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Kann ich den Ertrag elektronisch steigern?

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Eingestellt 28, Apr 2014 in Photovoltaik von Herbert Preußer
ES - Transformer
   

2 Antworten

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Beantwortet 28, Apr 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)
Bearbeitet 29, Apr 2014 von Frank Müllers
Moduloptimierer verschiedener Marken nehmen für sich in Anspruch, eine Ertragssteigerung von bis zu 20% zu erzielen. In einer teilverschatteten Fassadenanlage führen wir zur Zeit einen Feldversuch durch. Bisher konnten wir nur eine geringe Ertragssteigerung feststellen. Dieser Versuch ist jedoch nicht represantativ - das letzte Jahr war kein sehr ertragreiches - und die verwendeten Optimierer werden nicht mehr hergestellt.

Grundsätzlich sollte eine Leistungssteigerung möglich sein, da die Module im "String" nicht mehr in Reihe geschaltet sind und das Modul mit dem größten Durchgangswiderstand den Ertrag nicht mehr mindern kann (kein Flaschenhals-effekt mehr). Die Moduloptimierer suchen für jedes Modul den passenden MPP-Punkt und addieren die Leistungen.

Ein Nachteil der .späteren Nachrüstung mit diesen Optimierern ist der Preis. Daher empfiehlt es sich bei verschiedenen Ausrichtungen und komplexen Verschattunssituationen schon bei der Planung über den Einsatz eines solchen Systems nachzudenken um Mehrkosten zu vermeiden. Eine Nachrüstung lohnt nur bei leicht zugänglichen Anlagen, bei denen die Optimierer ohne großen Aufwand montiert werden können.

Nachtrag: Der von Ihnen genannte ES-Transformer zählt - bei einer Montage in einem PV-System - sicherlich zu den Optimierern. Ich will hier die Wirkung nicht explizit anzweifeln, da ich das Gerät nicht kenne, kann aber die Funktionsweise dieses Apparates nicht nachvollziehen. Die auf der Webseite gezeigten Videos über Supraleiter und Quantenphysik sind sehr aufschlussreich, erklären aber in keinster Weise die Wirkung. Ich würde von einer Montage absehen.
Kommentiert 28, Apr 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Moin, moin,

ich glaube NICHT, das es bei der Frage um Moduloptimierer ging.

Vielmehr geht es um "Glaubensfragen" und die Tesla-Erbschaft (bzw. was windige Typen daraus machen).

mfg  tugu
Kommentiert 28, Apr 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)
N'Abend, tugu,
durchaus möglich, aber ein 'ES-Transformer' sagt mir nichts und zu den "windigen Typen" zähle ich mich auch nicht - da bleibt aus meiner Sicht nur der. Moduloptimierer...
Kommentiert 29, Apr 2014 von Jörg Tuguntke (1,368 Punkte)
Manchmal klappt auch Google:

http://es-transformer.com/

Das HIER niemand so "etwas" anbietet, davon gehe ich aus.

mfg  tugu
Kommentiert 29, Apr 2014 von Frank Müllers (590 Punkte)
Google hat geklappt: Lies meinen editierten Nachtrag...
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Beantwortet 16, Mai 2014 von Christof Erban (92 Punkte)
Die Frage ist ja leider sehr allgemein gehalten.

Natürlich hat die Auswahl eines passenden Wechslrichters - der ja elektronisch arbeitet -  mit einem möglichst hohen Wirkungsgrad direkten Einfluss auf den Ertrag. Was aber wohl eigentlich gemeint ist: kann ich durch sog. Leistungsoptimierer den Ertrag steigern? Hierzu ist zweierlei zu sagen.

Ist die PV-Anlage einerseits gut geplant, d.h. die Komponeten sind speziell aufeinander abgestimmt ausgesucht, und entsprechen andererseits die Module auch den Datenblattangaben und ist drittens die Anlage wie geplant - und ohne Fehler - ausgeführt und hat man viertens keine Verschattung: Zusammengefasst man hat eigentlich eine gut  funktionierende PV-Anlage vor sich, dann hilft ein Leistungsoptimierer gar nichts, denn es gibt nichts zu optimieren. Der leistungsoptimierer verursacht im Gegenteil dann kontinuierliche Ertragsverluste, da er einen elektrischen Eigenbedarf hat.

Wenn aber z.B. Teile der Anlage verschattet sind (was eigentlich in der ursprünglichen Anlagenplanung hätte berücksichtigt sein sollen), oder aber einzelne Module lassen in der Leistung schneller nach als andere, oder sie sind wärmer als andere so kann ein Leistungsoptimierer durchaus den Ertrag steigern.

Hierbei muss man natürlich abwägen, wie häufig treten diese Verluste auf, sprich wie häufig kann der Leistungsoptimierer wirklich etwas bringen, gegenüber der Tatsache, dass ein Optimierer einen Eigenverbrauch hat, den er aus dem Strom der PV Anlage selbst deckt. Auch wenn dieser Verbrauch sehr gering ist, so läuft der Optimierer doch jedes Jahr einige tausend Stunden, in Summe fehlt also dann doch die eine oder andere kWh in jedem Modul.

Ein Leistungsoptimierer macht ja eigenlich nichts anderes als ein Wechselrichter, nämlich die Modulspannung solange verändern, bis sich ein gewisser Strom der zum Strom der nicht beeinträchtigen PV-Module passt, einstellt. Was der Optimierer im Gegensatz zum WR nicht macht ist, das Optimum aus Strom und Spoannung zu suchen (MPP-tracken). Der Optimierer nimmt den Strom im Modulstrang als gegeben hin. Des weiteren macht der Optimierer keinen Wechselstrom sondern Gleichstrom. Er ist also ein DC-DC Wandler. Darüber hinaus hat der Optimierer im Gegensatz zum WR keine Sicherheitsfeatures zur Überprüfung des öffentlichen Netzes und er hat (meist) kein Monitoring.

Zusammenfassung: Je nach Problem kann ein Leistungsoptimierer helfen. Ob sich das wirtschaftlich lohnt, hängt sehr stark von der spezifischen Anlage ab. Bei gut geplanten und unverschatteten PV-Anlagen, stöhrt der Leistungsoptimierer eher als dass er was bringt, denn der Wechselrichter sucht den jeweils passenden Maximum Power Point (MPP).
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