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Studie zur Wirtschaftlichkeit von gewerblichen Eigenverbrauchs- Solaranlagen in Deutschland, Italien und der Türkei

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Eingestellt 28, Mär 2014 in Photovoltaik von Daniel Hahn (11 Punkte)
Bearbeitet 28, Mär 2014 von Daniel Hahn

Studie zu gewerblichen Eigenverbrauchssolaranlagen
Zentrale Erkenntnisse für Deutschland

  • Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird der Strombezugspreis für den Handel und das produzierende Gewerbe leicht sinken. Grund dafür ist, dass sich die EEG-Umlage erheb- lich verringert, sobald die hohe Einspeisevergütung alter Solar- und Windanlagen ausläuft. Für die Schwerindustrie hingegen steigen die Kosten, da die Steuern und Abgaben bereits heute so gering sind, dass sie den steigenden Börsenstrompreis nicht kompensieren. 
  • Eine Solaranlage mit Eigenverbrauch ist für das Segment Handel am attraktivsten, dicht gefolgt von dem produzierenden Gewerbe. Für die Schwerindustrie gibt es kaum finanz- ielle Vorteile. Die Amortisationszeit beträgt beim Handel je nach Standort 7,4 bis 9 Jahre, beim produzierenden Gewerbe zwischen 8,1 und 10,1 Jahren und bei der Schwerindustrie zwischen 12 und 15,5 Jahren. Die hohen Steuern und Abgaben machen den gewerblichen Eigenverbrauch von Solarstrom attraktiv.
  • Eine Solaranlage mit Eigenverbrauch und Ost-West Ausrichtung hat drei Vorteile:
    1. Sie hat eine kürzere Amortisationszeit: Im Segment Handel ist diese um ein bis zwei Jahre kürzer als bei einer Anlage mit Südausrichtung.
    2. Aufgrund der geringeren Investitionskosten steigt die Wirtschaftlichkeit für eine Solaranlage mit Ost-Westausrichtung.
    3. Die Eigenverbrauchsrate ist durch eine bessere Anpassungsfähigkeit an das Last- profil höher – für das Segment Handel steigt diese im Vergleich zu einer Südanlage um bis zu fünf Prozent.
     
  • Mit höheren Abgaben und Steuern auf den bezogenen Strom, steigt der Nettobarwert (NPV), d.h. der Gewinn der Anlage nach allen abgegoltenen Investitionskosten und unter Berücksichtigung der Kapitalkosten. Umgekehrt gilt, dass bei sinkenden Steuern und Abgaben der Nettobarwert schrumpft. Grund hierfür ist, dass die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage von dem eingesparten Strombezugspreis abhängig ist. Je höher die Steuern und Abgaben auf den Strombezugspreis sind, umso mehr Geld spart der Anlagenbesitzer durch den solaren Eigenverbrauch ein. •    Sollte der Eigenverbrauch von Solarenergie EEG-umlagepflichtig werden, ist die Solaran- lage für den Handel wirtschaftlich weniger attraktiv. Wird eine 70 prozentige EEG-Umlage von 4,36 ct/kWh auf den Eigenverbrauch erhoben, sinkt der Nettobarwert einer Solaran- lage im Handel um 33 Prozent.
  • Das produzierende Gewerbe würde von einer EEG-Umlage derart stark getroffen, dass Investitionen in Solaranlagen von Unternehmern in diesem Segment vermutlich nicht mehr erfolgen würden: Bereits bei einer reduzierten EEG-Umlage von 50 Prozent, was  3,12 ct/kWh entspricht, sinkt der Nettobarwert um gut 80 Prozent. Bei einer Umlagepflicht auf den Eigenverbrauch in Höhe von 70 Prozent (4,36 ct/kWh) wäre die Anlage nicht mehr wirtschaftlich (NPV von -17 €/kWp). Der Rückzahlungszeitraum verlängert sich um ca.  4 Jahre.

Zentrale Erkenntnisse für Italien und die Türkei

  • Die Steuern und Abgaben für die drei Segmente Handel, Gewerbe und Schwerindustrie folgen in Italien einem ähnlichen Muster wie in Deutschland. Beim Handel und Gewerbe ist der größte Kostentreiber die Finanzierung des Ausbaus von erneuerbarer Energie, während die Schwerindustrie von dieser Abgabe ausgenommen ist. Auch ist der Handel am stärksten belastet, gefolgt von dem produzierenden Gewerbe und der Schwerindustrie.
  • In der Türkei hingegen liegen die Steuern und Abgaben im Durchschnitt um 70 Prozent nie- driger als in Deutschland und Italien. Interessant ist jedoch, dass die gesamten Strombe- zugskosten der Türkei im Jahr 2014 mit Italien vergleichbar sind und bis 2033 am höchsten sind. Grund hierfür ist, dass die von der Regierung festgelegten Preise für die Beschaffung und Verteilung von Strom (in anderen Ländern die Strombörse) im Vergleich sehr hoch sind, insbesondere zu den Spitzenzeiten.
  • In Italien ist eine solare Eigenverbrauchsanlage für das Segment Handel und das produzie- rende Gewerbe am attraktivsten. Für die Schwerindustrie ergibt die Wirtschaftlichkeits- berechnung nur eine marginale Profitabilität. Die Amortisationszeit liegt für das Segment Handel zwischen 6,5 und 7,1 Jahren und für das produzierende Gewerbe zwischen 6,3 und 6,9 Jahren. Die Schwerindustrie hat einen Rückzahlungszeitraum, der zwischen 9,9 und  11 Jahren liegt. Die geringen Stromgestehungskosten für Solar im Vergleich zu den Strom- beschaffungskosten machen eine solare Eigenverbrauchsanalage in Italien so attraktiv.
  • Die Analyse ohne Einspeisevergütung, also ohne den garantierten Minimumpreis unter dem „ritiro dedicato“ in Italien hat gezeigt, dass zwar die Wirtschaftlichkeit für das Segment Handel um 30 Prozent sinkt, sich aber mit einem relativen Nettobarwert (NPV) bei  571 €/kWp (Rom) und 702 €/kWp (Trapani) durchaus lohnt und mit Deutschland ver- gleichbar ist. Für das produzierende Gewerbe ist ein Minimumpreis gar nicht erforder- lich. Der relative Nettobarwert bleibt unverändert bei 867 €/kWp (Rom) beziehungsweise  1.105 €/kWp (Trapani). Somit ist Solarstrom in Italien bereits jetzt wettbewerbsfähig – auch ohne Einspeisevergütung.
  • In der Türkei ist eine solare Eigenverbrauchsanlage für den Handel und das produzierende Gewerbe am interessantesten. Für die Schwerindustrie ergibt sich eine marginale bis durchschnittliche Profitabilität. Der Rückzahlungszeitraum liegt im Segment Handel zwi- schen 4,4 und 5,3 Jahren, im produzierenden Gewerbe zwischen 5,4 und 6,9 Jahren und in der Schwerindustrie zwischen 6,7 und 8,7 Jahren. Wie in Deutschland und Italien sind die geringen Stromgestehungskosten für Solar verglichen mit den relativ hohen Stromgeste- hungskosten ausschlaggebend für die Attraktivität einer solaren Eigenverbrauchsanlage. Hinzu kommt, dass die hohe Sonneneinstrahlung die Wirtschaftlichkeit weiter steigert.

 

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