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Ist die Verschmutzung von Photovoltaik-Anlagen an Schnellstraßen größer als bei anderen Freiflächenanlagen?

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Eingestellt 4, Sep 2014 in Photovoltaik von Anonym
Und haben diese Anlagen deshalb geringere Erträge?
   

3 Antworten

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Beantwortet 8, Sep 2014 von Martin Schorlies (940 Punkte)
Hallo Anonym,

die Verschmutzungswahrscheinlichkeit ist ein wenig höher, da die Anlage direkt neben dem Hauptemmitenten von Stäuben liegt, jedoch sind auch andere Freiflächenanlagen genauso betroffen, jedoch von anderen Stäuben:
- Staub von z.B. Ackerbewirtschaftung (Ernte z.B.), oder klebringen Anhaftungen in der Düngezeit
- Verschmutzungen durch Industrieemmissionen gibt es auch regelmäßig
- oder auch in Einflugschneisen von Flughäfen.

Also die Laborbedingungen wird es vermutlich eher selten geben. Dafür gibt es jedoch zum Glück regelmäßig in unseren Breitengraden Regenereignisse, die den Großteil der Verschmutzungen wieder abspülen. Normalerweise sollten jedoch eben Stäube und Verschmutzungen bereits wärend der Planung in die Berechnung der Anlage mit eingeflossen sein.

Und natürlich hat eine verschmutzte Anlage geringere Erträge, als eine greinigte, bzw. unverschmutzte.

MfG
Martin Schorlies
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Beantwortet 8, Sep 2014 von Klaus von Pirch (22 Punkte)

Hallo Anonnym,

zu der Antwort seitens Herr Schorlies möchte ich folgendes hinzufügen:

Grundsätzlich sind Photovoltaik -und Solaranlagen, welche an Schnellstrassen und Autobahnen aufgebaut sind, durch die aufgewirbelten Stäube erhöht verschmutzt. Schwerwiegender sind jedoch die Einflüsse von:

  • Gummiabrieb
  • Bremsabrieb
  • Ruß.

Diese Verunreinigungen hinterlassen in Kombination hartnäckige Verschmutzungen, welche nicht durch Niederschlag abgespült werden. Unerheblich, in welchem Neigungswinkel die Module errichtet sind.

Zum Werterhalt der Module und im Sinne der Einspeisevergütung, ist es empfehlenswert, die Anlage in regelmäßigen Abständen zu reinigen oder reinigen zu lassen, um Ihre Gewinne zu optimieren.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus von Pirch

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Beantwortet 16, Feb 2016 von Michael Mattstedt (100 Punkte)

Sehr geehrte Damen und Herren,

man muß den Einzelfall betrachten, denn prinzipiell hängt die Verschmutzung von den lokalen Umgebungsbedingungen ab.

1. PV-Anlage direkt an der Strasse mit Lärmschutzwall:
Viele Schnellstraßen haben einen Lärmschutzwall. Sind die Photovoltaikmodule mit etwas Abstand nach unten und oben direkt auf dem Hang des Lärmschutzwalls montiert, kann es sein dass die Verschmutzung erstaunlich gering ist.

Erklärung: die schweren Stäube wirbeln hauptsächlich nur bis in 2,50m Höhe. Leichtere Stäube können durch den Windkanal und die Luftverdrängung über den Wall hinausgetragen werden. Die Verschmutzung durch die Schnellstrasse findet dann erst in 20 oder 50m Entfernung statt.

Solche Fallbeispiele hängen aber tatsächlich von den Maßverhältnissen und Proportionen zueinander ab, von der Lage der Strasse zur Windrichtung usw.

2. PV-Freiflächenanlage in 10-50m Entfernung zur Schnellstrasse/Autobahn
Je nach Geländeformation und Bebauung sind natürliche Luftbewegungen vorhanden. Der Strassenverkehr erzeugt hier zusätzliche Luftbewegungen. Bei überwiegend geringen Luftbewegungen sind die Verschmutzungen im Solarpark erheblich. Bei guter Windbewegung und/oder westlicher Lage zur Strasse kann die Verschmutzung äußerst gering sein.

Erklärung: die Luftverwirbelung verteilt die Emissionen. Die Partikeldichte reduziert sich sehr schnell. Liegt der Solarpark in Windrichtung VOR der Strasse, kann die Verschmutzung durch die Strasse rein physikalisch gering ausfallen.

3. PV-Freiflächenanlagen im Vergleich
Die eigentliche Antwort auf Ihre Frage ist nicht möglich, da man zuerst eine ideale Freiflächenanlage als Referenz definieren müsste.

Erklärung:
Der eine Solarpark liegt an der Bahnlinie und bekommt die Bremsstäube und den Eisenabrieb auf die Module. Der nächste ist in Windrichtung zur Industrieanlage, dort kennt man beispielsweise die chemisch reaktiven Emissionen. Beim nächsten hat man die Aufwirbelung beim Befahren des unbefestigten Feldwegs, oder der geschotterten Abkürzung zum Arbeitsplatz. Irgendetwas kann immer sein.

Mit besten Grüßen Michael Mattstedt

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