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Energieautarkie: Vision oder Realität?

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Beantwortet 18, Jul 2014 von Timo Leukefeld (152 Punkte)

Energie-autark, bezahlbar und die Gesellschaft am Nutzen teilhaben lassen. Keine Vision, sondern Realität.

In Freiberg/Sachsen gibt es zwei Einfamilienhäuser, die sich weitgehend selbst mit Wärme, Strom und Mobilität aus der Sonne versorgen. Solarthermie mit Langzeitwärmespeicher und Photovoltaik samt Elektrospeicher versorgen diese Häuser mit Energie und lassen sie zur Tankstelle werden. Die Bewohner brauchen sich weder einzuschränken, noch zu sparen - intelligentes Verschwenden ohne schlechtes Gewissen.

Keine Robinson Lösung, sondern „Vernetzung“ – aber anders!

Für die Bauherren und Energieexperten Stephan Riedel und Timo Leukefeld ist diese individuelle Autarkie nur lebbar, wenn sie langfristig den Nutzen teilen können. Innovative Lösungen vernetzen die autarken Gebäude. So haben alle etwas davon: Bewohner, Energieversorger und Gesellschaft.

Speicherplatz zum Nutzen der Allgemeinheit

Die Beiden stellen dem regionalen Energieversorger enviaM den Elektroakku des Hauses sowie den des E-Mobils zur Verfügung. Den Energieversorgern kommt dies vor allem im Zusammenhang mit den häufig fluktuierend auftretenden erneuerbaren Energien zugute: Ist das Energieaufkommen im Netz höher als der Verbrauch, kann Strom eingespeichert und bei entsprechendem Mangel entnommen werden. Dies dient zum einen der Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes. Zum anderen kann dies zu Gewinnen führen: Liegt ein Überschuss vor, sinken die Strompreise an der Börse. Der Strom kann in diesen Speichern zwischengelagert werden, bis der Strompreis, bei geringem Energieaufkommen, wieder ansteigt.

Ähnlich verfahren die Bewohner mit dem Langzeitwärmespeicher: Diesen stellen sie für einen ähnlichen Zweck den Stadtwerken zur Verfügung, die dort Stromüberschüsse als Wärme einlagern.

Neue dezentrale Geschäftsmodelle statt Subventionen

Diese Prinzipien möchten die Solarexperten in einem nächsten Schritt zu einem echten Geschäftsmodell erweitern: Die Energieversorger legen einen Anteil des Gewinns, den sie durch die Einlagerung oder die Entnahme von Energie erwirtschaften, auf die Hauseigentümer, die in den Speicherplatz investieren, um. Statt über staatliche Subventionen, werden auf diese Weise echte Anreize geschaffen, sich bei der Entscheidung für ein Hausmodell, in die allgemeine Versorgungslage aktiv mit einzubringen.

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