Die Installation eines Wärmemengenzählers ist angeraten. Bei der Gelegenheit können Sie überlegen, ob Sie sich von Ihrem Brauchwasserspeicher trennen und eine Frischwasserstation anschließen. Damit ist die Legionellenproblematik  vom Tisch. Aufladeverlust gibt es nicht mehr.

Der Speicher ist nun zentraler Dreh- und Angepunkt Ihrer Wärmeversorgung. Nach diesem System sind Sie in einer extrem komfortablen Lage. Auch wenn Sie es in diesem Moment noch nicht überblicken:

1. Die Ölheizung arbeitet wesentlich effektiver.

2. Wenn der Schornsteinfeger die Ölheizung verbietet oder Sie eine neue wollen, können Sie problemfrei auf z.B. Pellets umsteigen. Das Öllager ist nun für die Pellets, der Pelletkessel ist nicht wesentlich größer als die Ölheizung. Den Speicher haben Sie ja bereits. Falls Sie doch lieber eine andere Heizungsart bevorzugen, kein Problem. Pellets sind aber 30% preiswerter als Öl

3. Weil der Speicher vorhanden ist, können Sie problemfrei eine solarthermische Anlage anschließen. 10 m² Röhren-Kollektorfläche erwirtschaften über den Daumen gepeilt 3500-4500 kWh, je nach Ausführung und Standort.

4. Durch den ablesbaren Wärmemengenzähler fangen Sie plötzlich an, sich mit Ihrem Haus zu beschäftigen und Ihr eigenes Heizverhalten zu überdenken und zu optimieren. Ich kenne sehr viele Leute, die plötzlich Diagramme und Exceltabellen erstellen, um den Energieverbrauch zu optimieren. Sie finden Dinge heraus, woran Sie vorher nie gedacht haben.

Es muß nicht immer alles Raketetechnik sein. Die einfachen Dinge bringen den Erfolg. Sie allein entscheiden, was Sie in Ihrem Haus installieren und was Ihnen gefällt. Je mehr Leute Sie fragen, desto mehr Antworten werden Sie bekommen. Deshalb gibt es auch nicht die perfekte Lösung.  

Mehr Informationen können Sie auf unserer Seite finden. Wir haben auch noch einige interessante pdfs, die wir aber nur an wirklich Interessierte abgeben.

Infos zur Solarthermie: http://www.dpi-solar.de/solarthermie/video-solarthermie-ueberblick-ertraege.html

Infos zum beschriebenen System: http://www.dpi-solar.de/holzheizung/pelletheizung-mit-solar.html
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Beantwortet 24, Feb 2014 von Timo Leukefeld (152 Punkte)
Das Haus muss natürlich geprüft werden zum Beipiel vor Ort durch einen guten Handwerker oder Energieberater. Die Ölheizung kann z.B.

kostengünstig durch eine Gastherme ersetzt werden, falls Gas in der Nähe des Hauses anliegt. Wenn das Dach von Aurichtung, Neigung und Verschattungsfreiheit geeignet ist, bietet es sich an Solarthermie zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung einzusetzen. Das ist eine sehr effektive Kombination. Luft Wärmepumpe im Altbau sehe ich kritisch an. Das läuft in der Regel nicht effizient und verursacht hohe Heizkosten. Auf die Sonne können Sie sich verlassen und Erdgas bleibt kurz und mittelfristig relativ stabil im Preis, während die Strompreise (besonders die Tarife für Wärmepumpen) stark steigen.
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Beantwortet 16, Jan 2014 von Steffen Mock (18 Punkte)
Eine perfekte Lösung werden Sie an dieser Stelle ehrlich gesagt wahrscheinlich auch nicht finden können! Das Problem ist, dass bei energetisch wirksamen Sanierungsmaßnahmen, wozu auch der Austausch des Heizsystems gehört, immer das gesamte Gebäude im jeweiligen Kontext betrachtet werden muss.

Ich würde deshalb empfehlen, zunächst einen Energieberater mit der Untersuchung Ihres Gebäudes zu beauftragen, z. B. im Rahmen einer BAFA-geförderten Vor-Ort-Beratung. Sie bekommen damit einen Überblick über den energiesparenden Nutzen bestimmter Maßnahmen und einen ersten Anhaltspunkt über zu erwartende Kosten. Unter folgendem Link finden Sie mittels der Umkreissuche Anbieter solcher Untersuchungen in Ihrer Region:

http://www.energie-effizienz-experten.de/expertensuche/
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Beantwortet 3, Mär 2014 von Wolfgang Hartmann (394 Punkte)
Moin,

Sie haben da ein echtes Problem.

Die Hauptschwierigkeit ist ja, dass Sie die einzelnen Lösungen nicht ausprobieren können. Oder? Und es steht eine größere Investition an.

Doch, ausprobieren geht.  :-)

Sprechen Sie einmal einen Hersteller von infrarotheizungen an. Das ist  zwar ein ganz anderes Heizprinzip, hinter dem eine andere Physik steckt,  und auch elektrisch, aber es gibt sehrwohl die Möglichkeit, sich einmal für einen Raum die Heizungen auszuleihen. So  machen Sie erste Erfahrungen. Dann kann Ihnen ausgerechnet werden, wie teuer eine Umrüstung kommt und dann können Sie immer noch entscheiden, ob Sie bei einer herkömmlichen Heizung bleiben, oder auf eine innovatives Produkt umsteigen möchten.

Eine Photovoltaikanlage kann Ihnen helfen, elektrische Energie zu erzeugen.

Für ein normal gedämmtes Haus können ca. 60Watt / qm ausreichen. Das müsste man sich aber genauer ansehen.

Vorteil der Infrarotheizungen ist,

1.  man kann sie an die Decke hängen und so Platz gewinnen.

2. sie sind wartungsfrei und benötigen auch keinen Schornsteinfeger. Das sind also Kosten, die gar nicht erst entstehen.

 

Für Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

 

MIt freundlichen Grüßen

Wolfgang Hartmann
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Beantwortet 3, Mär 2014 von Sebastian Hartmann (140 Punkte)
wieder angezeigt 3, Jul 2014 von Nicole Münzinger

Ein interessantes, neues System aus PV-Anlage, Kollektor und Wärmepumpe wurde dazu an diesem Wochenende auf der HAUS 2014 Messe in Dresden vorgestellt: http://www.sunstrom.de/leistungen/energieeffizienz-konzepte/entrimax-die-neue-solareffizienz/

Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

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