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Sind Kraftwerke aus Wind und Sonne wettbewerbsfähig?

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Eingestellt 21, Nov 2013 in Energiewende von Anonym
Wind und Sonne sind neben anderen erneurbaren Energielieferanten unsere Zukunft. Immer wieder hört man, dass diese Art von Stromerzeugung nicht wettbewerbsfähig ist. Ich hätte gerne schlagkräftige Argumente um diese Fehlinformation zu berichtigen.
   

1 Antwort

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Beantwortet 22, Nov 2013 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Es gibt dazu eine ganz aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts ISE:

http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.pdf

In der werden die Stromgestehungskosten für PV-Strom zwischen 0,078 und 0,142 Euro/kWh je nach Anlagengröße und Standort in D angegeben.

"Die Stromgestehungskosten von Onshore-WEA liegen heute zwischen 0,045 und 0,107 Euro/kWh. Trotz höherer  durchschnittlicher Volllaststunden von bis zu 4000 Stunden jährlich verzeichnen Offshore-WEA mit knapp 0,119 bis 0,194 Euro/kWh deutlich höhere Stromgestehungskosten als Onshore-WEA. Ursachen sind die teurere Installation sowie höhere Betriebs- und Finanzierungskosten der Offshore-Anlagen (spez. Invest zw. 3400 und 4500 Euro/kW)." (Ende Zitat)

Wenn man nun erst kürzlich gelesen hat, dass neue Kernkraftwerke in GB einen garantierten Strompreis von 10,4 ct/kWh erhalten sollen, sieht man schon, dass die Erneuerbaren durchaus konkurrenzfähig sind.

Weiter aus o.a. Studie: "Bei den konventionellen Kraftwerken sind Braunkohlekraftwerke die größten Profiteure der niedrigen CO2-Zertifikatspreise. Abhängig von den angenommenen Volllaststunden, Brennstoff- und CO2-Zertifikatspreisen liegen die Stromgestehungskosten von Braunkohle bei 0,038 - 0,053 Euro/kWh, von Steinkohle bei 0,063 - 0,080 Euro/kWh und von GuD-Kraftwerken bei 0,075 - 0,098 Euro/kWh."

Die Studie ist sehr lesenswert, es gibt auf derSeite viele weitere interessante Dokumente zum Thema.
Kommentiert 16, Jan 2014 von Susanne Jung (1,633 Punkte)
Wer die Stromgestehungskosten (also die Kosten, welche für die Energieumwandlung von einer anderen Energieform in elektrischen Strom notwendig sind) bei Wind und PV mit denen von konventionellen Kraftwerken vergleicht und schlussendlich Rückschlüsse zur Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit zieht, setzt Äpfel mit Birnen gleich.

Nur dann, wenn man zu den Stromgestehungskosten von Wind und PV auch die Kosten für notwendige Stromspeicher hinzufügt, um Tag und Nacht und zu sonstigen Zeiten ohne Wind und Sonne eine gleichmäßige Stromversorgung sicherzustellen, wäre ein Vergleich zu fossilen und atomaren Kraftwerken gerechtfertigt.
Kommentiert 16, Jan 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Frau Jung, das ist natürlich grundsätzlich richtig. Aber wenn man die Speicherkosten bei den Erneuerbaren dazu rechnet muss man auch bei den KKWs die Entsorgungskosten dazurechnen und bei den fossilen Kraftwerken die Kosten für die Umweltschäden. Während man die Speicherkosten ja durchaus betriebswirtschaftlich berechnen kann, ist das bei den anderen angegebenen Kosten leider nicht in dem Maße möglich.
Kommentiert 17, Jan 2014 von Susanne Jung (1,633 Punkte)
Ich stimme mit Ihnen überein, dass es ein unhaltbarer Zustand ist, dass externe Kosten nicht in die Preisbildung des fossilen und atomaren Stroms einbezogen werden. Mir ging es allerdings um eine andere Frage, die bei den Stromgestehungskosten bei Grundlastkraftwerken und fluktuierenden Kraftwerken (Sonne und Wind) häufig übersehen wird: Ein Vergleich hält nur dann stand, wenn die unterschiedlichen Marktteilnehmer die gleichen Chancen haben. Solar- und Windstrom kann ohne Speicher eben nicht jederzeit auf dem Markt angeboten werden, Fossil- und Atomstrom dagegen problemlos. Somit sollte man zur Wahrung der Chancengleichheit die Speicherkosten bei Erneuerbaren hinzufügen.
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