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Photovoltaik und Solarthermie zu Beginn der Heizperiode 2012/13

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Eingestellt 23, Sep 2013 in Solare Wärme, Heizen von Anonym

Photovoltaik und Solarthermie zu Beginn der Heizperiode 2012/13

   

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Beantwortet 23, Sep 2013 von Axel Horn (448 Punkte)

In der Konkurrenz um Dachflächen und Investitionsgelder hatte die Photovoltaik während der letzten zwei Jahren die klassische Sonnenkollektortechnik deutlich abgehängt. Der gigawattweise Ausbau beim Solarstrom und der Markteinbruch in der Solarthermie ist jedoch nur eine Zwischenetappe im Rennen zwischen beiden Solartechnologien - und darf auch nicht zu voreiligen Rückschlüssen über die Zukunftschancen der jeweiligen Technologien selber führen. Im Mai 2010 wurde die BAFA-Förderung von Sonnenkollektoren für mehrere Monate ausgesetzt und bei Neubauten auch nicht wieder aufgenommen. Die Wirtschaftlichkeit von Solarthermieanlagen musste sich folglich im freien Marktgeschehen der Energiepreise behaupten. Währenddessen erhalten PV-Anlagen auch auf Neubauten die gesetzliche Einspeisevergütung und konnten preislich vom Verdrängungswettbewerb der PV-Hersteller profitieren. Im Sommer 2012 verschob sich das Bild jedoch. Die Vergütung für Solarstrom sinkt kontinuierlich, die verbleibenden PV-Hersteller müssen wieder Geld verdienen, und der Ölpreis steigt. Zudem kamen erfreuliche Nachrichten aus Eschborn: dort wurde das Marktanreizprogramm für Sonnenkollektoren in mehreren Punkten verbessert: * die Mindestförderung für solare Kombianlagen zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung stieg von 810 auf 1.500 €; * die Innovationsförderung für Anlagen auf Mehrfamilienhäusern hat eine erweiterte Obergrenze von 100 m² Kollektorfläche; * auch Anlagen auf Neubauten werden wieder gefördert, wenn sie die Anforderungen der Innovationsförderung erfüllen. Überschlägig gerechnet machen sich nun die Investitionen für einen Sonnenkollektor mit Verrohrung, Solarkreismedium und Regelung "fertig installiert" über die BAFA-Förderung und die Energiekosteneinsparung innerhalb von rund 10 Jahren bezahlt. In dieser Größenordnung liegen üblicherweise auch die "break even" Punkte bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Solarstromanlagen. Wie beim Solarstrom sind bei dieser Betrachtung keine Kosten für die notwendige Speicherung der Solarenergie angesetzt. Viele Häuser verfügen aber ohnehin schon im Zusammenhang mit einer effizienten Heizungstechnik über einen Heizwasserpufferspeicher, der ohne viel Aufwand zum Einspeisen von Solarwärme geeignet ist. Letztlich machen sich die Kosten für diesen Teil der "Solartechnik" auch nicht über den Kollektorertrag, sondern über den besseren Wirkungsgrad des Heizkessels bezahlt. Für Einfamilienhäuser, deren Bauantrag vor dem 1.1.2009 gestellt wurde, lohnt es sich auf alle 'Fälle, zusammen mit einer Photovoltaikanlage auch gleich einen Sonnenkollektor mit rund 10 bis 12 m² Fläche auf das Dach legen zu lassen. Bei dieser Größenordnung liefert Solarthermie die höchsten Quadratmetererträge - zusammen mit einem sehr guten Fördersatz pro Quadratmeter. Lediglich, wenn das Dach so klein ist, dass auch ohne Kollektor kaum 6 kW PV-Leistung unterzubringen sind, stellt sich noch die Frage nach "PV oder Solarthermie" aus wirtschaftlichen Gründen. Bei Mehrfamilienhäusern bietet dagegen die 10 kWpeak Schwelle des EEG einen Ansatz, lieber die 3 Ct/kWh Mehrvergütung einer entsprechend begrenzten PV-Anlage mitzunehmen und weitere Flächen mit Sonnenkollektoren zu belegen. Das gilt vor allem für Neubauten, deren Heizungstechnik von vornherein solarthermie-kompatibel geplant werden sollte. Axel Horn, Sauerlach http://www.ahornsolar.de

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