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Kann mir jemand belegen, daß sich PV-Strom rechnet? PV-Strom wirtschaftlich ist?

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Eingestellt 15, Jun 2014 in Photovoltaik von Otto Normalverbraucher, Hausbesitzer
Zum Start der PV-Thematik gab es eine Einspeisevergütung, mit der sich die Anlagen gerechnet haben - früher oder später. Aber jetzt gibt es keine Vergütung, die erwähnenswert ist, rechnet sich die Eigenstromerzeugung überhaupt noch?

Bitte um realistische Antworten und Belege.
   

5 Antworten

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Beantwortet 16, Jun 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)

Die Rentabilität ergibt sich bekanntlich aus der Abhängigkeit von Kosten zu Nutzen. Pauschal kann man dieses Verhältnis nicht ansetzen oder bewerten. Man muß den Einzelfall betrachten.

Unbedingt Angebote vergleichen

Meine Empfehlung: Holen Sie sich für Ihren speziellen Fall mehrere Angebote für eine Solarstromanlage ohne Speichersysteme. Für die Dimensionierung empfehle ich Ihnen ein Verhältnis von solar erzeugter zu verbrauchter Energie von eins zu eins, d.h. pro 1000 kWh/a im Haushalt verbrauchten Stroms sollte die Anlage im Jahresmittel die gleiche Menge erzeugen - dann erreichen Sie einen durchschnittlichen "natürlichen" Eigenverbrauch von ca. 30% und der Autarkiegrad wird sich in diesem Bereich bewegen. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang vielleicht noch die Nutzung eines der neuen Wechselrichtersysteme, die mit einem kleinen integrierten Speicher den mittäglichen Spitzenertrag speichern und später zum Verbrauch freigeben. Damit können Sie kurzfristig relativ geringe Energieerzeugungskosten generieren.

Eckdaten eruieren und verbindlich festlegen

Erkundigen Sie sich nach dem Durchschnittsertrag der Solaranlagen in Ihrer Region. Pauschale Aussagen wie 1000 kWh pro kWpeak installierter PV-Leistung taugen nur zum "schönrechnen", in unserer Region (Eifel) rechnet man z.B. nur mit 850 kWha/kWp - bei Ihnen kann es mehr sein, muß aber nicht! Ebenso sollte man ca. 1,5-2,2 % des Anlagenneupreises pro Jahr für Wartung, Rücklagen und Versicherung zu Grunde legen. Die (geringfügige) Degradation der Module sollte ebenso eingerechnet werden,wie die Degradation der Einspeisevergütung, wenn Sie z.B. erst in drei oder vier Monaten bauen. Schön gerechnet werden die Anlagen vielfach auch über den zukünftigen Strompreis: Natürlich hat der sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Dies entspricht allerdings nicht einer jährlichen Steigerung von 5 %! Wenn Sie, wie in dem Artikel aus dem PV Magazin gesehen, mit 2%, pessimistisch mit 3% Preissteigerung pro Jahr rechnen, werden Sie eine realistische, seriöse Rechnung bekommen.

Solarstromrechner

Für eine seriöse Betrachtung der Rentabilität eignen sich in den meisten Fällen die selbstgestrickten Analysen einiger Anbieter nicht wirklich. Sie sollten auf unabhängige Berater und deren Analysewerkzeuge zurückgreifen. Ich habe in der Vergangenheit oft den Renditerechner der Stiftung Warentest ( finden Sie hier: https://www.test.de/Solarstrom-Vergleichsrechner-Rendite- mit-Sonne-1391893-0/ ) genutzt, um eine unabhängige Berechnung zu gewährleisten. Auch ein unabhängiger Energieberater kann helfen !

+1 Punkt
Beantwortet 16, Jun 2014 von Tjarko Tjaden (264 Punkte)
Hallo!

Ich kann dem Vorredner nur zustimmen. Photovoltaiksysteme rechnen sich aktuell und in Zukunft noch. Durch die kontinuerlich sinkende Einspeisevergütung stellt sich nur die Frage, wie groß das PV-System noch sein darf für die günstigsten mittleren Stromkosten.

Ich denke, dass Ihnen folgender Beitrag weiterhelfen sollte. Unter heutigen Konditionen ist es kostenoptimal pro 1000 kWh Jahresstromverbrauch ein PV-System mit ca. 2 kWp zu bauen. Sie finden diese Aussage in der Abbildung 2.

http://pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/2014/04/pv-magazine-2013-Optimale-Dimensionierung-von-PV-Speichersystemen.pdf
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Beantwortet 16, Jun 2014 von Jürgen Schäfer (221 Punkte)

Selbstverständlich ist PV noch wirtschaftlich!

Gerne kann ich Ihnen eine Tabelle anfügen, aus der hervor geht, wie wirtschaftlich eine PV-Anlage ist.

In dieser Tabelle gehe ich von einem Eigenverbrauch (EV) von 33% aus, die mit bestimmten Maßnahmen sehr wohl erreichbar sind. Weiterhin gehe ich davon aus, das kein Speicher(!) vorhanden ist.
Mit Speicher würde ich einen EV von wenigstens 70% annehmen.

Die Eckdaten -Kosten pro kWp und Kreditkosten- sind bewißt hoch gewählt, weil individuelle Lösungen nie pauschal belegbar sind. Lieber ein teures Muster, dafür beim individuellen Kosten-Nutzenvergleich günstigere Lösungen finden, als Mogelpackungen zu verkaufen.

Aus dieser Tabelle geht klar hervor, daß in der Betriebszeit von 20 Jahren alleinde durch die Stromkosteneinsparung
die Kosten für die Anschaffung und Zinsen abgedeckt sind.

Wozu brauchen wir noch das EEG?

Gruß Jürgen Schäfer, 16.06.2014

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Beantwortet 16, Jun 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Wie Herr Müllers schon schreibt:

Es geht ausschließlich um die Bilanzierung der individuellen Anlage.

Pauschale Angaben können nur zufälligerweise stimmen.

Für die Erzeugung der Anlage sind die Region, die Ausrichtung, die Dachneigung, die Planung und Dimensionierung, ........, ......... der Anlage wichtig.

Für den Ertrag kommt dann noch das individuelle Verbrauchsverhalten des "Stromnutzers", sowie die Preise des zu ersetzenden "Kaufstromes" dazu.

Selbstverständlich spielen auch Anlagenpreis, Finanzierungszins und Wartungskosten (es gibt durchaus Anlagen, die jährlich gereinigt werden müssen) eine Rolle.

Also jede Anlage muss wirklich individuell gerechnet und geplant werden, mitunter ist weniger MEHR.

mfg   tugu
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Beantwortet 18, Jun 2014 von Wolfgang Hartmann (394 Punkte)
Auf jeden Fall rechnet sich eine PV-Anlage.

Allerdings hat sich die Philosophie dahin gehend geändert, dass nicht mehr gesagt werden kann: so viel PV aufs Dach, wie möglich, sondern nur soviel, wie nötig.

Die genaue Planung der PV-Anlage ist somit wichtig. Dazu halte ich einen Speicher für sinnvoll, denn wir haben oft das Problem, wenn die Sonne scheint ist niemand zu Hause (tagsüber). Und, wenn wir Strom benötigen (abends und morgens) scheint die Sonne nicht mehr oder noch nicht.

So kann ein großes Stück Unabhängigkeit erreicht werden.
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