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Ertragssteigerung durch Solaranlagenreinigung

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Eingestellt 18, Mai 2011 in Photovoltaik von Anonym

Welche Ertragssteigerung bringt eine Reinigung von Solarmodulen?

Gibt es dazu offizielle, unabhängige Studien? Wie abhängig ist das von der Dachneigung?

   

3 Antworten

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Beantwortet 18, Mai 2011 von Marco Herzer (12 Punkte)

Als erstes muss man klar stellen, dass man keine genauen Werte festhalten kann, wer dies tut ist kein Profi.  Es gibt verschiedene Faktoren die eine Reinigung überhaupt nötig machen.  - Standort der Anlage - Alter der Anlage - Größe der Anlage - Verschmutzungsgrad - Seit wann sind Ertragsminderung vorhanden Es gibt Anlagen, da muss man kein Profi sein um die Frage zu beantworten. Ich habe schon  Anlagen gesehen, die waren so stark verschmutzt dass man eine Ertragsminderung um die 35 - 45% hatte. Nach der Reinigung haben wir wieder ein sattes Plus von 40% erziehlen können. Zum anderen gibt es auch Anlagen die haben eine Ertragsminderung um die 5%. Meiner Erfahrung nach kann man hier kaum Ertragssteigerung feststellen. Hierbei hat man nur das Wohlbefinden, dass die Anlage wieder schön sauber ist. Jede Anlage ist eigen, man sollte die Anlage von einem Profi begutachten lassen und dann entscheiden.

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Beantwortet 9, Apr 2012 von Hendrik Kuhl (14 Punkte)

Je nach Dachneigung, Ausrichtung, und Standort der Anlage (viele Faktoren spielen eine Rolle) bringt eine Reinigung grundsätzlich eine Ertragssteigerung. Zudem wird die Reinigung der Module sowie der Rahmen auch als Werterhaltung gesehen. Die "extremen" Fälle finden sich im Bereich der Landwirtschaft und der Industrie. Hier spielt die Dachneigung keine Rolle. Die Ertragssteigerungen liegen hier im 10 Monatsschnitt zwischen 5% und 14%. Bis zu 30% sind aber kein Einzelfall. Wichtig ist die Reinigung einem Profi zu überlassen der sich damit auskennt, sowie das richtige Reinigungs-Equipment. Sicherheit ist bei der Reinigung von Solaranlagen oberstes Gebot! Es gibt offizielle und unabhängige Studien dazu. Bereits im Jahr 1999 hat Prof. Häberlin von der TU in Bern (Schweiz) die ersten Studien darüber gemacht. Diese Studien gelten heute in Fachkreisen immer noch als Leitwerk (siehe PDF). Auch die FH in Albstadt Sigmaringen (Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Winter) beschäftigt sich bereits einige Zeit mit diesem Thema. Hier gibt es eine sehr positive Arbeit über das Langzeitverhalten von VE-Wasser auf PV-Modulen und Rahmen und dessen Reinigungswirkung. Eine Abhängigkeit von der Dachneigung ist generell gegeben (siehe Antworten oben) aber nicht ausschlaggebend. Fakt ist: es gibt kein selbstreinigendes Glas auch spielt hier die Neigung keine Rolle. Der Standort und die Gegebenheit ist meistens wichtiger.

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Beantwortet 16, Feb 2016 von Michael Mattstedt (100 Punkte)

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Reinigung von Photovoltaikmodulen kann maximal so viel Mehrertrag liefern, wie vorher durch Verschmutzung reduziert wurde.

Immer vorausgesetzt die Verschmutzung hat keine Schäden an der Photovoltaikanlage bewirkt und die PV-Anlage kann seine technischen Maximalwerte vor und nach einer Solarreinigung erreichen.

Es gibt sehr viele Parameter, die zusätzlich die Höhe der Ertragsverluste beeinflussen, deshalb ist keine Messung mit allgemeingültiger Aussage möglich. Ich möchte Ihnen zum besseren Verständnis einige Faktoren aufzeigen:

1. Schmutzarten: Aufgrund des Aussehens einer Verschmutzung lassen sich keine möglichen Ertragsverluste ableiten. Psychologisch erscheinen uns dunkle Verschmutzungen schlimmer, als helle. Ein heller Schmutz mit hohem kristallinen Anteil kann neben der Abschattung zusätzlich Sonnenlicht reflektieren und somit stärkere Realverluste bewirken.

2. Modularten: Dünnschichtmodule sind schwachlichtempfindlicher, als mono- und polykristalline Module. Diese zeigen daher erst sehr spät reduzierte Stromerträge. Ist dieser Schwellenwert erreicht, brechen die Erträge beim Dünnschichtmodul sehr stark ein.

3. Sonneneinstrahlung: Eine mittlere Verschmutzung bewirkt bei wechselhaftem Wetter prozentual mehr Verlust durch Abschattung, als bei wolkenlosem Sonnenschein.

4. Neigungswinkel: Steht die Sonne nicht ideal zur Moduloberfläche können die Verluste bei wechselhaftem Wetter noch stärker sein.

5. Technischer Defekt: Photovoltaik-Anlagen mit reduzierten Stromerträgen durch techische Defekte reagieren (je nach Defekt) völlig anders, als intakte Anlagen.

6. Langfristiger Ertragsverlust: Durch lange anhaltende Verschmutzung können am Modul Schäden entstehen. Mögliche Beispiele sind Verschlechterung der Glasgüte durch chemisch reaktive Verschmutzung, Hotspot-Bildung durch Abschattung, Rahmenschäden durch Pflanzenwachstum usw.

Dadurch können irreversible Ertragseinbußen bestehen bleiben, oder eine Reparatur bzw. Austausch der Module ist erforderlich. Ist ein verschmutzungsbedingter Schaden entstanden, muß der wirtschaftliche Verlust durch Verschmutzung zusätzlich betrachtet werden.

Mit freundlichen Grüßen Michael Mattstedt


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