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Was kostet Kernkraft eigentlich wirklich?

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Eingestellt 10, Feb 2014 in Energiewende von Katharina Uhr (228 Punkte)
Einer der zahlreichen Experten dieser tollen Wissensplattform hat doch sich schon mal die Kosten zusammengefasst, die bei einem Atomkraftwerk so zusammenkommen. Es wäre toll man hätte mal genauere Zahlen dazu. Vielen Dank schon mal an die engagierten Experten
   

2 Antworten

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Beantwortet 10, Feb 2014 von Cornelia Daniel (248 Punkte)
Hallo Frau Uhr,

das ist eine wirklich gute Frage. Die Anwort darauf wird immer anders ausfallen je nachdem wen man fragt. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, die Berechnungen von hoch angesehen Instituten nachzurechnen und bin zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Wenig überraschend hängen die prognostizierten Kosten immer von den getroffenen Annahmen ab. Der Haken dabei - die Entscheidung wird oft aufgrund falscher Annahmen getroffen und im nachhinein wird nicht mehr nachgerechnet, wie hoch die Kosten tatsächlich sind.

http://www.ecoquent-positions.com/wie-man-kosten-eines-atomkraftwerks-berechnet/

Kurz zusammengefasst: Die kWh Atomkraft kostet je nach Laufzeit, Kostenannahmen und Abbaukosten zwischen 4-12 ct/kWh. Dabei sind die Abbaukosten oder auch ein möglicher Unfall bzw. externe Kosten für die Entwertung von ganzen Landstrichen NICHT enthalten. Ohne staatliche Förderung sind Atomkraftwerke nicht wirtschaftlich zu betreiben. Deshalb drängt die Atomlobby auch so sehr darauf Gelder für CO2 arme Erzueugung zu bekommen und bekommt in GB vielleicht sogar einen Einspeisetarif, der der Kosten inkl Risikoaufschlag sehr gut widerspiegelt. Zu dieser Erkenntnis ist auch das Schweizer Insitut gekommen und hat daher die Empfehlung ausgegeben keine neuen Atomkraftwerke mehr zu bauen. Billiger Atomstrom kommt derzeit lediglich aus alten abgeschriebenen Kraftwerken und ist im Neubau nicht möglich. Warum sie trotzdem gebaut werden ist sehr banal. Das große Geld wird bereits beim Bau von Wenigen gemacht (Hersteller, Banken, Investoren). Die Kostenüberschreitungen zahlt meist jemand anders.
Kommentiert 10, Feb 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Da Energieversorger nach Vollkostenrechnung arbeiten, ist ihnen der Kostenfaktor ja auch vollkommen egal, die werden komplett  -mit rechtlicher Genehmigung- auf ALLE "Kunden" -sprich "verkauften Einheiten" umgelegt.
Ein echter Verlust -ja schon das Risiko dazu- ist somit "ausgeschlossen".

Selbst die riesigen Werbekampagnen GEGEN alternative Energie zahlt somit der Endkunde.

mfg   tugu
+1 Punkt
Beantwortet 11, Feb 2014 von Erhard Renz (699 Punkte)
Ich wohne 8 km neben dem Atomkraftwerk Biblis und es sind nicht die Kosten in Euro sondern die "Kosten" an Lebensqualität die durch Atomkraft verloren gehen. Wer will denn die 100.000 Jahre in Euro bewerten die wir in Zukunft aufwenden für den Schutz der lebenden Menschen vor diesem radioaktiven Gift? Wer will beurteilen wie es den Menschen entlang der radioaktiven Kette ergeht wenn sie an das schleichende Gift denken?

Letztendlich kostet Atomkraft das Leben vieler Menschen. Auch wenn es nicht der direkte "Tod" sondern "nur" verschlechterte Lebensqualität ist...
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