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Wie sieht die optimale Erstberatung eines Energieberaters aus?

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Eingestellt 9, Okt 2014 in Energiewende von Anonym
Hier scheint es viel Unsicherheit und Defizite zu geben. Nie sicher was wirklich das richtige ist, zur Sanierung eines EFH oder der alten Heizungsanlage. Auf jeden Fall ein Fachmann in PV und Thermie. Welche Titel sollte ein professioneller Energieberater haben und was zeichnet ihn aus?
   

1 Antwort

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Beantwortet 10, Okt 2014 von Jürgen Eiselt (128 Punkte)
Wie der Verbrauchertest "Energieberatungen vor Ort" der Stiftung Warentest gezeigt hat, verhindert ein Titel wie Architekt, Ingenieur, Meister oder Dipl.-Ing. nicht vor unqualifizierter, überteuerter und bei fast allen Test nutzlosen Beratungen.

VIele Energieberater packen in das Erstgespräch unbewusst zu viel Fachchinesisch rein, verwirren mit umfassenden Förderungszahlen und deren Vorraussetzungen, "vergessen" meist das Potential regenerative Energien mit vorzustellen oder beschränken sich auf eine Einsparmethode, wie die von staatlichen Stellen massiv geförderte Außenwandvolldämmung, die aber leider im Punkt Wirtschaftlichkeit auf den letzten Plätzen liegen.

Eine optimale Energieberatung sieht wie folgt aus:

a) im Vorfeld der Erstberatung Istaufnahme der Grunddaten (alte Heizung, Verbrauch, Kosten, Anzahl Personen, qm, Brennstoff)

b) Erstellung einer für den Sparer kostenlosen Energieeinsparprognose mit allen  wichtigen Einsparmaßnahmen und Kombinationen (auch Dämmung und Brennwertechnik!)

c) Übermittlung der Prognose an den Energiesanierer inkl. Information über Kosten der Erstberatung

d) Terminvereinbarung

e) Besprechung der potentiellen=wirtschaftlichsten Maßnahmen, i.d.R. mit regenerativen Energien und Kombinationen, wie Hybridtechnik. Dabei Einsparquoten in Euro/% und Wirtschaftlichkeitswerte vergleichend darstellen - Vor- und Nachteile bewerten und die unwirtschaftlichsten aussortieren.

f) Grundsatzentscheidung zu einer Sanierung fällt in dieser Erstberatung.

f) Experten für jeweilige Maßnahmen in der Hauptberatung (2. Termin vor Ort)  dazuziehen (Schreinermeister für Fenster/Türen, Bausachverständiger für Teildämmung wenn notwendig, Photovoltikbauer (meist bieten die Unternehmen auch Solarthermie und Dachdecker-Dienstleistungen an), Wärmepumpenspezialisten, Heizungsbauer für Warmwasseranschlüsse oder Experten von alternativen Sparmethoden wie Energieeinsparfarbe (wichtig für Denkmalgeschützte Häuser oder Mieter) und Wärmewellenheizungen.

Im zweiten Termin wird auch über ggf. staatliche Förderungen gesprochen und zertifizierte Energieberater für Energieausweise/Förderanträge dazugezogen. Denn dann steht ja die Maßnahme fest.

g) Während der Projektierungsphase sollte der Energieberater der Erstberatung weiterhin beratend zur Seite stehen, damit die Handwerker auch die dann getroffene, effektivste Maßnahme 1:1  umsetzen.

Mit dieser strukturierten Energieberatung sind die meisten Hemmnisse und Unklarheiten beseitigt und die Sanierungsentscheidung fällt aufgrund einer sehr breiten Informations-Basis.
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