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Unabhängig vom Stromnetz - Interessante Projekte von Einfamilienhäusern gesucht

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Eingestellt 24, Nov 2014 in Energiewende von P. Friedel

Wie könnte man die Energieversorgung eines Einfamilienhauses konzipieren, um sich schon heute komplett vom Stromnetz abzuklemmen? Welche Techniken würden die Experten einsetzen und was würde mich dieser "Luxus" kosten, völlig autark und 100% Erneuerbar zu sein?

   
Kommentiert 26, Nov 2014 von Timo Leukefeld (152 Punkte)
Als erste Maßnahme müssen Sie versuchen so weit wie möglich den Wärme- und Strombedarf VOR ALLEM IM WINTER zu senken. Also die Hülle muss wärmetechnisch wenig Verluste aufweisen und der Stromverbrauch Ihrer Familie muss unter 2000 kWh/a liegen, sonst ist die Vollautarkie nicht erreichbar. Dann kann Solarthermie mit Langzeitwärmespeicher plus Photovoltaik mit Akku eine Vollautrakie ermöglichen. Vollautrakie im EFH kostet dann zwischen 70.000 und 90.000 Euro. Ist Ihr Haus abgezahlt, haben Sie die beste Altersvorsorge, die es gibt. Das Haus hat dann keine Ausgaben für Wohnen, Wärme, Strom und Elektromobilität mehr. Wissenswertes über energieautarke Gebäude finden Sei hier:

http://www.timoleukefeld.de/autarke-gebaeude.html
http://www.vitalsonnenhauspro.at/
www.youtube.com/watch?v=PQ044cNTloM

Seit 2011 gibt es energieautarke Gebäude als Standardprodukte.

Das „EnergieAutarkeHaus“, das ich maßgeblich mit entwickelte, versorgt sich weitestgehend und intelligent mit Wärme, Strom und Mobilität aus der Sonne. Innovative Lösungen vernetzen diese autarken Gebäude. Nicht um Energie zu beziehen, sondern um häufig fluktuierend auftretenden erneuerbaren Energien von den Versorgungsbetrieben zwischen zu lagern. Dies dient zum einen der Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes; zum anderen kann dies zu Gewinnen an der Strombörse führen. Das Konzept ist auf jegliche Gebäudeart anwendbar: für Ein- und Mehrfamilien-Neubauten bis hin zum Gewerbe- und Funktionsgebäuden sowie für Altbausolarisierungen. ZDF, MDR, SZ, FAZ, Stern, RTL u.a. berichteten ausführlich.

Dennoch denke ich, dass die Massenanwendung gerade im Bestand eher teilautarke Lösungen sind.

Herzlichst
Timo Leukefeld

1 Antwort

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Beantwortet 24, Nov 2014 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Sehr geehrter Herr Friedel,

schon in den 1990er Jahren, war es in netzfernen Gegenden Europas günstiger, die Stromversorgung eines Hauses mit PV-Anlagen zu sichern, als das Netz bis zum Hausanschluss zu erweitern. Dazu gehörten grob geschätzt etwa 100.000 Häuser in Südeuropa, wie in einem EU-Forschungsprojekt zu dieser Zeit ermittelt wurde. Die damals staatlichen Elektrizitätsversorgungsunternehmen EdF (Frankreich) und ENEL (Italien) haben diesen Sachverhalt zum Beispiel auf den europäischen Photovoltaik-Konferenzen auch frank und frei eingestanden und erläutert, wie sie bei der Installation vorgehen. Die installierten Systeme hatten damals fast durchweg eine Blei-Batterie zur Energiespeicherung. Sowohl der PV-Generator als auch die Batterie waren so dimensioniert, dass auch im Dezember eine Vollversorgung gewährleistet werden konnte - in Südeuropa auch etwas leichter zu bewerkstelligen als in Deutschland.

Die von mir damals im EU-Forschungsprojekt "Power for the World" ermittelte Faustformel "Eine PV-Anlage mit Speicher, die ganzjährig die gleiche Versorgungssicherheit gewährleistet wie ein Netzanschluss, ist günstiger als eine Netzerweiterung, wenn der Quotient aus benötigter PV-Nennleistung und Länge der alternativ vorzunehmenden Netzerweiterung kleiner als 1 kWp/km ist" wurde von diesen Unternehmen, immerhin eines dabei, das sonst eher auf Kernenergie setzt, sogar noch überboten, das heißt noch öfter für eine PV-Anlage statt für eine Netzerweiterung entschieden, vor allem in bergigem Gelände und bei der Versorgung kleiner Inseln.

Es gibt mehr als eine Lösung für eine vom Stromnetz abgekoppelte Energieversorgung eines Einfamilienhauses. Gehen Sie mit Ihrer Frage am besten auf verschiedene Anbieter von PV-Komplettanlagen mit Speicher zu und erbitten Sie ein Angebot. Nennen Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch, idealerweise auch dessen Verteilung auf die einzelnen Monate, und Ihre wichtigsten Verbrauchsgeräte, sowie die Flächen und deren Orientierung, die für eine Ausstattung mit PV-Modulen in Frage kommen, möglichst mit Fotos. Die kritischste Komponente dürfte der Langzeitspeicher sein. Dafür kommt unter anderem Wasserstoff in Frage. Erbitten Sie dafür unbedingt Referenzen.

Mit sonnigen Grüßen, Dr. Michael Stöhr
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