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Ist die von der Bundesregierung vorgegebene Zielmarke für die Photovoltaik von 2,5 Gigawatt pro Jahr sinnvoll?

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Eingestellt 28, Apr 2014 in Photovoltaik von Anonym
   

4 Antworten

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Beantwortet 28, Apr 2014 von Erhard Renz (699 Punkte)
Diese Reduzierung des Möglichen ist eine Katastrophe für die Solarbranche, die Energiewende und dem Kampf gegen die Klimaveränderung. In Deutschland wurde 2010, 2011 und 2012 jeweils mehr als 7 Gigawatt jährlich zugebaut. Wenn die Regierung jetzt nur noch ein Drittel der Menge als Ziel vorgibt dann ist dies eine Vollbremsung!

Wenn wir noch den Umsatz uns anschauen der damals machbar war und was jetzt umgesetzt wird ist es eine Katastrophe was die Bundesregierung mit einer jungen Branche macht.

24 Millionen Bundesbürger wohnen in den 76 größten Städten, dort könnte ohne weiteren Ausbau der lokalen Netze Photovoltaik zugebaut werden. Ohne dass dort zu irgendeiner Sekunde des Jahres Strom aus dem lokalen Netz exportiert werden müsste! Jede produzierte Kilowattstunde in diesen Großstädte müsste nicht mehr über Netze hintransportiert werden. Volker Quaschning geht davon aus, dass wir 200 Gigawatt Photovoltaik haben sollten für eine 100% Vollversorgung. Im EEG steht immer noch der 52 GW Deckel. Installiert sind mehr als 30 GW. Wer Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien möchte der wird dieses Ziel als "Peanuts-Ziel" und Hindernis empfinden!
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Beantwortet 28, Apr 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)

Moin, moin,

 

also um Ihre Frage und Herrn Renz Antwort kurz zusammenzufassen:

 

JA, für AKW-Betreiber und vergleichbare Stromoligopolisten ist  die aktuelle EEG-Planung ein echtes Geschenk.

 

mfg   tugu

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Beantwortet 29, Apr 2014 von Michael Kessler (344 Punkte)
Ich hätte mir eine Deckelung zum Start des EEG gewünscht um den Boom (im Zubau und auch bei den Kosten) ein wenig zu minimieren. Dann hätte die Solarbranche ein langsameres, aber gesünderes Wachstum geniessen können - ohne Insolvenzen und ohne die weit verbreitete Meinung, dass PV extrem teuer ist, gegen die nun ständig argumentiert werden muss.

Gut - hinterher ist man immer schlauer, sagen die Politiker.

Jetzt  den Deckel bei 2.5 GW zu setzen ist eher Polemik und verändert die Kostenstruktur für die Bürger nur minimal, da die Einspeisevergütung bereits recht nahe bei den Strompreisen an der Börse ist (zumindest im Vergleich zu den 40-50 Cent / kWh, die beim Start des EEG garantiert wurden).

Allerdings sollten die Deutschen nicht jammern und lieber ins Ausland schauen - vor allem in die USA, hier werden gerne hochwertige Markenmodule gekauft. dort wachsen die Märkte - perspektivisch auch ohne oder zumindest mit überschaubarer staatlicher Unterstützung.

Denn generell ist der Klimawandel ein globales Problem. Erstaunlich, dass Deutschland, mit einem für PV mittelmäßigen Standort, den PV-Markt weltweit ins Rollen gebracht hat!
Kommentiert 29, Apr 2014 von Erhard Renz (699 Punkte)
Einspruch!
Du sprichst von einem Deckel zu Beginn des EEG. Warum hätten dann neue Fabriken gebaut werden sollen? Wenn kleine Stückzahlen mit den alten Fabriken produziert werden können gibt es keine Innovation und damit keine Kostenreduzierung.
Schlimm waren das hochpuschen der Politik (scharz/gelb) die von hohen Renditen für die Investoren faselten und jede Öffentlichkeitsarbeit in den Firmen unnötig machte. Der Kunde rannte den Firmen die Bude ein. Jetzt läuft genau das Gegenteil ab. Beim Endkunden kommt die Botschaft an PV rechnet sich nicht mehr und geht zu Lasten der anderen. Also informiert sich der Häuslebesitzer erst gar nicht mehr. Infoveranstaltungen verlaufen vor leeren Rängen oder Zuhörer die schon eine PV-Anlage haben. Ich will gar nicht von den verschiedensten Schweinezyklen (Siliziummangel, Modulmangel, Wechselrichtermangel) reden die keiner planen konnte. Wir haben noch lange nicht genug PV in Deutschland installiert und die Panikmache wegen den hohen Kosten wurden vom PV-Büro gut wiederlegt. http://www.photovoltaikbuero.de/pvBueroBlog/EntryId/222/Preistreiber-EEG-Paradoxon
Kommentiert 29, Apr 2014 von Michael Kessler (344 Punkte)
Ich spreche von einer Deckelung - und bleibe dabei, dass diese sinnvoll gewesen wäre. Die alles entscheidende Frage ist natürlich bei welcher Marke der Deckel ist:

Deckelung bei 10 GW: Wir hätten die gleiche Situation wie jetzt.

Deckelung bei 6 GW: Die Situation wäre sehr ähnlich - die EEG Umlage um einen geringen Prozentsatz niedriger

Deckelung bei 4 GW: Aufgebaute PV-Produktionskapazitäten wären geringer als jetzt vorhanden - einige unrentable Fabriken in China wären wohl nicht gebaut worden. Der Preis für Module wäre ein wenig schwächer gesunken als es tatsächlich der Fall war. Die EEG-Umlage fiele signifikant geringer aus, da ca. 10 GW PV bei recht hohen Vergütungssätzen nicht installiert worden wären. Vielleicht wären einige deutsche Hersteller noch am Markt, weil die Konkurrenz aus China nicht so groß wäre, da der Markt kleiner (=uninteressanter) wäre.

Deckelung bei 2 GW: Hier gebe ich Ihnen recht: Die Skalierungseffekte / Innovationsdruck wären deutlich geringer - die stattgefundenen Preissenkungen bei PV Modulen wären so nicht realisiert worden.

Aus meiner Sicht also immer eine Frage der Dosierung - meine Einschätzung ist, dass die Akzeptanz der PV als Teil der Energiewende im Falle einer VERNÜNFTIGEN Deckelung wesentlich höher ausfallen würde als dies aktuell der Fall ist.

Dass die EEG-Umlage AKTUELL nicht signifikant wegen des Ausbaus der PV-Leistung ansteigt ist mir bewusst - dennoch kann man nicht leugnen, dass ein nicht unerheblicher Anteil der aktuell ca. 6 Cent / kWh etwas mit dem Ausbau der PV in Verbindung mit damals noch hohen Einspeisevergütungen zu tun hat.

Und zu dem genannten Artikel: Ich bin immer vorsichtig, wenn eine Studie von einem Institut erarbeitet wurde, welches eindeutig die Interessen einer bestimmten Richtung vertritt. Unstrittig ist, dass die Auszahlen an PV-Anlagenbetreiber im Vergleich zu Auszahlungen an andere Erzeugergruppen sehr hoch sind (z.B. 2011: ca. 47 % der Auszahlungen an PV, nur 18.5% der erzeugten Strommenge wurde durch PV produziert.)

Wie die EEG Umlage genau berechnet wird und ob dies sinnvoll ist, ist wieder ein anderes Thema.
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Beantwortet 4, Mai 2014 von Lothar Jestädt (103 Punkte)
Für eine 100% Versorgung aus erneuerbaren Energien sollte ca. Die Hälfte aus PV kommen. Das heißt ca. 300TWh. Um das in 20 Jahren zu erreichen, den Anlagen altern und müssen ausgetauscht werden, benötigen wir einen dauerhaften jährlichen Zubau von 17GWp. Wer weniger will, will keine Energiewende.
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