Firmenverzeichnis Experts Preisvergleich

Trittin diskutiert mit der Branche die Energiewende

0 Punkte
706 Aufrufe
Eingestellt 12, Sep 2013 in Energiewende von Anonym

Trittin diskutiert mit der Branche die Energiewende

   

1 Antwort

0 Punkte
Beantwortet 12, Sep 2013 von Elke Kuehnle (35 Punkte)
Augenhöhe und eine Stärke signalisierende Branche, die in die Zukunft blickt, kennzeichnen den Dialog.   Nachdem auf der diesjährigen Intersolar Konferenz bereits neue Business Modelle für die Nutzung von Solartechnologie diskutiert wurden, präsentierte die Branche beim politischen Eröffnungsauftakt mit Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen in München am 19.06.2013 innovative marktfähige Systemlösungen, die den Energiemarkt flexibler und dezentraler machen und den Solarstrom-Selbstverbrauch der Kunden steigern. Vor allem aber war der Presserundgang zu fünf Ausstellern eine Diskussion mit der Branche, die ihre Meinungen und Forderungen an die Politik äußert. Nach der Eröffnung der Intersolar Europe 2013 durch Jürgen Trittin Fraktionsvorsitzender (Bündnis 90/Die Grünen), an der Seite des Britischen Energie – und Klimaministers Greg Barker und des Bundesstaatssekretärs des BUM Jürgen Becker (CDU), startete die deutsche Runde zum Messerundgang der Aussteller SolarWorld AG, Solarwatt GmbH, Schletter GmbH, SMA Technology AG und Gildemeister AG. Trittin zeigte sich im Branchendialog besonnen, mit gezielten Fragen und Interesse  an Erfahrungen, Meinungen und Wünschen der Branche. Eine ausführliche Diskussion der Energiewende mit der Branche. Ganz standesgemäß beginnt der Rundgang am SolarWorld AG Stand, Deutschlands und Europas größter Solartechnologiehersteller. Milan Nitzschke, Konzernsprecher SolarWorld  informiert über die Wirtschaftslage des Konzerns. „Aktuell leben alle Solarfirmen, einschließlich der chinesischen Unternehmen, in krisenhaften Zeiten. Aber gestern konnten wir vermelden, dass wir uns mit unseren Banken und einem Investor aus Katar geeinigt haben. Damit können wir voraussichtlich wieder durchstarten, auch wenn da noch ein paar Schritte zu vollziehen sind.“ Er betont, dass SolarWorld längst Systemlösungen anbietet, Gesamtlösungen für Endkunden, auf die sich der Konzern weiterhin konzentrieren will. „Damit meine ich zuallererst diejenigen, die ein eigenes Dach haben. Wir haben in den letzten Jahren eine Entwicklung erlebt, die immer mehr in die Freiflächenanlagen gegangen ist, dafür wurde dann das Billigste genommen, was möglich war“, kommentiert Nitzschke. Dieses Jahr steht die Systemlösung im Zentrum, angefangen bei Brauchwasserwärmepumpen über Lösungen für die Klimatisierung sei alles vorhanden, was solar betrieben werden kann. Zum Nutzen und Sinn solar betriebener Klimaanlagen äußert Nitzschke: „Wir haben zu bestimmten Zeiten, auch im Sommer, eine bestimmte Menge an Strom, der über ist, so dass es überhaupt nicht verkehrt ist, auch in Klimatisierung zu investieren. Mit Kohlestrom wäre das natürlich Unsinn. Mit solar erzeugter Überschussenergie, die in der Spitze eine hohe Leistung hat, genau dann, wenn es warm ist, macht es Sinn“. Genauso könne auch das ganze Jahr über Brauchwasser erwärmt werden, nicht nur solarthermisch, sondern auch photovoltaisch. Auch eine Speicherlösung wird präsentiert, damit bietet SolarWorld ein komplettes, intelligent steuerbares System an, mit dem der Anteil der solaren Eigenstromnutzung erhöht wird. Die Batterie sei noch eine herkömmliche, weil alles andere noch für Kunden zu teuer sei. Zur EEG-Förderung kommentiert Nitzschke, dass es Unsinn sei, die PV-Förderung aus dem EEG heraus zu nehmen, weil diese noch die Brücke bilde, um zur Netzparität zu gelangen. „Diese Brücke abzuschneiden und gegen ein neues Instrument zu ersetzten wäre wirklich Quatsch. Bis das neue Instrument wirken würde, wäre es bereits zu spät und man hätte die Brücke verloren und würde einfach ins Tal knallen“. Zur SolarWorld-Position über Anti-Dumping-Zölle äußert er an Trittin, „wir haben keinen fairen Wettbewerb auf dem Solarmarkt. Managementfehler wird es immer und in jeder Branche geben, und auch unterschiedliche Strategien von Solarunternehmen weltweit. Aber man muss zur Kenntnis nehmen, dass alle Solarunternehmen auf der ganzen Welt unter chinesischem Dumping leiden. Das bedeutet, dass unsere ganze Branche dadurch einen gewaltigen Knacks bekommen hat. Sie finden hier überall Fußkranke Unternehmen, die alle ihre Verluste schreiben. Weil in China staatlich finanziert eine Produktionskapazität aufgebaut wurde, die heute doppelt so groß ist, wie die weltweite Nachfrage. Das kann ja nicht funktionieren. Diese Unternehmen müssen, damit sie überhaupt etwas verkaufen, ihre Produkte unter Herstellungskosten, teilweise unter (den) Materialkosten verkaufen. Und da kann ein  Unternehmen, das nach der Marktwirtschaft arbeitet nun mal nicht mithalten. Wir können diese Preise nicht bieten. Niemand kann das. Südkorea kann das nicht, Indien nicht Taiwan nicht und in Europa kann das niemand. Das geht nur, wenn man ein chinesisches Unternehmen ist, und Unterstützung der chinesischen Staatsbank bekommt. Das ist reiner Protektionismus, der dort stattfindet. China ist aktuell das protektionistischste Land der Weltwirtschaft. Und nun haben wir auf einmal eine Diskussion in Deutschland, dass die Regierung sich mit dem chinesischen Ministerpräsidenten hinstellt und sagt: wir sind gegen Protektionismus und zeigt Richtung Brüssel. Das ist absurd. Das, was Brüssel tut, mit Antidumpingmaßnahmen, ist, das geltende Handelsrecht anzuwenden. Mehr nicht. Das WTO-Recht, das wir alle einmal unterschreiben haben. Und da würde ich mich sehr freuen, wenn Deutschland nicht grade das Land wäre, wo es (ja) die stärkste Solarindustrie hat, und die beste Forschungs- und Entwicklungslandschaft, dass gerade dieses Land sich hinstellt und Brüssel quasi in den Rücken fällt, und sagt, sie sollten das gar nicht machen, wir brauchen keine Zölle, lasst uns mal verhandeln. Das ist toll. China hat in drei Jahren Dumping nicht einen Verhandlungsvorschlag gemacht. Die USA haben über ein Jahr lang Antidumpingverfahren gehabt, die EU schon über neun Monate. Kein Verhandlungsvorschlag, stattdessen nur Erpressung und Drohgebärden, wir machen eure Automobilindustrie kaputt, was ist das für ein Unsinn? Da kann man nicht einfach einknicken und sagen wir machen keine Zölle. Ich finde, Deutschland hat damit sehr viel Respekt in China verloren, weil China auf Stärke setzt. Das war keine gute Idee, sich so zu verhalten. Und in   Brüssel wird es auch schwierig. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten sagt: ein Verhandlungsergebnis, wenn es in Ordnung ist, gerne, aber wenn China kein echtes Verhandlungsangebot macht, müssen wir die Zölle weiterführen. Das allerdings – jetzt spreche ich nicht für SolarWorld, sondern auch für die ganze Europäische und auch darüber hinausgehende Solarbranche, das ist tatsächlich das einzige Instrument, das wir haben, diese Industrie zu retten und ein Monopol, das alleine aus fünf, sechs chinesischen Herstellern bestehen würde, zu verhindern“. Jürgen Trittins Antwort: „Das Problem mit den Chinesen ist bekannt und erkannt. Welches der richtige Weg ist, ist umstritten, auch in ihrer Branche. An anderen Ständen wird man uns auch andere Wege vorschlagen. Aber ich glaube, dass das Verfahren in Brüssel helfen kann,  auf Verhandlungswegen mit den Chinesen einig zu werden. Dass das erforderlich ist, steht außer Frage. Daran arbeiten wir. Und ich hoffe, es führt zum Erfolg, denn das Problem muss gelöst werden. Auch der Präsident des BSW-Solar Dr. Günther Häckl begleitet den Rundgang und äußert, dass der Verband sämtliche Firmen vertrete, die bekanntermaßen unterschiedliche Haltungen zu den Anti-Dumping-Zöllen einnehmen. Deshalb habe sich der Verband darauf verständigt, eine neutrale Haltung zu vertreten. Nach dieser branchenpolitischen Diskussion lässt sich Trittin Produktinformationen über die SolarWorld Speichertechnologie mit konkreten Kostenrechnungen erklären. „Mir sagen meine Beamten, das wäre noch zu teuer“, sagt Trittin. Die Gruppe wendet sich dem Batteriesystem auf dem Stand zu, einem Kasten, ähnlich einem überdimensionierten Briefkasten. Milan Nitzschke erklärt: „Im Prinzip ist das konventionelle
Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

...