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Ökostromlabels fördern die Energiewende und den Atomausstieg

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Eingestellt 20, Feb 2015 in Energiewende von Manfred Strecker (16 Punkte)

Im letzten Jahr wurden Kunden mit insgesamt einer Terrawattstunde Ökostrom beliefert, der mit dem Grüner Strom Label zertifiziert wurde. Der Verein Grüner Strom Label e. V., der das gleichnamige Label vergibt, hat Angaben darüber veröffentlicht, welche neuen Ökostromprojekte mit dem erwirtschafteten Kapital bereits finanziert wurden. Jeder Endkunde, der sich für einen zertifizierten Ökostromtarif entscheidet, kann so die Energiewende direkt unterstützen.

Die Menge des Ökostroms, der vom GLS zertifiziert wurde, stieg gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent und damit auf 1015 Gigawattstunden. Pro verkaufter Kilowattstunde GLS-zertifizierten Ökostroms, fließt ein Cent in den Ausbau neuer Ökostromprojekte. Das Investitionsvolumen vom Vorjahr betrug insgesamt acht Millionen Euro. Eine der aktuellen Realisierungen in dem Bereich war das neue Smart-Grid Projekt der Mainova, welche nun über die größte Solaranlage verfügt. Die Investitionen fließen aber auch in Schwellenländer. Zuletzt wurden in Kenia mehrere Kleinbiogasanlagen durch die Finanzspritze ausgebaut.

Die Finanzierung der Energiewende

Jeder Endverbraucher, der sich für einen vom OK-Power Label oder Grüner Strom Label zertifizierten Ökostromtarif entscheidet, bewirkt, dass die Energiewende direkt mitfinanziert wird, da der Ausbau erneuerbarer Energien Kraftwerke gefördert wird. Alle anderen Zertifikate, mit Ausnahme der Zertifikate vom TÜV Süd und TÜV Nord, garantieren eventuell eine Gewinnung des Ökostroms aus regenerativen Quellen, jedoch nicht den Ausbau neuer Ökostromprojekte. Vielmehr nutzen die Stromanbieter ihre eigenen Labels zum Umetikettieren ihres Atom- oder Kohlestroms, den sie dann als Ökostrom verkaufen können. Deshalb sollte man solche Ökostromtarife eher meiden.

Wichtige Labels werden von Umweltverbänden unterstützt

Das OK-Power Label als auch das Grüner Strom Label werden von verschiedenen Umweltschutzorganisationen und Naturschutzverbänden getragen. Dass die Labels der Umwelt einen Zusatznutzen bringen, ist daher sicher, weil sich Stromanbieter, die sich mit den Labels zertifizieren lassen, dazu verpflichten in neue Ökostromprojekte zu investieren. Bisher wurden rund 900 erneuerbare Energien Projekte finanziert, wobei die Tendenz steigt.

Der Missbrauch von RECS-Zertifikaten

RECS-Zertifikate, die eine europaweite Reichweite haben, garantieren ebenfalls, dass der zertifizierte Strom aus regenerativen Quellen stammt. Pro Megawattstunde produziertem Ökostrom, bekommt der Hersteller jeweils ein Zertifikat. In Norwegen werden dabei viele Anbieter mit diesem Zertifikat ausgestattet. Grund: durch zahlreiche Wasserkraftwerke werden dort Unmengen an Ökostrom produziert. Problem: es entsteht ein Überangebot an Zertifikaten, für die es in Norwegen selbst keine Nachfrage gibt, da die restlichen Stromanbieter ihren Strom auch aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Bei den deutschen Sromanbietern sind diese Zertifikate allerdings sehr begehrt. Mit Hilfe eines RECS-Zertifikats kann konventionell hergestellter Strom hierzulande in Ökostrom umetikettiert werden, wenn sich der Verkäufer dazu verpflichtet, die gleiche Menge konventionell hergestelltem Stroms in das heimische Netz zu speisen, was in der Tat aber nie passiert. RECS-Zertifikate garantieren deshalb keinen zusätzlichen Umweltnutzen und im schlimmsten Fall kann genau das Gegenteil eintreten.

Vorsicht bei TÜV Zertifikaten

Der TÜV ist zwar auch ein gemeinnütziger Verein, der allerdings wie ein Unternehmen organisiert ist. Deshalb sollte man vorsichtig mit Ökostromtarifen sein, die vom TÜV zertifiziert wurden. Außerdem gibt es vom Label viele verschiedene Varianten (ein Label vom TÜV Nord, vier vom TÜV Süd und eines vom TÜV Rheinland). Kunden werden von dieser Vielzahl an Labels verwirrt und da besteht die Chance, dass sie von den Stromanbietern über den Tisch gezogen werden, indem ihnen eine Mogelpackung verkauft wird. Natürlich besitzen die TÜV Labels Aussagekraft. Sie garantieren den Ausbau neuer Ökostromprojekte und beweisen die Herkunft des Ökostroms. Ein Blick in den Kriterienkatalog sollte davor trotzdem geworfen werden, damit man sieht, welche Kriterien ein Stromanbieter erfüllen muss.

Weitere Informationen zu Ökostrom und Ökostromlabels gibt es bei Energieinitiative.org: http://energieinitiative.org/stromanbieter-wechseln/

 

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