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SMA-Position zur 70%-Begrenzung

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Eingestellt 29, Jun 2012 in Photovoltaik von Anonym

Wirkleistungsbegrenzung bei Photovoltaik Anlagen unter 30 KW

Welche Leistung bzw. theoretisch maximale Leistung wird zugrunde gelegt? Stimmt es, dass durch Eigenverbrauch (30%), die verbleibende Einspeisemenge (70%), die Begrenzung de fakto erreicht wird. Für eine auch für Nichtexperten verständliche Antwort wäre ich sehr dankbar

   

2 Antworten

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Beantwortet 5, Jun 2012 von Felix Kever (220 Punkte)

Nach Auffassung von SMA geht die 70%-Begrenzung laut EEG immer von der Generatornennleistung aus, denn mit dem Begriff „installierte Leistung“ ist im EEG grundsätzlich die Peakleistung der installierten PV-Module gemeint. (Die VDE-AR-N 4105 interessiert sich dagegen nur für die ins Netz abgegebene Scheinleistung, weswegen Leistungswerte hier immer in der Einheit VA angegeben sind.) Wir empfehlen daher, die maximal abgegebene Wirkleistung der Wechselrichter auf 70 Prozent der Generatornennleistung einzustellen. Zwei Dinge sind außerdem noch wichtig:

1.       Wird die Bereitstellung von Blindleistung verlangt (sollte bei Ihnen der Fall sein, da die Anlagenscheinleistung 3,68 kVA übersteigt), muss diese bei der Einstellung des Begrenzungswertes hinzugerechnet werden. Bei einem geforderten Verschiebungsfaktor von 0,95 wären das 5,26 Prozent zusätzliche Wechselrichter-Scheinleistung (Berechnung: Wirkleistung geteilt durch den Verschiebungsfaktor). Wird die Blindleistung nicht berücksichtigt, haben sie effektiv zusätzliche 5 Prozent Wirkleistungsbegrenzung (Berechnung: Scheinleistung mal Verschiebungsfaktor), was teuer werden kann – siehe Punkt 2.

2.       Untersuchungen von SMA zeigen, dass die Ertragsverluste durch eine Leistungsbegrenzung nicht linear ansteigen, sondern mit kleiner werdendem Auslegungsverhältnis immer stärker zunehmen. Mit anderen Worten: Der Ertragsunterschied zwischen 88 und 89 Prozent Leistungsbegrenzung ist deutlich geringer, als der zwischen 70 und 71 Prozent. Der korrekt (siehe Punkt 1!) ausgerechnete Begrenzungswert sollte daher „von oben kommend“ punktgenau eingestellt werden. Wer den nächstkleineren Wechselrichter wählt, weil dessen Leistung nur geringfügig unter dem berechneten Wert liegt, muss unter Umständen deutliche Ertragsverluste in Kauf nehmen.

Noch ein abschließender Hinweis: Im Rahmen der erneuten EEG-Anpassung hat der Deutsche Bundestag am 29.3.2012 auch eine zeitliche Verschiebung bei den Einspeisemanagement-Anforderungen an PV-Anlagen bis 100 kWp beschlossen: Sie müssen sich nun erst ab 1. Januar 2013 ferngesteuert in der Wirkleistung begrenzen lassen. Die Variante der pauschalen 70 Prozent-Wirkleistungsbegrenzung für Anlagen bis 30 kWp wird somit auch erst zu diesem Termin relevant.
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Beantwortet 8, Jun 2012 von Felix Kever (220 Punkte)

Ob die Nutzung der 70%-Option oder die Teilnahme am Einspeisemanagement besser ist, lässt sich so einfach nicht sagen. Eine wichtige Rolle hierbei spielt die Eigenverbrauchsquote, genauer: Die Menge des Solarstrom-Eigenverbrauchs zu Zeiten der maximalen Erzeugungsleistung (denn Eigenverbrauch ist ja auch um 9 Uhr Vormittags möglich, also bei geringerer PV-Leistung...). In unseren Veröffentlichungen zum Thema schreiben wir es so: "Nur wenn die maximal zu erwartende Einspeiseleistung am Netzverknüpfungspunkt generell deutlich geringer ist als die Generatornennleistung, dürfte die Nutzung der 70-Prozent-Option vorteilhafter sein. Typische Fälle wären eine starke Verschattung der Module, nennenswerter Eigenverbrauch zeitgleich mit dem Erzeugungsmaximum oder Generatoren mit Ost-West-Ausrichtung, da hier die Maximalleistung der Teilgeneratoren nie gleichzeitig auftritt. Die SMA Auslegungssoftware Sunny Design kann dies ab Version 2.20 ebenfalls bei der Wechselrichter-Dimensionierung berücksichtigen. Über weitere Lösungsmöglichkeiten – wechselrichterintegriert oder in Zusammenhang mit dem Sunny Home Manager – wird SMA zu gegebener Zeit informieren." Quelle: http://dev.rcw.sma.de/loesungen/pv-netzintegration/eeg-2012.html Allgemeine Hinweise zur Wechselrichterauslegung im Rahmen der 70%-Regel finden Sie hier: http://experts.top50-solar.de/antwort/wechselrichter-einstellung-bei-70-regelung/ Übrigens: Im Rahmen der erneuten EEG-Anpassung hat der Deutsche Bundestag am 29.3.2012 auch eine zeitliche Verschiebung bei den Einspeisemanagement-Anforderungen an PV-Anlagen bis 100 kWp beschlossen: Sie müssen sich nun erst ab 1. Januar 2013 ferngesteuert in der Wirkleistung begrenzen lassen. Die Variante der pauschalen 70 Prozent-Wirkleistungsbegrenzung für Anlagen bis 30 kWp wird somit auch erst zu diesem Termin relevant.

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