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Die Gaunereien von VW und Mercedes

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Eingestellt 21, Jun 2016 in Energiewende von Franz Alt (1,830 Punkte)

Meist kommt Hochmut vor dem Fall, weiß der Volksmund.

Die VW-Bosse in Wolfsburg verkünden seit vielen Jahren, dass es ihr Ziel sei, bis 2018 „größter Autohersteller der Welt“ zu sein. Größer als Toyota, größer als General Motors. Zehn Millionen Autos wollte Volkswagen dann pro Jahr produzieren und irgendwann vielleicht auch 20 Millionen. Hauptsache: Der Größte.

Doch dann kam der Diesel-Skandal dazwischen. Der neue VW-Chef Müller nannte den Skandal, der tausenden Menschen durch Luftverschmutzung das Leben kosten wird, gegenüber dem US-Präsidenten Obama „das Ereignis“. Jetzt steht der Konzern durch das „Ereignis“ am Rande des Abgrunds, blickt aber – so war in dieser Woche bei einem Treffen der Aufsichtsräte zu hören, schon mal mit neuen Zielen auf das Jahr 2025. So schnell vergeht die Zeit.

Man wolle in etwa zehn Jahren „Mobilitätsanbieter“ sein, Service heiße das neue Ziel sowie Elektroautos und Hybrid-Autos. VW-Aufsichtsratschef Piech hatte für E-Autos der US-Firma Tesla noch vor kurzem nur Hohn und Spott übrig. Heute spotten die Amis über deutsche VW-Diesel. Wer den Schaden hat…

Derselbe Ferdinand Piech hatte als VW-Chef vor über 20 Jahren schon mal vollmundig das „Ein-Liter-Auto“ angekündigt, das man heute freilich nur im VW-Museum in Wolfsburg bestaunen kann. Moderne E-Autos werden im Sommer 2016 vor allem in Kalifornien, in China, in Japan gebaut und gefahren.

Die E-Auto-Realität sieht heute so aus: USA 410.000 Elektroautos, in China 306.000. in Japan 130.000, in den Niederlanden 89.000, in Norwegen 80.000, in Frankreich 76.000 und in Deutschland 55.000.

Der deutsche Diesel hatte einst einen guten Ruf – solange nicht nachgemessen wurde. Die Abgaswerte auf dem Papier und in Anzeigen sahen gut aus. Heute wissen wir es freilich besser. Der Traum vom sauberen Diesel ist ausgeträumt.

Hätte die Werbung die Wahrheit gesagt, dann wären Diesel-Autos in vielen Ländern gar nicht zugelassen worden, zum Beispiel in den USA. Dort ist der Wert der im Labor erlaubten Stickoxidmenge eines Mercedes Blue Tec auf der Straße bis zu achtmal höher, in Europa sogar bis zu 65mal. Der Diesel-Betrug war freilich nicht nur bei VW an der Tagesordnung.

In der Werbung bauen deutsche Autohersteller eigentlich nur ökologische Autos. Mercedes: „Das Beste oder Nichts“. Sie scheuen vor keiner Frechheit zurück.

VW wollte „Der Größte“ sein und Mercedes „Das Beste“ produzieren. Jetzt wissen wir: So klein sind die Größten und so peinlich aufgebläht die Besten. Nun kann man von einst stolzen Mitarbeitern bei VW und Mercedes hören: „Wir schämen uns“.

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