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Wie sieht eine optimale Versorgung Deutschlands mit 100% Erneuerbaren aus

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Eingestellt 13, Okt 2014 in Energiewende von Herznach Artur (122 Punkte)
1. Wie schaffen wir 100% Strom erneuerbar zu erzeugen, und wie gehen wir dann mit Überkapazitäten und Engpässen um?

2.Wie sollen unsere Gebäude erneuerbar beheizt und klimatisiert werden ohne unseren Wald abzuholzen?

3.Wie wird unser Verkehr erneuerbar?
   

2 Antworten

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Beantwortet 13, Okt 2014 von Herwig Hufnagel (639 Punkte)

Hallo Herr Herznach,

zu 1.: wichtig ist: es wachsen so viele Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien nach, dass die 100% Strom sicherlich machbar sind. Allerdings gehen hier tausende mögliche Wege. Um sich selbst ein für sich greifbares Szenario herauszufinden, ist der "Energiewenderechner" des www.sfv.de ein hilfreiches Mittel. Bei der dann technischen Umsetzung werden in jedem Landkreis, jeder Kommune, jedem Betrieb verschiedene Wege eingeschlagen werden, je nach Wetter- und sonstigen äusseren Bedingungen.

1a: Überkapazitäten werden in Zukunft wohl hauptsächlich durch die PV - Anlagen und Windmühlen kommen, wenn in den Sommerferien die Sonne das Beste gibt und eine steife Brise geht. Das heutzutage bei Neuanlagen mitinstallierte Abregeln von PV- Anlagen ist hier sicherlich falsch. Diese Energie muss eigentlich in saisonale Speicherwerke gelangen. Das können Druckluftspeicher, Wärmespeicher, Wasserspeicher, Power to Gas,  Power to liquid, PV- Batteriespeicher und sonstige Möglichkeiten sein, mal sehen, was sich bewährt und verwirklicht wird.

1b: dann ist die Sache mit den Engpässen auch erledigt.

2. Na, ein bisserl Holz machen wird es auf dem Lande immer geben. Eine Verwendung von Biomasse im großen Maßstab sollte vermieden werden, sonst wird das nix mehr mit dem Verhindern des Klimawandels, siehe hierzu auch die Seite www.sfv.de. (Biomasse ist CO2 - Speicher). Es müssen hier die 3E - Regeln greifen: Energiesparen, erneuerbar Erzeugen und drittens effizient Nutzen. Also erst mal alle Altbauten sanieren und isolieren, dann Solaranlagen nutzen und den Restbedarf mit hocheffizienten Wärmepumpen oder kwk- Anlagen erzeugen (z.B. Wärmepumpe mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben).

zu 3.: Hier wird die Welt in Zukunft vielschichtiger. Wichtig ist, dass ein Elektrofahrzeug alle Arten von Strom verarbeiten kann. Im Vergleich zu einem Verbrenner ist die Effektivität um ein zig- Vielfaches höher, am Elektroantrieb geht hier sicherlich kein Weg vorbei, egal ob im Bus oder Bahn oder Auto. Auch eine Brennstoffzelle treibt nur einen Elektromotor an.

+1 Punkt
Beantwortet 22, Okt 2014 von Christian Höhle (217 Punkte)

Zu 1)

Wie auch zum Thema Speicher verweise ich hier auf das Forschungsprojekte "Kombikraftwerk 2", wo genau dieses untersucht wurde.

Im Rahmen des Projektes wurde eine Simulation erstellt, die genau zeigt, wie zu welcher Zeit mit Überschüssen und Engpässen umgegangen wird.

Hier geht es zur interaktiven Animation

Einen Beitrag zu diesem Thema habe ich auch im SMA Corporate Blog unter dem Titel "Wie viel Speicher braucht die Energiewende?" veröffentlicht.

 

Zu 2 und 3)

Aus meiner Sicht hat EE-Gas (insbesondere Methanisierung) ein großes Potential, langfristig einen Teil des Primärenergiebedarfs abzudecken.

Ziel muss deshalb auch sein, nicht nur den Strombedarf aus EE zu decken, sondern darüber hinaus weiter massiv zuzubauen, um auch im Bereich der Gebäudebeheizung und der Mobilität mit EE-Gas diejenigen Bereiche zu erschließen, für die z.B. Batterien nicht geeignet sind.

 

Sonnige Grüße,
Christian Höhle

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