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Wie verschaffen wir mehr Aufträge für Energieberater, Handwerker und Hersteller von regenerativen Energietechniken?

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Eingestellt 18, Nov 2014 in Energiewende von Jürgen Eiselt (128 Punkte)
Die Sanierungsquote im Bestand geht zurück. Ein Grund hierfür ist die unverantwortliche einheitliche mediale Berichterstattung über die angeblich einzige Energieeinsparmaßnahme Außenwand-Dämmungen.

Was muss geschehen, damit wir die Energiewende beim Heizen mit regenerativen Energien durchsetzen, und damit die Schadstoffe nennenswert reduzieren?
   

1 Antwort

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Beantwortet 18, Nov 2014 von Jürgen Eiselt (128 Punkte)

Wie verschaffen wir mehr Aufträge für Energieberater, Handwerker und Hersteller von regenerativen Energietechniken?

Die inhaltliche Sachdiskussion über die Bauphysik beim Dämmen findet sich hier im Video

Damit erübrigt sich die inhaltliche Debatte. Denn mit konkreten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Vergleichen aller potentiellen Einsparmaßnahmen landen Einsparmaßnahmen ohne Öko-Stromproduktion immer auf den letzten Plätzen

Die Sanierungsquote im Bestand geht zurück. Ein Hauptgrund hierfür besteht in der Skepsis gegenüber Außenwand-Dämmung, dass diese eventuell nicht die versprochenen Einsparquoten bringen. Auch die Angst irgendwann vorzeitig und teuer nachsanieren zu müssen, dass sich Schimmel bildet und die Investition in andere Techniken nicht sinnvoller wäre wirkt negativ auf die individuellen Sanierungsentscheidungen.

Diese Skepsis wird gestärkt durch mehrere kritische Medien- und Fernsehbeiträge über tatsächliche Einsparquoten, Brandgefahren und dem Gefühl, vom Berater eventuell abgezockt zu werden.

Gepuscht von Verbraucherzentrale, DENA und andere halbstaatliche Medien wie enbausa, werden Dämmungsmaßnahmen wie sauer-Bier angeboten. Dafür verschweigen diese Medien aber konsequent wirtschaftlichere und bauphysikalisch neutrale Alternativen.

Hintergründe und Einsparquoten durch regenerative Energien siehe auch hier:

http://experts.top50-solar.de/5610/warum-wird-beim-energiesparen-nur-von-d%C3%A4mmung-gesprochen-und-die-alternativen-von-sonne-wind-konsequent-ignoriert?show=5610#q5610

Mindestens 10 Alternativen mit regenerativen Energietechniken erbringen erheblich mehr Einsparquoten. Einige sind günstiger als in den Medien dargestellte 17.000 Euro oder vom Verband Dämmindustrie: 20.000 Euro.

Folgende Ereignisse können die Investitionskosten für eine Außenwandvolldämmung in die Höhe treiben:

a) Vorzeitige Nachsanierung durch Feuchtigkeitseintritt zwischen Dämmung und Hauptmauer:

mögliche Ursachen:

- Fachbetriebe vergeben Aufträge überwiegend an SUB_SUB_SUB-Unternehmer. Dadurch unfachmännische Verarbeitung möglich (es darf in der gesamten Kreditlaufzeit von mindestens 20 Jahre kein Millimeter Versatz oder Haarrisse geben, da sonst Feuchtigkeit eindringt)

- Spechte und einige Kinder lieben es, die Außenwandfassade zu löchern

- keine diffussionsoffene Wirkung mehr (siehe o.a. Video)

b) im Sommer macht die Wärmedämmung was sie soll: die Wärme bleibt in den Zimmern  => Kühlgeräte müssen mit zusätzlichem Energieverbrauch den Mangel ausgleichen

c) Bewohner lüften nicht wie notwendig. Innenraumfeuchtigkeit und Schimmelrisiko steigen. Verstärkt durch unterschiedliche Temperaturentwicklung der Innenwand werden zusätzliche Lüftungsautomatismen notwendig. Das Grundproblem der ungleichen Temperaturverteilung, falsch eingebauter Heizkörper in Nischen mit Blumenbänken drüber und den Nachteilen einer Konvektionsheizung verstärken die Basisbedingungen für überhöhten Heizenergieverbrauch=geringe Einsparung.

d) finanzielle Rückstellungen notwendig  wegen vorzeitiger Sanierung der Außenfassade innerhalb der Kreditrückzahlung

e) Einsparquoten decken bei weitem nicht die notwendigen Kreditrückzahlraten, daher höhere Zinslast und Kaufkraftverluste

f) alter Öl/Gaskessel muss wegen Altersschwäche oft < 20 Jahre und dann sofort komplett ersetzt werden. Wenn dies während der Rückzahlung des Dämmungskredits passiert, wird auf einen Schlag eine 5-stellige Summe zusätzlich fällig

g) die gängigen Anstriche der Außenfassade sind mit Giften gegen Moosbefall versetzt. Diese werden nach ca. 5 Jahren komplett ausgewaschen. Die Gefahr, dass sich die feuchtigkeitsliebenden Moose ansiedeln ist extrem hoch. Das bedeutet meistens ebenfalls eine Nachsanierung, im schlimmsten Fall mit der gleichen Investitionssumme wie die Erstsanierung

h) Die Gefahr einer umfassenden Schimmelsanierungsmaßnahme außen und innen steigt enorm.

Fazit:

sinnvolle Teildämmung=> JA, aber erst nach der Ersetzung der Heizung. Meistens sind die Einsparquoten durch regenerative Energien so hoch, dass sich eine Außenwanddämmung gar nicht mehr lohnt.

Mit Wärmedämmung oder Umstieg auf Brennwerttechnik sind die Einsparquoten sehr gering. Gleichzeitig wird kein Strom eingespart. Konsequenz: Außenwanddämmung und Brennwerttechnik sind die unwirtschaftlichsten Sanierungsmaßnahmen überhaupt.

Wenn mit gleicher Investitionssumme eine Vierfachfacheinsparung von fossilen Brennstoffen, Heizkosten, Stromkosten und Schadstoffen (darum geht es doch bei der dezentralen Energiewende beim Heizen!) weit über der 70%-Marke bei Heizungsbetreibern und über der 20%-Marke bei den meisten Bewohnern von Miet- und Eigentumswohnungen liegen, dann muss es doch Aufgabe aller Energiewender sein, diese kontraproduktive Kampagne der Baustoffindustrie (BASF hat einen Marktanteil von Styropor von ca. 75%) aufzudecken.

Wir wollen die Energiewende durchsetzen und den Energieberatern, Handwerkern, Hersteller der regenerativen Energien mit Kleinwindkraft und Sonnenenergie endlich mehr Aufträge generieren.

Das Nachhaltigkeitsnetzwerk „Energiepreisbremse“ bietet allen Interessierten mit dezentralem Energiewendeanspruch logistische Unterstützung.

Gesucht werden Netzwerker, Energieberater, Unternehmen (gerne auch Wohnungsbaugesellschaften), Handwerker und alle anderen Energiewender, welche mit ungewöhnlichen, aber hoch effektiven Informationskampagnen und Marketingaktionen die Energiewende beim Heizen voranbringen wollen.

 

Kommentiert 18, Nov 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin Herr Eiselt,

nach meiner Meinung liegt ALLES in fachübergreifenden Problematik.
Nicht EINE Maßnahme kann die Universallösung für jedes Objekt sein.
Wir haben z.Bsp. heute für einen Interessenten die Mischung aus KWK, mit Batteriespeicher geplant, das Ganze dann um PV erweitert. Solar war schon vorhanden und muß nur eingegliedert werden.
Ein gewisser Hersteller aus Schweinfurt bietet gerade einen Akku als Kombination zu seinem BHKW an. Ergänzt man dieses System mit einer PV-Anlage hat man (also zumindest in diesem Fall) eine bessere Auslastung des E-Speichers bei optimaler Wärmeerzeugung. Wärmedämmung mit zentralem Lüftungsgerät hatte der Eigentümer schon vorher geplant und "installiert".

Durch den fast konstanten Stromverbrauch im Gebäude kann im Sommer eine fast 80%-ige Eigennutzung des Solarstroms erreicht werden, in der Übergangs- und Winterzeit wird der E-Speicher durch das BHKW während der Heizzeiten der KWK geladen.

Aber hier wurde halt gewerkübergreifend geplant und zwar an den echten Werten der letzten Jahre. Das Gebäude benötigt zukünftig nur noch 1/5 der ursprünglich benötigten Energie (über alle gekauften Energiearten).

Man kann viel machen!!!

lg  tugu
Kommentiert 18, Nov 2014 von Jürgen Eiselt (128 Punkte)
KWK gehört ohne Zweifel zu den potentiellen Einsparmaßnahmen.

Wie Sie richtig bemerken, kann die richtige Entschiedung nur vor Ort und nur mit den individuellen Daten erfolgen.
Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

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