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Wer kommt auf für Hagelschaden und Mikrorisse in PV-Modulen?

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Eingestellt 24, Jan 2014 in Photovoltaik von Anonym
Durch Hagelschlag sind auch zahlreiche Photovoltaik-Anlagen beschädigt worden.

Einmal sichtbar durch Zerschlagung des Deckglases, das hat die Versicherung voll übernommen.

Zum anderen unsichtbar in Form von Mikrorissen in den spröden Siliziumzellen (ohne dass das Deckglas beschädigt wurde), die sich kurzfristig nicht negativ auswirken, mittel- und langfristig aber doch erheblich.

Wir haben von verschiedenen Anlagen die Module bei Prüfinstituten untersuchen lassen (Elektrolumineszenzprüfung)  und bei etwa 80 % dieser Module festgestellt, dass Mikrorisse in der für Einschläge typischen Rissstruktur vorliegen.

Wenn hagelbedingte Mikrorisse auftreten, liegt ebenso wie bei o.g. Glasbruch eindeutig ein Versicherungsschaden vor. Das Problem ist nur:

1. Die Anlagen laufen n o c h zur vollen Zufriedenheit. Der Leistungsabfall beginnt ganz langsam und zeitversetzt.

2. Die Elektrolumineszenzprüfungen sind sehr teuer.

Es ist deshalb unverzichtbar, dass wir gemeinsam zu einer Beantwortung der Frage kommen, in welcher Form die Versicherung den Schaden, der möglicherweise schon heute gegeben ist, sich aber erst mit einiger Verzögerung (Leistungsabfall) bemerkbar macht, übernimmt.

Werden diese Anlagen komplett mit neuen Modulen ausgestattet? Wird der Schaden von den Versicherungen getragen?

Ich wäre Ihnen für eine umfassende Stellungnahme dankbar.
   

2 Antworten

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Beantwortet 26, Jan 2014 von Sebastian Hartmann (140 Punkte)
Wir hatten im letzten Jahr mehrere dieser Fälle. Wir haben dabei nur die optisch bzw. elektrisch defekten Module getauscht.

Wie oben beschrieben sind Langzeitschäden wahrscheinlich, sind aber zum Zeitpunkt der Reparatur schwer bis unmöglich nachzuweisen. Als Installateur bzw. reparierendes Unternehmen muss man hier dann natürlich den Spagat zwischen einer wirtschaftlichen Lösung und hoher Kundenzufriedenheit meistern. Nach meinem Stand sind die bisher angebotenen Elektroluminizensmessungen zu keinem vernünftigen, wirtschaftlichen Preis zu realisieren (zusätzliche Anfahrt für den Installateur, in Abhängigkeit verfügbarer Ersatzmodule auch lange Gerüststellzeit und Lagerkosten). Die Versicherung wird diese vermutlich nicht bezahlen wollen und rechtlich sehe ich da wenig Chancen, für den Kunden eine schnelle Lösung zu finden.

Die Versicherung ist natürlich nur an einer billigen Reparatur oder einem Abwälzen der Kosten auf Dritte interessiert. In unseren Fällen haben sich die Versicherung gerade so zu einem für uns wirtschaftlichen Tausch durchringen können. Unter Umständen findet man vielleicht auch Versicherungen, die durch den Hinweis auf entstehenede Folgekosten durch weitere Einsätze zum Tausch aller Module (inkl Überführung der "defekten" Module zur Versicherung) bereit erklären. Das war aber in unseren  Fällen nicht möglich. So bleibt einem nur die genaue Beobachtung und ein erneuter Tausch im Fall der Fälle übrig. Wie man die Versicherung dann zur Zahlung der Kosten bekommt, steht in den Sternen...

Bei Platformen wie SecondSol.de habe ich aber schon Angebote mit optisch intakte Hagelschadenmodule aus Versicherungsfällen gesehen. Es scheint also auch möglich zu sein, dass man vernünftige Versicherungen findet! Letztlich ist da wohl jeder Fall ein Einzelfall...
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Beantwortet 7, Feb 2014 von Stefan Wippich (156 Punkte)
Warum sollte eine Photovoltaikanlage die funktioniert getauscht werden?

Wir würden auf die Versicherung zugehen und mit dieser schriftlich vereinbaren, dass diese auch zu einen späteren Zeitpunkt für den möglichen Schaden aufkommt.

Sofern man die Vorgeschichte der Photovoltaikanlage kennt und diese dokumentiert ist, kann man auch zu einem späteren Zeitpunkt auf Schäden zurück schließen. Außerdem gibt es noch keine 100%igen Erkenntnisse darüber, ob und wie Microrisse sich in den nächsten Jahren in den Modulen weiterentwickeln.

So ist es möglich, dass nichts weiter passiert auch wenn die Anlage ein Microrisse davon getragen hat. Es kann aber auch sein, dass Microrisse z.B. druch Wind und Schnee weiter wachsen und zu Leistungsminderungen führen.

Sicher ist, dass nicht nach jedem Fall alle Photovoltaikanlagen mit Elektrolumineszenz vermessen und/oder getauscht werden können. Das können sich die Versicherer bei den "niedrigen" Prämien gar nicht leisten (und sofern die Anlagen funktionieren macht es auch keinen Sinn). Funktioniert die PVA dann doch nicht, kann der Experte mit einer Kennlinienmessung und Elektrolumineszenz auf Fehlersuche gehen.

Das ist ein Thema wo beide Seiten Fingerspitzengefühl beitzen müssen und der Dialog gesucht werden sollte.

Mehr zum Thema Elektrolumineszenz finden Sie auch unter:

Solarmodule mobil testen
http://blog.envaris.de/envaris-fragt-nach/envaris-fragt-nach-solarmodule-mobil-testen-mit-erik-lohse/

Mobile Testcenter für Photovoltaikmodule
http://blog.envaris.de/wartung/mobile-testcenter-fur-photovoltaikmodule/
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