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Ist die Sonnenfinsternis im März 2015 eine Gefahr für die deutsche Stromversorgung durch?

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Eingestellt 5, Nov 2014 in Photovoltaik von Joseph Bergner (57 Punkte)
Dass sich in Deutschland eine Sonnenfinsternis beobachten lässt, kommt zwar selten, jedoch in regelmäßigen Abständen vor. Am 20. März 2015 wird sich die Bundesrepublik das nächste Mal im Schatten des Mondes befinden. Welche Auswirkungen  hat die nächste Sonnenfinsternis auf die Stromerzeugung der Photovoltaikanlagen und damit auf die gesamte Stromversorgung in Deutschland?
   

3 Antworten

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Beantwortet 5, Nov 2014 von Joseph Bergner (57 Punkte)
Bearbeitet 5, Nov 2014 von Joseph Bergner

Eine Sudie der HTW-Berlin hat sich erst kürzlich mit diesem Thema näher auseinandergesetzt.

Da in Deutschland an diesem Tag zwischen 9:30 Uhr und 12:00 Uhr die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt ist, kommt es während der Sonnenfinsternis zur Reduktion der solaren Bestrahlungsstärke. Im Fokus der Studie steht die Analyse der daraus resultierenden Schwankungen in der Solarstromerzeugung.

Die standortaufgelösten Untersuchungen zeigen, dass räumlichen Unterschiede im Energieangebot zu finden sind, so ist die Beckung im Norden größer als im Süden, da der Kernschatten der Sonnenfinsternis über den Nordatlantik zieht. Dies bedeutet auch, dass die Netzbetreiber der Regelzonen unterschiedlich stark von den Auswirkungen betroffen sind. Es lässt sich jedoch festhalten, dass es sich um ein Ereignis mit hoher Gleichzeitigkeit handelt so dass der Effekt auf die deutsche Stromversorgung merkbar sein wird.

Der wichtigste Einflussfaktor ist jedoch die Bewölkung am Tag der Sonnenfinsternis. Geht man von einem wolkenlosem Himmel aus könnte die Stromproduktion in Deutschland am Tag der Sonnenfinsternis den Verlauf im linken Bild entsprechen. In grün/gelb ist der Verlauf der Solarstromproduktion mit deutlicher Minderung durch den Mondschatten zu sehen. In grau dargestellt ist die Last abzüglich der PV-Produktion mit ausgeprägter Lastspitze zu erkennen.  Bei wolkenlosem Himmel kann im Zeitraum der Sonnenfinsternis eine Abnahme der gesamten PV-Erzeugung von bis zu -272 MW/min und eine Zunahme von maximal 348 MW/min erwartet werden. Dies entspricht dem 3,5-fachen der üblichen PV-Leistungsänderungen an sonnigen Tagen.

Der Ausgleich dieser Schwankungen kann durch verschiedene Maßnahmen auf der Erzeugungs- und Nachfrageseite erfolgen. Aufgrund ihres Speicher- und Leistungsvermögens sind Pumpspeicherwerke dafür besonders geeignet. Durch deren Einsatz im Pump- und Turbinenbetrieb könnten aus technischer Sicht allein durch die in Deutschland vorhandenen Pumpspeicher die Schwankungen der Solarstromerzeugung auch bei wolkenlosem Himmel vollständig ausgeglichen werden (Bild rechts). Ergänzend könnten flexible Kraftwerke wie schnell regelbare Gaskraftwerke zum Ausgleich beitragen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Sonnenfinsternis in der Kraftwerkseinsatzplanung vorausschauend berücksichtigt wird. Somit stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, um den nötigen Ausgleichsbedarf während der Sonnenfinsternis zu decken.

Ein Fazit aus der Untersuchung ist somit: Die Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die Solarstromerzeugung und auf das Stromversorgungssystem in Deutschland hängen stark von der Wetterlage ab, sind aber kalkulierbar und beherrschbar.

 

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Beantwortet 5, Nov 2014 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Die Sonnenfinsternis wir die Energieerzeugung aus PV-Anlagen für einen kurzen Moment reduzieren - in einer für astronomische Ereignisse typischen lange vorab erzielbaren sehr hohen Genauigkeit. Die Reduktion hängt im Wesentlichen noch von der Bedeckung des Himmels durch Wolken im Moment der Finsternis ab. Diese lässt sich einige Tage davor hinreichend genau abschätzen, so dass die Einsatzplanung kompensierender Kraftwerke und Speicheranlagen mit einer für die Elektrizitätswirtschaft üblichen Genauigkeit dann vorgenommen werden kann.

Siehe dazu auch die Antwort von Heinz Geckler unter: http://experts.top50-solar.de/5694/welche-auswirkungen-hat-die-sonnenfinsternis-im-m%C3%A4rz-2015-wirklich-auf-die-solarstromerzeugung
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Beantwortet 5, Nov 2014 von Jürgen Eiselt (128 Punkte)
Das ist der grösste Blödsinn, der je über Photovoltaik verbreitet wurde.

Die großen Netzbetreiber müssen jeden Tag teilweise mehr als 40 Gigawatt, oft ohne Vorankündigungen, in das Netz synchronisieren.

Die Solarzellenleistung schwanken täglich soweiso durch starke Wolkenbildung. Die geographische Lage verhindert zudem das gleichzeitige Ausfallen in Deutschland, denn Berlin liegt auf einen östlicheren Breitengrad als Aachen. Mit einer partiellen, also keiner totalen, Sonnenfinsternis fällt ein Teil der Sonneneinstrahlung von ca. 150 Sekunden aus.

Dünnschichtmodule kommen zudem auch mit difusen Licht aus, beispielsweise in Dämmerungszeiten oder Bewölkung.

Fazit:

Der Ursprungs-Artikel ist Schwachsinn und wurde zuerst von Spiegel Online gepostet. Es ist schade, dass der einst kritische Spiegel auf Bild-Zeitungsniveau gefallen ist.
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