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Welchen Energieverbrauch haben Smartmeter?

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Eingestellt 21, Apr 2016 in Energiewende von Michael Stöhr (1,180 Punkte)

Aktuell wir heiß debattiert, ob er der verpflichtende Einbau von Smartmetern bei Letztverbrauchern und bei kleinen PV-Anlagen sinnvoll ist. Die Kosten sind auf jeden Fall beträchtlich und diese zusätzliche finanzielle Belastung ist offensichtlich für die Initiatoren dieser Regelung gar kein Problem - ganz anders als bei der EEG-Umlage.

Aber wie hoch ist eigentlich der Energieverbrauch von Smartmetern? Welche (unnötigen) Kosten kommen da zusätzlich auf Verbraucher und kleine Eigenstromerzeuger zu?

   

1 Antwort

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Beantwortet 3, Mai 2016 von Andreas Horn (517 Punkte)
Bearbeitet 3, Mai 2016 von Andreas Horn

Der Energieverbrauch von Smartmetern setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

  1. Eigenverbrauch des Zählers
  2. Verbrauch der Kommunikationseinheit
  3. Verbrauch der Peripherie zum Internetanschluss

Zu 1. findet sich im Netz:
easyMeter Basis-Zähler: Eigenverbrauch: Spannungspfad: < 0,6 W (< 2,5 VA) Strompfad: < 7,5 mW bei In, < 1,1 W bei 60 A  (< 2 W bei 100 A, entsprechend Zählertyp)
Man darf hier aber nicht vergessen, dass auch die alten Ferraris-Zähler einen gewissen minimalen Eigenverbrauch gehabt haben (auch die sind ein klein wenig warm geworden).

Zu 2: beim Discovergy-Aufsatz auf das EasyMeter wird der Stromverbrauch mit 2 Watt angegeben. Dieser darf aber vom ungezählten Zählereingang betrieben werden (Strom zahlen also alle Verbraucher über die Netzkosten).

Zu 3: hier sind wohl die höchsten Stromverbräuche zu erwarten: der Internet-Anschluss muss ja irgend wie hergestellt werden. Dafür sind im Haus zumindest ein DSL-Router (oder GSM) erforderlich. Vielleicht kann ein bestehender Internetanschluss mitgenutzt werden, dann braucht man aber ggf. einen Router / Hub etc.

Ich vermute mal, dass man hier ziemlich schnell 10 W Dauerlast für alle 3 Punkte zusammenbekommt. (Den zusätzlichen Verbrauch durch den Datentransport "im Internet" noch gar nicht mitgerechnet!).

Macht also grob geschätzt 10 W x 8.760 h/Jahr = 100 kWh pro Haushalt. Bei 40 Mio. Haushalten in Deutschland braucht man für die Smartmeter eine Leistung von 400 MW und hat einen StromMEHRverbrauch von 3,5 TWh pro Jahr. Also rund 0,6% mehr Stromverbrauch allein durch die (dumme) Messung?

Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet...

Ich werde gelegentlich mal bei unseren Mieterstromprojekten / Gebäudestromprojekten nachmessen, wie hoch der Verbrauch in Mehrfamilienhäusern wirklich ist.


Kommentiert 3, Mai 2016 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Hallo Herr Horn,
ich kann ihre Rechnung (fast ganz) nachvollziehen. Wenn man nicht rundet, kommt man auf 87,6 kWh pro Haushalt und Jahr. Dieses Zwischenergebnis liegt dem berechneten bundesweiten Mehrverbrauch von 3,5 TWh zugrunde. Das sind dann allerdings 3,5 TWh/ 600 TWh = 0,58 % Mehrverbrauch, nicht 5% (Quelle für Verbrauch von 600 TWh: AG Energiebilanzen, Stand 28.1.2016).
Die vermuteten 10 W Dauerlast erscheinen mir plausibel. Änderungen dieser Annahme wirken sich entsprechend auf das Ergebnis aus.
Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
Kommentiert 3, Mai 2016 von Andreas Horn (517 Punkte)
Super, vielen Dank für's Mitdenken! Ich korrigiere das oben im Text!
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